The Walking Dead - Staffel 8, Folge 13: Abwege des Tötens

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The Walking Dead - Staffel 8, Folge 13: Do Not Send Us Astray
27.03.2018 - 08:50 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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In der 13. Folge der 8. Staffel von The Walking Dead erleben wir gleich zwei Überfälle. Einmal sind es die Saviors, die Hilltop mit ihren automatischen Waffen angreifen. Das andere Mal melden sich die Untoten so bedrohlich zurück wie schon lange nicht mehr.

Die Geister der Vergangenheit wollen Morgan (Lennie James) diese Woche nicht in Ruhe lassen. Gleich im Opening von Do Not Send Us Astray, der 13. Folge der 8. Staffel von The Walking Dead, wird er von Gavins (Jayson Warner Smith) Erscheinung verfolgt, als hätte er noch eine persönliche Rechnung mit ihm zu begleichen. "You know what it is", flüstert Negans (Jeffrey Dean Morgan) einstiger Lieutenant der verlorenen Seele ins Ohr, ehe er sein kryptisches Anliegen mit einem giftigen "You were supposed to" untermauert. Die Rede ist natürlich von Gavins Tod, der zwar durch Morgan indirekt verursacht, schlussendlich aber von Henry (Macsen Lintz) durchgeführt wurde. Seitdem ist dem kleinen Jungen nicht mehr über den Weg zu trauen, hat er sich komplett in einem Labyrinth aus Blutdurst und Rachegedanken verloren, an die ein Kind in keiner Welt jemals denken sollte. Doch in The Walking Dead ist diese Welt schon lange Wirklichkeit geworden.

Henry will kämpfen, will in die Schlacht ziehen und die Saviors für das zahlen lassen, was sie ihm und seinem Bruder Benjamin (Logan Miller) angetan haben. Bisher waren es aber die abweisenden (und durchaus einschüchternden) Worte von Carol (Melissa McBride), die dafür gesorgt haben, dass er sein kostbares Leben nicht leichtsinnig aufs Spiel setzt. Henry aber zeigt sich widerspenstig und heckt insgeheim seinen eigenen Plan aus, während Simon (Steven Ogg) die Saviors unter seinen Kommando vor den Toren Hilltops in Angriffsposition bringt. Lauthals schwadroniert er, obgleich er keinen blassen Schimmer davon hat, wie er von seiner frisch erlangten Machtposition effektiv Gebrauch machen soll. Stattdessen hangelt er sich unsicher an Negans ursprünglichem Vorhaben zwischen "infection" und "inclusion" entlang, ohne der entschlossenen Willensstärke seiner Ansage in der letzten Woche entsprechende Taten folgen zu lassen.

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Stattdessen übernimmt Simon sogar Negans süßliches Pfeifen, als er sich dem Feind nähert und voller Stolz in der Brust Maggie The Widow Rhee (Lauren Cohan) per Walkie-Talkie mit seiner unerwartet harmlosen Einschüchterungstaktik zu beeindrucken versucht. Kaum rast Daryl (Norman Reedus) mit seinem Motorrad an ihm vorbei, droht er jedoch die Kontrolle zu verlieren. Zugegeben: Daryl auf einen Motorrad ist schon immer die heimliche Trumpfkarte dieser Serie gewesen, um selbst die langweiligste Episode in ein episches Feuerwerk zu verwandeln. Simon sollte es aber besser wissen, wenngleich im Epilog der Schlacht der Status quo noch einmal verändert wird. Vorerst ist er es allerdings, der seine Männer planlos in die Arme des Feindes laufen lässt und von der Dunkelheit genauso überrascht wird wie von der Strahlkraft plötzlich aktivierter Scheinwerfer. Das Blutvergießen nimmt dadurch nur noch chaotischere Züge an.

Sowohl in der Finsternis der Nacht als auch im Licht macht es uns The Walking Dead diese Woche unmöglich, genau zu erkennen, welch Grauen auf dem Grundstein der neuen Zivilisation angerichtet wird. War da zuletzt noch eine Vision von Agrarkultur mit Aussicht auf Windmühlen und Aquädukte, existiert plötzlich nur noch der rohe Trieb des Menschen, sodass am nächsten Morgen ausschließlich Felder aus Blut übrig sind. Gesät wird hier bloß der Tod - das muss sich auch Maggie eingestehen, die nach langer Zeit des Wartens endlich in den Vordergrund des Geschehens rückt und ihre Fähigkeiten als Anführerin unter Beweis stellen muss. Dass sie sowohl Saviors als auch Beißer im Handumdrehen abwehren kann, steht außer Frage. Alle Überlebenden beschützen - das gelingt allerdings auch ihr nicht, wie es die Zahl der Gräber am nächsten Tag bestätigt. Maggie besitzt dafür die Größe, sich dieser Opfer im Gegensatz zu vielen anderen bewusst zu sein.

Rick (Andrew Lincoln) bewegt sich derweil deutlich näher am Abgrund. Obwohl er und Maggie mit Negans Tod das gleiche Ziel verfolgen, ist er es, der sich trotz aller Warnungen, Hoffnungen und Gebete auf Abwegen befindet. Wie ein Wahnsinniger rennt er durch die Nacht, schleudert mit Waffen und Kugeln um sich, bis ihm schließlich nur noch das Unmittelbare der Axt bleibt, das Tötungswerkzeug seines Vertrauens in dieser Staffel. Beinahe geht dabei Siddiq (Avi Nash) drauf, der sich diese Episode merkwürdig oft für seine schiere Existenz rechtfertigen muss. Dennoch holen seine weit aufgerissenen Augen Rick wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, während jemand anderes die Fassung verliert. Lil Henry schnappt sich ein Gewehr und macht sich auf den Weg zu den gefangenen Saviors, die weiterhin ein ungewisses Dasein fristen, während andernorts Negans Plan tatsächlich funktioniert und die Verletzten im Lager zu Beißern werden.

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Somit ereignen sich gleich zwei Katastrophe, die für uns Zuschauer schon seit einiger Zeit absehbar waren, für die Figuren im Moment des Geschehens aber kaum begreifbar sind. Auf der eine Seite wäre da das kleine Kind, das im Begriff ist, mit einer automatischen Feuerwaffe auf den Haufen wehrloser Gefangener zu schießen - allen voran Gregory (Xander Berkeley), der einmal mehr mit hilflos flehender Geste posiert und in wirklich keiner einzigen Situation die richtigen Worte finden will. Auf der anderen Seite wüten mehr und mehr Untote durch die Behausungen der Hilltop Colony und verwandeln den sowieso schon angekratzten Sieg in eine endgültige Niederlage. Plötzlich sind es nicht bloß fremde Gesichter, die sich röchelnd ihren Weg durch die Gegend bahnen, sondern die von Freunden, Vertrauten und Verbündeten. Am deutlichsten wird dieser Umstand, wenn Carol ein letztes Mal Tobin (Jason Douglas) in die Augen blickt.

Am nächsten Morgen ist dementsprechend auch die Zahl der Gräber gewachsen - und Negan liegt immer noch nicht unter der Erde. Stattdessen werden Rick, Maggie und Co. noch einmal mit den bitteren Auswirkungen seines Masterplans konfrontiert, da sich Tara (Alanna Masterson) aufgrund einer Wunde ebenfalls für einen baldige Verwandlung in einen Beißer qualifiziert. Gleichzeitig könnte Dwight (Austin Amelio) seinen Pfeil, mit dem er Tara in den Arm geschossen hat, um Simon davon abzuhalten, sie zu töten, als Zeichen seiner Loyalität nie ins Blut der Untoten getaucht haben. Die Hoffnung besteht, selbst wenn Morgan weiterhin von Gavins Geist (und somit dem Geist der Toten geplagt wird), der ihm gewissermaßen die Schuld für das zweifache Blutvergießen in Folge zuschreibt. Nun steht der vom Weg Abgekommene wie angewurzelt da und weiß sich nicht zu helfen, ähnlich wie Rick, der frustriert nach Negans Leichnam sucht.

Die 8. Staffel von The Walking Dead wird sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und ist hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket  zu sehen. Unsere Besprechungen der einzelnen Folgen gibt es auch als Live-Stream und Podcast .

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