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Jake Gyllenhaal - Von Hasen, Cowboys & Boxern

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Jake Gyllenhaal hatte die besten Voraussetzungen für eine Karriere als Schauspieler: Seine Eltern sind beide im Filmbusiness tätig. Der Vater Stephen Gyllenhaal arbeitete als Regisseur an Filmen wie Homegrown und Time Bomb, Mutter Naomi Foner wurde 1989 als Drehbuchautorin des Films Die Flucht ins Ungewisse für einen Oscar nominiert. Kein Wunder also, dass sowohl Jake als auch seine Schwester Maggie Gyllenhaal sich der Schauspielerei zuwandten.

Entsprechend früh begann Gyllenhaals Karriere, als er mit 11 Jahren seine erste Rolle in City Slickers - Die Großstadt-Helden spielte. Es folgten weitere kleinere Auftritte in Filmen wie Josh & Sam und der Fernsehserie Homicide. 1999 spielte er mit 19 Jahren seine erste größere Rolle in October Sky, einem Biopic über den Raketenkonstrukteur Homer Hickam, in dem er selbigen verkörperte. Doch seinen Durchbruch bescherte ihm ein anderer Film zwei Jahre später.

Durchbruch mit Kaninchen


Seinen ersten großen Erfolg erzielte er mit Donnie Darko, in dem Gyllenhaal einen psychisch angeschlagenen Jugendlichen spielt, der von düsteren Visionen geplagt wird. Der komplexe Film mit seinem Mix aus High-School-, Horror-, Science-Fiction- und Drama-Anleihen, plus einem guten Soundtrack, avancierte zum Kultfilm und Jake Gyllenhaal mit seinem lebensgroßen Hasen Frank zu dessen Leitfigur. Mit leicht verschleiertem Blick spielt er seinen Part großartig und schwankte stets zwischen Melancholie und latentem Wahn.

Leider konnte Gyllenhaal mit seinen nachfolgenden Projekten (Bubble Boy - Leben hinter Plastik, The Good Girl, Highway) nicht an den Erfolg anknüpfen. Heraus sticht höchstens Moonlight Mile von 2002. In dem Drama spielt Gyllenhaal an der Seite von Dustin Hoffman und Susan Sarandon einen Mann, der den Tod seiner Frau verarbeiten muss und mit den Eltern seiner verstorbenen Partnerin versucht, das Geschehene zu verarbeiten.

Blockbuster und Anerkennung


2004 und 2005 sollten zwei wichtige Jahre für Jake Gyllenhaal werden. Mit dem Katastrophen-Blockbuster The Day After Tomorrow von Roland Emmerich 2004 wagte er einen ersten Ausflug in die Welt des Blockbuster-Kinos, wenn auch nur in einer Nebenrolle als Sohn von Hauptdarsteller Dennis Quaid. 2005 legte er mit Jarhead - Willkommen im Dreck ein Kriegsdrama nach. An der Seite von Jamie Foxx spielte er einen amerikanischen Soldaten im Golfkrieg und erschuf mit seiner Darstellung das eindringliche Bild eines Mannes, der mit seinem Leben an der Front hadert.

Im gleichen Jahr gelang es ihm, sich mit Brokeback Mountain endgültig als Charakterdarsteller zu etablieren. Das Drama von Regisseur Ang Lee handelt von zwei homosexuellen Cowboys. Die Liebesbeziehung zwischen Gyllenhaal und seinem Filmpartner Heath Ledger wird nicht nur mit den widersprüchlichen Gefühle der beiden Protagonisten und ihrem inneren Kampf verkompliziert, sondern sie kämpfen auch mit den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit und der Angst davor, entdeckt zu werden. Mit viel Gefühl und Emotionen brachten beide ihre Verzweiflung fast greifbar auf die Leinwand und hinterließen beeindruckte Zuschauer und Kritiker. Jake Gyllenhaal erhielt für seine Leistung seine bisher einzige Oscar-Nominierung.

Superhelden und Prinzen


Spider-Man 2 von Sam Raimi hätte eigentlich auch ein Projekt mit Gyllenhaal werden sollen, da Hauptdarsteller Tobey Maguire mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. Das Kostüm wurde bereits neu vermessen, um es für den neuen Darsteller anzupassen. Doch Maguire erholte sich und konnte sowohl Teil zwei als auch Spider-Man 3 drehen. Mit Superhelden war Gyllenhaal damit aber noch nicht fertig. Auch für die Rolle des dunklen Rächers in Christopher Nolans Batman Begins sprach er vor und kam sogar in die engere Auswahl. Er verlor wie wir wissen die Rolle jedoch an Christian Bale. Ein wenig ärgert er sich heute noch darüber bis heute nicht in ein Superheldenkostüm geschlüpft zu sein. (wir berichteten)

Sein Engagement bei Brokeback Mountain versetzte seine Karriere jedoch den nötigen Schwung. 2007 spielte er eine der der Hauptrollen in David Finchers Thriller Zodiac - Die Spur des Killers, nur um 2010 seinen zweiten und vorerst letzten Ausflug ins Blockbuster-Kino zu wagen. In diesem Jahr verkörperte er die Hauptrolle des namensgebenden Prinzen in der Videospiel-Verfilmung Prince of Persia: Der Sand der Zeit. Mit einem Budget von ca. 200 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von ca. 335 Millionen Dollar war Prince of Persia bis dato eine der teuersten Videospiel-Verfilmungen, allerdings hätten sich die Verantwortlichen mehr Kasse versprochen. Die geplanten zwei Fortsetzungen wurden vorerst auf Eis gelegt.

Einer der besten Charakterdarsteller seiner Generation


Nach der romantischen Komödie Love and Other Drugs - Nebenwirkung inklusive mit Anne Hathaway wandte sich Gyllenhaal vor allem kleineren Filmen zu und festigte seinen Ruf als exzellenter Charakterdarsteller. Mit Duncan Jones drehte er 2011 den Sci-Fi-Thriller Source Code. Ein Jahr später folgte mit End of Watch ein hartes Polizeidrama, mit Gyllenhaal als Cop. Für seine nachfolgenden Filme Prisoners und Enemy arbeitete Gyllenhaal mit dem Regisseur Denis Villeneuve zusammen. Besonders seine Leistung in der Doppelrolle, welche er für Enemy übernahm, wurde ihm hoch angerechnet.

Im letzten Jahr konnte Gyllenhaal schließlich auch den letzten Skeptiker von seinen Fähigkeiten überzeugen. Mit seiner Leistung und körperlichen Veränderung für den Film Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis erhielt er großes Lob und Applaus von Kritikern und Publikum. Seine Darstellung eines nahe am Wahnsinn lebenden Amateur-Reporters wusste zu beeindrucken und die ausbleibende Oscar-Nominierung sorgte für fragende Gesichter allenthalben.

Ab dem 20. August 2015 ist Jake Gyllenhaal in dem Boxer-Drama Southpaw zu sehen, für das er erneut eine beeindruckende Transformation durchmachte und ganze 15 Pfund an Muskeln zunahm. Hoffentlich dürfen wir uns noch auf eine ganze Menge weiterer Filme mit dem Alleskönner freuen.

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