Sean Bean wird 60: Warum es Game of Thones ohne ihn nie gegeben hätte

Sean Bean in Game of Thrones
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Berichtet am liebsten über Gangsterstreifen und Werke, in denen sich Literatur und Filmkunst vereinen. Weiß, wo Leute hinkommen, die guten Scotch verschwenden.

Seit Sonntag lässt Game of Thrones wieder Fanherzen auf der ganzen Welt höher schlagen. Die Serie ist eine der erfolgreichsten Fanatsyshows aller Zeiten und hat ihre Schauspieler berühmt gemacht. Gerade deswegen nehmen wir uns Zeit, um auf den Geburtstag von Sean Bean hinzuweisen, der heute 60 Jahre alt wird. Denn ohne ihn hätte es die HBO-Erfolgsserie wohl kaum gegeben.

Der Charakterdarsteller aus Nordengland verkörperte in der 1. Staffel den ehrenwerten Familienvater Eddard Stark, dessen schockierender Tod viele Zuschauer an die Show band. Seine Hinrichtung löste die politischen Ereignisse der Serie aus und der Name Ned Stark hat auch heute noch Einfluss auf die Charaktere und ihre Handlungen in Westeros.

Sean Bean wurde von Interviewern mit seiner Serienfigur verglichen - als bodenständig, ruhig, ernst. Ein wenig einzelgängerisch, auch wenn er das selbst bestreitet. Man könnte also aus heutiger Sicht durchaus annehmen, dass Bean die Rolle des Eddard auf den Leib geschrieben wurde.

Doch die Darstellung eines ehrenwerten und ruhigen Charakters entsprach lange so gar nicht dem Rollentypus, mit dem Sean Bean in Verbindung gebracht wurde.

Sean Bean - das ewige Internet-Meme

Sean Bean genießt im Internet vielmehr einen geradezu legendären Ruf als Meme. Hintergrund sind die zahlreichen brutalen Tode, die seine Filmfiguren im Laufe seiner Karriere sterben mussten. Die schiere Anzahl dieser Momente liegt natürlich am Rollentyp, den Bean zum Beginn seines Schaffens primär verkörperte: den des Bösewichts. Ein größerer Kontrast zu Eddard Stark ist kaum vorstellbar.

Als Undercover-Agent Martin Odum in der Serie Legends wurde Bean sogar Mittelpunkt einer Internetkampagne, die dafür warb, seine Figur zur Abwechslung einmal nicht sterben zu lassen.

Seit den 90ern etablierte sich Bean in der Rolle des Fieslings in großen Blockbustern. Ob als irischer Terrorist im Duell mit Harrison Ford in Die Stunde der Patrioten, als egoistischer Söldner Spence in Ronin oder als Gegenspieler von Pierce Brosnan, Alec Trevelyan, in James Bond 007 - GoldenEye, Bean blieb dem Publikum als zwielichtige Gestalt in Erinnerung.

Aus dem Raster fallen seine Darstellungen des cleveren Odysseus in Troja und des Göttervaters Zeus in Percy Jackson - Diebe im Olymp. Diese Verkörperungen können vielmehr als Vorwegnahmen seines prägenden Serienauftritts als Eddard Stark gelten.

Herr der Ringe und Game of Thrones: Sean Beans Verankerung im Fantasy-Genre

Aber natürlich war es eine andere Rolle, die Sean Bean weltberühmt gemacht hat und ihn fest im Kollektivgedächtnis des Fantasygenres verankerte. In der Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson brillierte Bean als Boromir, eine der komplexesten Figuren in J.R.R. Tolkiens Epos.

Schauspielkollegen wie Sean Astin waren beeindruckt, wie facettenreich der privat ruhige Bean den Krieger Boromir und seine Gier nach dem Einen Ring aus dem Nichts heraus darstellen konnte. Die Rolle war wie geschaffen für Bean, der für seinen instinktiven Schauspielstil bekannt ist.

Obwohl Bean nur im ersten Teil Der Herr der Ringe: Die Gefährten einen großen Auftritt hatte, hinterließ seine unvermeidliche Todesszene am Ende des Films Eindruck auf Millionen von Fans. Als Boromir konnte Bean zudem seine erfolgreiche Karriere als Internet-Meme nahtlos fortführen.

Es war nicht zuletzt seine Ausstrahlung als Boromir im Fantasygenre, die ihn für die Rolle des Eddard Stark in Game of Thrones empfahl. Als sich die Serienmacher David Benioff und D.B. Weiss daran setzten, A Song of Ice and Fire zu adaptieren, war dieses Epos nur unter Hardcore-Genrefans bekannt. Sean Bean sollte ihnen helfen, als Aushängeschild der 1. Staffel Zuschauer zu werben.

Aus diesem Grund wurde Sean Bean ebenso wie Peter Dinklage nicht einem Casting-Prozess unterworfen. Von Anfang an stand er als Eddard Stark auf der Wunschliste des Autorenduos, denn ohne seine Beteiligung im Pilotfilm sahen sie im Serienprojekt Game of Thrones keine Erfolgschancen. Ihre Rechnung ist offensichtlich aufgegangen.

Das bekannteste Gesicht der Besetzung dann bereits in der 1. Staffel sterben zu lassen, war ein weiterer genialer Coup, der Zuschauer schockte und an die Show fesselte. Ohne Sean Bean und seine schauspielerische Anziehungskraft wäre die Realisierung und der Erfolg von Game of Thrones daher wahrscheinlich so nicht möglich gewesen.

Bescheidene Anfänge bis hin zum Charakterdarsteller

Dabei hatte der junge Sean Bean eigentlich geplant, Profifußballer zu werden. Einzig eine Beinverletzung hielt ihn von diesem Lebensweg ab. Geboren in moderaten Verhältnissen in der Arbeiterstadt Sheffield mauserte sich Bean trotz seines nordenglischen Dialekts - den er übrigens nie abgelegt hat - vom Käseverkäufer im Betrieb seines Vaters bis hin zum Charakterdarsteller.

So wie Sean Bean heute vor allem als Eddard Stark bekannt ist, so prägte die Figur des Richard Sharpe in der sich über fast 20 Jahre erstreckenden Historienserie Die Scharfschützen sein frühes Schaffen. Obwohl die Rolle förderlich für Beans Schauspielkarriere war, hatte er gerade zu Beginn Angst, ewig auf sie festgelegt zu werden.

Um nicht in ein bestimmtes Raster zu fallen, hat Bean, der zeitweise den Status eines Sexsymbols genoss, im Laufe seiner Karriere neben Filmen und Serien in einer Vielzahl von Projekten mitgewirkt - im Bereich des Fußballs, der Werbung, des Theaters sowie in Musikvideos und Dokumentationen. Auch als Stimme in Videospielen war er aktiv.

Was macht Sean Bean eigentlich im Moment?

Zu Beans großen Erfolgen nach Game of Thrones gehört insbesondere die Märchenverfilmung Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen. Bean war auch in Science Fiction-Filmen wie Der Marsianer - Rettet Mark Watney und Jupiter Ascending zu sehen.

Seine mit 60 Jahren unverminderte Schauspielpräsenz wird der BAFTA-Preisträger sicherlich auch im kommenden Projekt Instruments of Darkness in seiner bekannten Theaterrolle als Macbeth auf die Leinwand übertragen. Dieselbe Präsenz, die es ihm ermöglicht hat, Fangruppen übergreifend für die erfolgreiche Serie Game of Thrones zu werben.

Alle, die im Moment die 8. Staffel Game of Thones genießen, sollten sich also zum Dank für das größte Gesicht der 1. Staffel noch einen Sean Bean-Film gönnen. Wer weiß, möglicherweise schafft es Eddard Stark ja auch noch in die letzte Staffel der HBO-Erfolgsserie, ob als Untoter oder in einer Rückblende.

Dies wäre ein würdiger Anknüpfungspunkt zum Anfang der Show und ein passender Abschluss für das gesamte Epos. Wie auch immer es kommen wird, wir wünschen Sean Bean heute alles Gute zum Geburtstag!

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