The Walking Dead - Wir schauen Staffel 6, Episode 15

Gabriel (Seth Gilliam)Abspielen
© AMC
Gabriel (Seth Gilliam)
29.03.2016 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
55
2
Nächste Woche steht bereits das Finale der sechsten Staffel von The Walking Dead an. Doch auch die 15. Episode, East, kann mit einem schockierenden Cliffhanger aufwarten, der den möglichen Tod einer Hauptfigur einschließt.

Wenngleich im Netz schon diverse Videos kursieren, die einen ersten Blick auf Negan (Jeffrey Dean Morgan) offenbaren, bleibt der Bösewicht aus den Comics dem Geschehen der Serie vorerst noch fern - zumindest in persona, denn die Schergen des Fieslings haben längst (und mehrfach) Ricks (Andrew Lincoln) Gruppe ins Visier genommen. Die sogenannten Saviors treiben seit der Rückkehr aus der Winterpause in The Walking Dead ihr Unwesen und haben vor allem auf den ersten Blick stets einen hervorragenden Eindruck gemacht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externe Inhalte zulassenMehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Gefährlich bis unberechenbar: Eine wahrhaftige Bedrohung könnte man meinen. Auf den zweiten Blick offenbarten sich die Handlanger des Bösen allerdings meist als Prügelknaben ohne Weitblick und Verstand. Kein Wunder, dass sich Ricks Selbstbewusstsein ins Unendliche gesteigert hat. Doch Hochmut kommt vor den Fall und nach sechs Episoden unter Kontrolle der Alexandrianer markiert East, die 15. Episode der sechsten Staffel, langsam, aber sicher den Niedergang.

Please don't hurt me.

Bereits in der kryptischen Eröffnung tropft das Blut. "Come out", befiehlt eine Stimme im Hintergrund. Was wir sehen, ist jedoch bloß ein Auto mit Einschusslöchern mitten auf einer verlassenen Straße. Bevor die Credits in gewohnt gruseliger Manier ihren Weg in die Episode finden, deuten jene paar Sekunden unheilvoll den bevorstehenden Kontrollverlust an. Dann übernimmt Johnny Cash mit It's all over und eine intime Montage kündet effektiv von der Ruhe vor dem Sturm. Carol (Melissa McBride) packt ihre Sachen und verbringt eine letzte Nacht mit Tobin (Jason Douglas), bevor sie sich aus Alexandria schleicht. Maggie (Lauren Cohan) und Glenn (Steven Yeun) duschen gemeinsam, während sich Carl eine Pistole näher zu Gemüt führt. Sasha (Sonequa Martin-Green) und Abraham (Michael Cudlitz) wechseln ein paar Worte, Rosita (Christian Serratos) streift ihre Blicke. Es sind die kleinen Gesten zwischen den Figuren, die diesem Zusammenschnitt so viel Gewicht verleihen. "Stop your cryin' turn around and let her go", singt Johnny Cash.

Später wacht Rick neben Michonne (Danai Gurira) auf. Von der Familienidylle, wie sie noch vor ein paar Episoden herrschte, ist aber nicht mehr viel zu spüren. Stattdessen liegt eine unangenehme Kälte in der Luft. Zweifel und das Gefühl von Unsicherheit haben sich bei Michonne eingeschlichen. Rick ist dagegen (noch) zuversichtlich: Wenn Negan und seine Gefolgschaft die Tore von Alexandria belagern, dann wird eben gekämpft. Der einstige Sheriff will auf keinen Fall etwas von dem, was sich die Überlebenden in den vergangenen Wochen und Monaten erarbeitet haben, aufgeben. "Everything we need is right here inside these walls." Und dafür lohnt es sich zu kämpfen, denn gleichzeitig würde ein Kampf bedeuten, dass der Konflikt beendet werden würde. Überschwänglich motiviert durch die letzten Erfolge denkt Rick nicht einmal daran, am Ende auf Seiten der Verlierer zu stehen. Erst, als er gemeinsam mit Morgan (Lennie James) Alexandria verlässt, ändern sich die Dinge und Rick erlangt einen Teil seiner Menschlichkeit zurück.

Gemeinsam mit Morgan begibt er sich auf die Suche nach Carol. Unterwegs entsteht ein unaufgeregtes Gespräch, das es so schon lange nicht mehr gab. Der verbale Austausch kulminiert in gegenseitigen Geständnissen, nachdem Rick einen fremden Mann erschießen wollte, da er davon ausgegangen ist, es würde sich um einen Anhänger der Saviors halten. Im letzten Augenblick kommt Morgan seinem Vorhaben jedoch in die Quere und sorgt dafür, dass der Flüchtende mit seinem Leben davonkommt. Morgan verteidigt den Mann: "Maybe the man is just looking for a horse." Doch Rick entgegnet kühl "I don't take chances anymore.", was wiederum dazu führt, dass Morgan gesteht, dass er damals den Wolve nicht getötet, sondern eingesperrt hat. "'Cause I knew he could change. We all can change." Laut Morgan ist alles ein ständiges Geben und Nehmen. Hätte er den Wolve nicht verschont, hätte dieser niemals Denise (Merritt Wever) das Leben retten können. "It's all a circle. Everything gets a return."

Es ist eine unglaublich starke Szene zwischen zwei Figuren, deren Schicksale seit Anbeginn der Zombie-Apokalypse miteinander verbunden sind. Rick denkt nach und reflektiert. Morgans Geschichte hat ihn zuerst verdutzt, dann verärgert. Doch auf einmal erkennt er den Zerfall seiner selbst. "You shouldn't be out here taking any more chances", gibt Morgan seinem Freund mit auf den Weg, bevor sich dieser mehr oder weniger unfreiwillig Richtung Alexandria aufmacht. Fortan begibt sich Morgan alleine auf die Suche nach Carol. Ob er wieder zurückkommt? Darauf kann Rick wetten. Für den Fall, dass es trotzdem nicht so kommen sollte, trifft Morgan präventive Maßnahmen, die im Angesicht von Ricks Sturheit in puncto Freundschaft überlebensnotwenig sind: "But if I don't, don't come looking." Dann trennen sich die Wege zweier Männer, die zu Beginn der sechsten Staffel erst wieder zusammengefunden haben. Ein bisschen tragisch und zutiefst menschlich war diese Szene schon.

Ebenfalls tragisch ist Carols Handlungsbogen in den 45 Minuten, die von Michael E. Satrazemis inszeniert und von Channing Powell (nach einer Geschichte von Scott M. Gimple) geschrieben wurden. Nachdem sie sich mit einem Wagen, der aussieht, als hätte sich eines der Vehikel aus Mad Max: Fury Road ins The Walking Dead-Universum verirrt, davongemacht hat, begegnet Carol einem kleinen Trupp an Saviors, die gekonnt vorgestellt werden. Bedrohlich und gerissen: Obgleich sich Carol mit erlogenem Profil vorstellt, brauchen die bösen Buben keine zwei Minuten, um herauszufinden, dass sie in Wahrheit aus Alexandria stammt und dementsprechend nicht nur als Druckmittel wertvoll ist, sondern zudem nützliche Informationen über die befestigte Behausung ausplaudern könnte. Carol hingegen ringt mit einem ganz anderen Problem: Sie zittert am ganzen Körper und ringt mit sich selbst. "It doesn't have to be this way", flehte sie mit verzweifelten Blick, der vielmehr eine Warnung war. Danach liegen Negans Männer tot am Boden und die düstere Prophezeiung der Eröffnung erfüllt sich.

In der Zwischenzeit ziehen Glenn, Rosita und Michonne los, um Daryl (Norman Reedus) zur Vernunft zu bringen. Dieser will seinen Fehler korrigieren, der zu Denise' vorzeitigem Ableben führte. Oder in anderen Worten: Daryl will Dwight (Austin Amelio) töten, nachdem er ihn zuvor ärgerlicherweise verschont hat. Erneut beweisen sich die Saviors als Meister des ersten Auftritts - und sorgen im Rahmen des fiesen Cliffhangers für eine gewaltige Veränderung des Status quo: Nicht nur, dass sich Glenn, Rosita und Michonne nun in Gefangenschaft befinden (eine ähnliche Situation gab es bereits mit Carol und Maggie). Nein, Dwight hat Daryl auch einfach angeschossen. Die Kamera lässt uns nur mit Andeutungen und einer gewaltigen Blutfontäne zurück. Dwight flüstert wenigstens "You'll be all right", um die Gewissheit zu garantieren, dass Daryl nächste Woche noch am Leben ist.

Anmerkungen am Rande:

  • Zwar betont Rick ziemlich oft in dieser Episode, wie wichtig es ist, dass jetzt alle in Alexandria wachsam sind und sich auf den Angriff vorbereiten. Am Ende der Episode befindet sich trotzdem das Gros der erprobten Kämpfer irgendwo in der Prärie verstreut und überlasst Abraham und Sasha die Verteidigung.
  • Wo wir gerade von Abraham, einem Mann poetischer Worte, reden: "But now I think I’m that much more ready to tear the world a brand new asshole."
  • Maggie lässt sich von Enid (Katelyn Nacon) die Haare schneiden und hat dafür eine Begründung mit düsterer Vorahnung parat: "I have to keep going. And I don't want anything getting in my way." Außerdem bricht sie kurz darauf zusammen. Was ist da los?
  • Wo Rick recht hat, hat er recht: "That woman, she’s a force of nature."
  • Was weiterhin nicht funktioniert: Carols Beziehung mit Tobin. Es existiert keine einzige Verbindung zwischen beiden Figuren außer dem Verlangen der Autoren, eine solche heraufzubeschwören.
  • Wenn Glenn, Michonne und Rosita jene Stelle erreichen, an der Denise ihr Leben lassen musste, droht der Nebel über den Gleisen den gesamten Hintergrund zu verschlingen. Ein beeindruckendes Bild.

Was bisher geschah:

The Walking Dead - Staffel 6, Episode 1: First Time Again
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 2: JSS
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 3: Thank You
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 4: Here's Not Here
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 5: Now
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 6: Alway Accountable
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 7: Heads Up
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 8: Start to Finish
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 9: No Way Out
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 10: The Next World
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 11: Knots Untie
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 12: Not Tomorrow Yet
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 13: The Same Boat
The Walking Dead - Staffel 6, Episode 14: Twice as Far

Die 6. Staffel von The Walking Dead läuft in Deutschland beim Pay-TV-Sender FOX .

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News