The Walking Dead - Der erste Zweikampf von Daryl und Beta ist episch

The Walking Dead - Staffel 9, Folge 13: Chokepoint
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The Walking Dead - Staffel 9, Folge 13: Chokepoint
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Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Während sich Alpha zu einer der besten Bösewichte entwickelt, rückt The Walking Dead diese Woche ihre Nummer 2 in den Vordergrund. Beta (Ryan Hurst) ist der Name ihres treuen Handlangers, der allein durch seine mächtige Erscheinung für Angst und Schrecken sorgt. Er soll Lydia (Cassady McClincy) zurückbringen, nachdem diese erneut aus den Fängen der Whisperers entkommen ist. (Außerdem: Daher kommt euch Lydia von den Whisperers so bekannt vor.)

Chokepoint, die 13. Folge der 9. Staffel von The Walking Dead, schließt unmittelbar an das dramatische Ende des letzten Kapitels an und erzählt von den hektischen Bewegungen einer Flucht in der Dunkelheit der Nacht. Wie mächtig Alpha ist, zeigt sich weiterhin in Lydias ängstlichen Blicken, doch die Situation lässt keine Zeit, um ausgewogen über die Vor- und Nachteile der hastig getroffenen Entscheidung nachzudenken.

The Walking Dead - Daryl trennt die Lebenden von den Toten

Zurück kann Lydia nun zumindest nicht mehr. Dementsprechend nutzt Daryl (Norman Reedus) den Schwung, mit dem Henry (Matt Lintz) Lydia zuletzt mitgerissen hat, um den Vorsprung durch die Flucht nach vorne auszubauen. Wenn Beta mit seinen Kämpfern eintrifft, soll er sich in einem Labyrinth wiederfinden, das ihm seiner Kräfte beraubt und hilflos in die Enge treibt. Der Plan geht jedoch nur bedingt auf.

Bevor es jedoch so weit ist, streuen die Drehbuchautoren Eddie Guzelian und David Leslie Johnson-McGoldrick erste Zweifel, wenn Lydia einen tieferen Einblick in das Denken der Whisperers und insbesondere Alpha gibt. Die jüngsten Entwicklungen haben die Anführerin schwach aussehen lassen - und das, obwohl sie zur Machtdemonstration erst zwei ihrer eigenen Gefolgsleute auf brutalste Weise den Garaus bereitet hat.

Ein anderer Konflikt, der Lydia beschäftigt, ist die Frage der Zugehörigkeit. Im Kreis der Whisperers ist sie aufgewachsen. So erschreckend diese Familie auf den ersten Blick wirkt, war sie lange Zeit eben genau das: eine Familie. Sich jetzt gegen die eigenen Leute zu stellen, erfordert Mut und Kraft - und die Aussicht auf einen Freund wie Henry. Daryl hätte da allerdings ein Wort mitzureden.

Kaum nähern sich Lydia und Henry an, wird die zärtliche Berührung der jungen Liebenden nicht nur durch die unheimlichen Töne des Whisperers-Thema unterbrochen, sondern ebenfalls von einem sich grummelnd ins Bild schleichenden Daryl. Doch alles halb so wild, denn ein anderes Schleichen ist in dieser Episode deutlich bedrohlicher, nämlich das von Beta, der sich einer "Beißer"-Herde nähert.

The Walking Dead - Beta überzeugt mit seiner brachialen Erscheinung

Eindrucksvoll ist das Bild, wenn er sich mit seiner stämmigen Statur mit den Toten bewegt. Beta ist auf Krawall gebürstet und trotzdem die Ruhe in Person. Trotz der Aussicht, sich unmittelbar in eine Falle zu begeben, bewahrt der Koloss die Fassung. Wo Simon (Steven Ogg) Negans (Jeffrey Dean Morgan) Psycho-Spielchen weiterspielte, braucht diese Nummer 2 keine Worte, um einzuschüchtern.

Beta stampft einfach durch die Gegend und reißt zur Not auch die Wände von Daryls Labyrinth ein, um seinen Auftrag zu erfüllen. Während Regisseurin Liesl Tommy großen Gefallen daran findet, den Kampf vor weiß-grauer Kulisse zu inszenieren, die Betas Erscheinung noch einmal schauerlicher wirken lässt, erklärt dieser die Welt der Überlebenden als verloren, ehe er selbst in tiefster Dunkelheit verschwindet.

Der Übergang ist wunderbar, denn der zweite, parallel ablaufende Handlungsstrang der Episode findet seinen ersten Höhepunkt, wenn die Figuren aus der Dunkelheit ans Licht treten. Mit einem Brief kündigen sich die Highwaymen in der Zombie-Apokalypse an und sorgen damit bereits bei Carol (Melissa McBride), Ezekiel (Khary Payton) und Co. für Aufsehen. Immerhin greift in diesen Zeiten nicht jeder zur Feder, um seine Anliegen vorzubringen.

Die erste Begegnung erfolgt schließlich in einer düsteren Halle, die einer vergessenen Abstellkammer in einer der unteren Etagen von HBOs Westworld gleicht. Ein Wachsfigurenkabinett, ein Meer aus Silhouetten: Plötzlich bewegt sich der erste Schatten, ehe sich eine ganze Armee aus der Versteinerung löst - hervorragend, wie dieser Moment in Szene gesetzt ist und die Erwartungen unterläuft.

The Walking Dead - Die Highwaymen unterlaufen die Erwartungen

Wirken die Highwaymen zuerst etwas fehl am Platz, ergibt sich ihre Existenz aus dem großen Motiv, das The Walking Dead seit einiger Zeit im Hintergrund verfolgt. Mit dem Entstehen einer neuen Zivilisation werden Straßen und Handelswege immer wichtiger. Ricks Brücke gehört da etwa dazu, genauso wie die spätere Erkenntnis, dass die Kommunikation eingeschlafen ist, weil die Wege nicht genutzt werden.

Doch nun werden diese Wege belagert, versperrt. Wer passieren will, muss bezahlen. Kein Wunder, dass Ezekiel sein Königreich in unerhörter Bedrängnis sieht und bereit ist, zu kämpfen. Ausgerechnet Carol leistet die größte Überzeugungsarbeit, um einen Dialog vor dem vermeintlich unabwendbaren Blutbad zu ermöglichen. Erneut ist es die Kraft des Kinos, die in The Walking Dead Wunder wirkt und die Menschen zusammenbringt.

Wenngleich das Ende der Kingdom-Highwaymen-Auseinandersetzung nicht direkt verbildlicht wird, so erzählt zumindest die helfende Hand, die Taras (Alanna Masterson) Gruppe aus der Bredouille bringt, das Ende der Geschichte. Entgegen der von den Whisperers ausgehenden Entfremdung erzählt The Walking Dead auch von einem Zusammenwachsen, sowohl zwischen neuen als auch alten Gesichtern.

Nur noch drei Folgen bleiben, bevor sich die 9. Staffel dem Ende neigt. Nach dem Graben, den Ricks "Tod" in der ersten Staffelhälfte aufgerissen hat, ist es nur folgerichtig, dass sich die Menschen aus Alexandria, Hilltop und dem Kingdom wieder finden. Denn das ist der größte Trumpf, den die Überlebenden gegen Alpha in der Hand haben werden, wenn diese zum Gegenschlag ausholen. "Wir haben Freunde. Sie nicht."

Notizen am Rande:

  • Der König und die Königin herrschen gemeinsam. Merkt euch das.
  • Viele unerwartete Carol-Momente in dieser Episode. Besonders schön: Ein Lächeln, das wirklich strahlte und nicht nur vom Wahnsinn erzählte.
  • Die Dynamik zwischen Daryl und Connie (Lauren Ridloff) ist nach wie vor erfrischend. Außerdem zwingt sie die Macher dazu, sich mehr auf die bildliche Ebene zu fokussieren, um abseits der geschriebenen Worte die Verständigung und die Beziehung zwischen den beiden zu transportieren.
  • "I hate this." - Lydia
  • "There's a whole world out there." - Daryl
  • Daryls Hund ist immer noch ein guter Hund.
  • Aww, ein kurzer Shiva-Gedenkmoment, wenn die Kamera durch das Kingdom streift.
  • Beta hat den Fall in den Aufzugschacht überlebt. Das kommt wenig überraschend und ist auch nicht schlimm: Von diesem Duell muss es eine Fortsetzung geben.

Alle Recaps zur 9. Staffel von The Walking Dead

Die 9. Staffel von The Walking Dead wird sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und ist hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket zu sehen. Unsere Besprechungen der einzelnen Folgen gibt es auch als Live-Stream.

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