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Der Tenet-Trailer beweist: Christopher Nolan trickst die Zeit aus

Tenet - Trailer (English) HD
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© Warner Bros.
Tenet
21.12.2019 - 14:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Das ganze Jahr fragen sich die Fans schon, was Tenet eigentlich sein soll. Nun ist der erste Trailer raus und stiftet nur noch mehr Verwirrung. Doch wir wagen eine erste Analyse.

Ja, worum geht es denn nun im neuen Christopher Nolan-Film? Die Ankündigung eines ersten Trailers versprach endlich Antworten auf diese Fragen. Jetzt, da dieser raus ist, sind die Zuschauer und Nolan-Fans zunächst jedoch genauso schlau wie vorher. Tenet ist und bleibt ein großes Rätsel. Doch umso spannender ist das vielleicht bis dato ambitionierteste Projekt des Meisterregisseurs.

Obwohl die eigentliche Handlung auch nach dem ersten richtigen Trailer noch immer nicht bekannt ist, deuten die intensiven wie unglaublich atmosphärischen zwei Minuten und zehn Sekunden einige Details an, die eine wichtige Rolle in Tenet spielen könnten.

Das wissen wir bislang von Tenet

  • Der Titel ist ein Palindrom, kann also vor- wie rückwärts gelesen werden (was sicher wichtig wird) und bedeutet im Deutschen so viel wie Dogma oder Glaubensgrundsatz. Sinn ergibt jedoch genauso die Übersetzung Theorem.
  • Nolans neuer Streich wird ein Spionagefilm, den Warner als großes Eventprodukt beschreibt. Angeblich reicht die Länge für ganze drei Filme. Nolan bestätigte jedenfalls gegenüber Entertainment Weekly , dass er noch nie etwas derart Großes gemacht hätte.
  • Es geht rund um den Globus, die Hauptrolle spielt John David Washington (BlackKklansman), auch Stars wie Robert Pattinson (Der Leuchtturm), Elizabeth Debicki (Widows), Kenneth Branagh (Dunkirk) und natürlich wieder Nolan-Stammgast Michael Caine sind mit dabei.

Das verrät der Trailer über die Handlung von Tenet

Wie die Charaktere heißen, wer für welche Partei steht und was es überhaupt zu tun gilt, lässt sich kaum bis gar nicht aus dem Trailer erschließen. Was der Clip jedoch offensichtlich klarstellt: Wie vermutet dreht sich Tenet um Zeit.

Für den dem Mindfuck verschriebenen Christopher Nolan sicherlich eine Herzensangelegenheit – selbst im zuletzt inhaltlich eher pragmatischen Dunkirk war Zeit ein Kernelement und verlieh dem puristischen Kriegsstreifen dann doch noch eine doppelte Ebene.

John David Washington stößt in Tenet auf ein überirdisches Phänomen

In Tenet scheint Zeit jedoch weit darüber hinaus das Fundament des Films zu bilden, ähnlich wie es schon bei Memento und Inception der Fall war. Wie genau Nolan das Thema aufarbeitet, bleibt noch vage, jedoch scheinen die Protagonisten in Tenet eine ganz besondere Gabe zu haben: Sie können die Zeit zurückdrehen.

Christopher Nolan spielt mit der Zeit und den Zuschauern

Während Leonardo DiCaprios Cobb in Inception vermochte, die Träume seiner Feinde zu infiltrieren, könnte John David Washingtons Figur (offenbar die Hauptrolle) ein Mittel besitzen, die Zeit für kurze Phasen zu manipulieren.

Immer wieder sehen wir im Tenet-Trailer Momente, die nicht richtig abgespielt werden. Teilweise widersprechen sich sogar die Bewegungen. Etwa wenn John David Washington und sein Partner (Robert Pattinson) einem sich überschlagenden Auto ausweichen – das jedoch der Zeit entgegengesetzt über die Bahn geschleudert wird, also sich quasi wieder aufrichtet.

Der Wagen verunglückt im Trailer in der falschen Reihenfolge

Sieht nach einer echten Nolan-Kopfnuss aus, der Mann fürs ganz Besondere dürfte also wieder eine enorm verstrickte innere Logik ausgefuchst haben. Auch am Ende des Trailers deutet sich die Zeit-Fähigkeit an: Washington und Pattinson betreten einen Raum, wo sich offenbar ein Schusswechsel ereignet hat. Doch dann fallen die Worte: "Es ist noch nicht passiert" und prompt stürzt ein Soldat auf Washington, der sich aber rückwärts bewegt.

Auch andere Figuren, also anscheinend die Gegenseite, können offenbar die Zeit manipulieren. Allerdings haben wir den Eindruck, dass Tenet kein typisches Zeitreisen-Abenteuer wird. Vielmehr scheinen die Figuren die Zeit nur für kurze Etappen beeinflussen zu können, um bestimme Aktionen entscheidend zu verändern.

Robert Pattinson scheint Washington zu assistieren. Freiwillig?

Woran das erinnert? Zum Beispiel verdächtig an die früheren Prince of Persia-Videospiele. Hat der Spieler darin mit seiner Spielfigur ins Gras gebissen, konnte er dank eines magischen Dolchs die Zeit für ein paar Sekunden zurückdrehen.

Der Titel könnte ein Werkzeug oder einen Mechanismus bedeuten

Wie das die Tenet-Charaktere vollbringen, weiß weiterhin erstmal nur Christopher Nolan. Der Trailer deutet jedoch an, dass es ein bestimmtes Werkzeug für den Zeitschwindel gibt: Das titelgebende Tenet. "Alles, was Sie brauchen, ist Tenet" sagt Martin Donovan (Ant-Man) zu Washington. Das passt auch deshalb, weil das Wort Tenet sich genauso vor und zurückdrehen lässt wie im Film die Dimension der Zeit.

Martin Donovan benutzt das Wort "Tenet"

Martin Donovan spielt womöglich einen Auftraggeber oder Vermittler einer Organisation und würde damit ein Equivalent zu Ken Watanabes Part in Inception bilden. John David Washington dagegen könnte sich auf Anweisung von Martin Donovan auf eine Mission begeben, die ihn auf verschiedene Kontinente schickt.

Zumindest in dieser Hinsicht scheint Tenet zu einem typischen Agentenfilm zu avancieren, Nolan machte ja noch nie ein Geheimnis daraus, großer James Bond-Bewunderer zu sein. Neben London wurde unter anderem auch in Estland, Italien und Dänemark gedreht. Besonders auffällig im Trailer gerät aber die indische Metropole Mumbai.

Dort spielt dem Video nach ein wichtiger Teil des Einsatzes, unter anderem macht John David Washington mit seinem Partner vom Tenet-Effekt-Gebrauch, um auf physikalisch unmögliche Weise ein Hochhaus zu erklimmen. Ziel der Mission scheint aber fast schon eine Hommage an die Superlativen aus 007, Mission: Impossible und Co.: "Es gilt, den Dritten Weltkrieg zu verhindern", sagt eine Frau im Clip. Ganz genretypisch steht also nichts Geringeres als das Schicksal des Planeten auf dem Spiel.

Mumbai ist einer der Film-Schauplätze

Eiferte Nolan bei Dunkirk noch seinem Lieblingsfilm Der schmale Grat nach, könnte sich Tenet als Ode an den Bond-Klassiker Der Spion, der mich liebte herausstellen – ebenfalls ein Favorit des The Dark Knight-Schöpfers. Dem steht das Erscheinungsbild von Kenneth Branagh im Trailer in nichts nach: So wie der Brite da auf seiner Yacht posiert und mit Elizabeth Debicki Händchen hält, mutet er doch stark wie ein Bösewicht an.

Vielmehr suggeriert der Trailer allerdings mit der synthetischen Musik, den in Anzügen gekleideten Figuren und ihren metaphysischen Manövern ein Sequel zu Inception. Fans munkeln ja schon seit der Ankündigung, dass es sich bei Tenet in Wahrheit um Inception 2 handelt.

Spielt Kenneth Branagh einen größenwahnsinnigen Schurken?

Was wirklich hinter Nolans neuem Geniestreich steckt, erfahren wir wohl erst auf der Leinwand. Wie üblich drehte der Regisseur erneut ausschließlich auf Analogfilm und auf 65 Millimeter IMAX-Negativ. Die bereits im Trailer angerissene Musik stammt diesmal nicht von Hans Zimmer, sondern aus der Feder des oscarprämierten Black Panther-Komponisten Ludwig Göransson.

Tenet startet in Deutschland am 16. Juli 2020 in den Kinos.

Was glaubt ihr, um was es in Christopher Nolans Tenet genau geht?

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