Netflix stellt hier seine ganz großen Filme vor: Venedig startet Oscar-Saison mit Horror, Giftwolken und Kannibalen

Brendan Fraser in The Whale
© A24
Brendan Fraser in The Whale
10.09.2022 - 08:03 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
1
6
Das Filmfestival von Venedig ist mittlerweile Netflix' Startrampe für die Oscar-Saison. Die Highlights im Programm bieten einige der ganz großen Filme des Streaming-Diensts.

Heute werden die 79. Internationalen Filmfestspiele von Venedig eröffnet. Das ist zum einen ein Vorwand, die sogenannten Cicchetti zu futtern, deliziöse venezianische Häppchen, und zweitens eine Ausrede, um von morgens bis abends Filme zu schauen. Das älteste aller Filmfestivals markiert auch dieses Jahr den Startschuss der Oscar-Saison und das mit einer starken Präsenz des Streaming-Diensts Netflix.

Moviepilot wird wieder täglich von den Highlights auf dem Lido berichten (und nicht nur Häppchen mampfen), aber hier stellen wir schon mal einige der am meisten erwarteten Filme im Programm von Venedig vor.

Der Eröffnungsfilm kommt von Netflix: Noah Baumbachs Weißes Rauschen

Weißes Rauschen - Trailer (Deutsche UT) HD
Abspielen

Nach Marriage Story kehrt Regisseur Noah Baumbach zu Netflix zurück und hat wieder Adam Driver im Gepäck. Der Star Wars-Darsteller spielt diesmal einen Professor für Hitler-Studien (ein Fach, das er selbst erfunden hat), der mit seiner Patchwork-Familie (unter anderem Greta Gerwig) einer Giftwolke ausgesetzt wird. Weißes Rauschen basiert auf Don DeLillos postmodernen Romanklassiker und könnte einer der großen Player in der Oscar-Saison werden. Aber der Film auch an die Meme-Fabrik Marriage Story heranreicht?

Netflix zum Zweiten: Blond, der FSK-18-Film über Marilyn Monroe mit Ana de Armas

Blonde - Trailer (English) HD
Abspielen

Über Bond-Star Ana de Armas und ihren Marilyn Monroe-Film Blond wird schon seit Jahren getuschelt, jetzt soll es endlich so weit sein. Ausgestattet mit einem NC-17-Rating, das unserer FSK-18 entspricht, kommt die Adaption eines Romans von Joyce Carol Oates nach Venedig. Andrew Dominik (Die Ermordung des Jesse James), der seinen eigenen Film als verstörend bezeichnet und auch sonst den Hype schürt, führt nach zehn Jahren wieder Regie bei einem Spielfilm.

Netflix zum Dritten: Nach The Revenant kehrt Alejandro González Iñárritu mit Bardo zurück

Bardo

Bardo heißt natürlich nicht nur Bardo, sondern Bardo (or False Chronicle of a Handful of Truths). Etwas anderes hätte beim Regisseur Alejandro González Iñárritu (Birdman usw.) auch enttäuscht. Der Mexikaner verzichtet in seiner Komödie über einen Journalisten und Dokumentarfilmer auf Hollywood-Stars und (vermutlich) Bären-Angriffe. Mit Kameramann Darius Khondji (Sieben) an Bord sind große Bilder garantiert. Bardo wird Ende des Jahres bei Netflix veröffentlicht.

Süße Kannibalen: Timothée Chalamet dreht wieder mit dem Call Me By Your Name-Macher

Bones and All - Teaser (English) HD
Abspielen

Die Kannibalen-Romanze Bones & All vereint Timothée Chalamet mit seinen Call Me by Your Name-Regisseur Luca Guadagnino. Statt Pfirsichen dürfte diesmal allerdings Menschenfleisch auf der Speisekarte spielen. Chalamet, der letztes Jahr mit Dune in Venedig war, und Lost in Space-Darstellerin Taylor Russell spielen nämlich ein kannibalisch veranlagtes Pärchen auf einem Road Trip durch die USA. Zum Ensemble gehören auch Chloë Sevigny, Mark Rylance und André Holland. Der Score lässt aufhören, den komponierten nämlich Trent Reznor und Atticus Ross.

Brendan Frasers Comeback: The Whale von Darren Aronofsky

The Whale

5 Jahre nach mother! kehrt Darren Aronofsky auf den Regiestuhl zurück für The Whale. Die Verfilmung eines Theaterstücks von Samuel D. Hunter über einen 300 Kilo schweren Mann, der die Beziehung zu seiner Teenager-Tochter kitten möchte, klingt nach klassischem Körperkino à la Aronofsky. Ob sich die Mumie-Star Brendan Fraser auf dem Weg zu seinem Comeback wirklich Hoffnungen auf einen Oscar machen kann, wird Venedig zeigen. Joaquin Phoenix hat es 2019 mit Joker jedenfalls vorgemacht.

Western-Unterhaltung mit 2 Charakterköpfen: Christoph Waltz und Willem Dafoe in Dead for a Dollar

Dead for a Dollar

Christoph Waltz saß 2018 in den Jury von Venedig, diesmal ist er außerhalb des Wettbewerbs zu sehen in Dead for a Dollar, dem neuen Film von Hollywood-Veteran Walter Hill (Nur 48 Stunden). Darin spielt er nach Quentin Tarantinos Django Unchained erneut einen Kopfgeldjäger, aber diesmal kreuzen sich seine Wege mit Willem Dafoe, den er einst ins Kittchen steckte. Rachel Brosnahan aus The Marvelous Mrs. Maisel mischt auch noch mit.

Vorstadt-Thriller-Idylle: Don't Worry, Darling mit Florence Pugh und Harry Styles

Don't Worry Darling – Trailer 2 (Deutsch) HD
Abspielen

Der Gossip über einen möglichen Zwist zwischen Regisseurin Olivia Wilde (Booksmart) und Hauptdarstellerin Florence Pugh (Midsommar) sowie ihre geheime Botschaften bei Instagram ließ in den vergangenen Wochen fast vergessen, dass wir hier einen nigelnagelneuen Film mit einer vielversprechenden Besetzung vor uns haben. Neben Pugh ist Dunkirk-Nebendarsteller Harry Styles zu sehen, aber ich spreche natürlich von Menschen wie Chris Pine, Gemma Chan, Nick Kroll und KiKi Layne, die sich im Ensemble der Geschichte einer Hausfrau tummeln, die Zweifel an ihrem perfekten Vorstadtleben und vor allem dem wahren Job ihres Ehemannes hegt.

Einzigartige Kino-Rückkehr: Cate Blanchett lockt Todd Field nach 16 Jahren auf den Regiestuhl

Tár - Teaser Trailer (English) HD
Abspielen

Der Teaser-Trailer für Tár, oben zu sehen, sagt alles und nichts über das fiktive Musikbiopic aus, aber verspricht eines: ein eigensinniges Werk über eine eigensinnige Künstlerin. Cate Blanchett spielt Lydia Tár, eine der großen Komponistinnen und Dirigentinnen ihrer Zeit, die als erste Frau ein deutschen Symphonieorchester leitet. Mit dabei sind auch Nina Hoss (Phoenix) und Noémie Merlant (Porträt einer jungen Frau in Flammen).

Horror-Prequel von Ti West: Mia Goth spielt wieder Pearl

Pearl - Trailer (English) HD
Abspielen

Ti West beglückt uns gleich zweimal dieses Jahr. Erst kam die Texas Chainsaw Massacre-Hommage X, jetzt stellt er in Venedig dessen Prequel-Film Pearl vor. Darin schlüpft Mia Goth in die gleichnamige Rolle, nur diesmal mit weniger Old Age-Makeup. Angesiedelt gegen Ende des Ersten Weltkriegs 1918, erzählt Pearl von den Ursprüngen der mörderischen Pension aus dem ersten Film. Als Inspiration nannte West diesmal Melodram-Maestro Douglas Sirk und Giallo-Legende Mario Bava.

Vom Brügge sehen und sterben-Regisseur: Colin Farrell und Brendan Gleeson in The Banshees of Inisherin

The Banshees of Inisherin - Trailer (English) HD
Abspielen

Martin McDonagh hat mit seinem zweiten Film Brügge sehen... und sterben? einen der originelleren Gangsterfilme des neuen Jahrtausends gedreht. Für The Banshees of Inisherin holt er wieder Colin Farrell und Brendan Gleeson vor die Kamera, die zwei langjährige Freunde spielen. Als Farrells Figur die Freundschaft beendet, hat das unvorhergesehene Folgen. McDonagh hat in Venedig schon gute Erfahrungen gemacht. 2017 stellte er auf dem Lido Three Billboards Outside Ebbing, Missouri vor.

Fakten zu Venedig 2022:

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Das könnte dich auch interessieren

Schaue jetzt

Kommentare

Aktuelle News

Themen: