Game of Thrones Staffel 8: Folge 1 verspricht großen Konflikt für Jon & Daenerys

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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.

Der Countdown zum Ende läuft. Mit der Episode Winterfell startet Game of Thrones in seine finale, 8. Staffel. Ein neuer, aufwendiger Vorspann, Treffen beliebter Figuren und eine schicksalsträchtige Enthüllung haben die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss im Gepäck. Dabei fehlt es in der 1. Folge am Blockbuster-Spektakel, mit dem uns Staffel 7 in die Pause entlassen hatte.

Stattdessen begrüßt uns Game of Thrones in der finalen Season mit Umarmungen, dem neugierigen Blick eines Drachen und einer schrecklichen Drohung des Night King. Das ist eine Game of Thrones-Folge wie eine Kuscheldecke: Schnell einmummeln, denn der äußerst blutige Winter klopft an die Tür. Und ja, ich habe gerade eine Folge, in der ein Kind bei untotem Leibe verbrennt, als Kuscheldecke bezeichnet. Ach, Game of Thrones, wie schön, dich wiederzusehen.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse der Game of Thrones-Folge:

  • Jon kann auf Drachen reiten!
  • Sansa ist die schlauste Person, der Arya je begegnet ist.
  • Cersei liebt Elefanten. Noch ein Grund, um ins #TeamCersei zu kommen. Ihr seid alle eingeladen.

  • Alle epischen Fakten zur 8. Staffel

Game of Thrones gibt sich in der 8. Staffel der Nostalgie hin

Wer sich über die vielen Treffen in Der Drache und der Wolf (Staffel 7) gefreut hatte, dem wird in Winterfell das Herz aufgehen. Die 1. Episode der 8. Staffel folgt in ihrem Aufbau der acht Jahre alten Pilotfolge Der Winter naht (inklusive Kletter-Tour) und bastelt daraus eine willkommene Nostalgie-Orgie. Damals war der Hof König Robert Baratheons in den Norden gezogen. Sieben Staffeln später steht die Welt auf dem Kopf.

Aus dem Bastard Jon Snow (Kit Harington) ist der Herr des Nordens geworden, der mit seiner Königin Daenerys (Emilia Clarke) einzieht, fast wie ein Fremder. Nicht verändert hat sich nämlich das grummelige Gemüt der Bewohner, die, von Sansa Stark (Sophie Turner) bis Lady Mormont (Bella Ramsey), ihrem neuen formalen Oberhaupt kritisch begegnen.

Zunächst überwiegt in dieser Game of Thrones-Folge die Bewunderung: Riesige Drachen fliegen über die verschneiten Felder Winterfells. Über weite Strecken scheint die Serie dabei vor allem über eines zu staunen: sich selbst.

So viel Zeit ist vergangen, so wild ist die Serie in der Zwischenzeit gewachsen, so viel hat sich verändert. Das lernen Figuren wie Tyrion und Sansa, Arya, der Hound, Gendry und Jon, die sich teils seit der 1. Staffel nicht mehr gesehen haben. Es ist ein riesiges Reunion-Special, das uns da vorgelegt wird, in dem jeder Blickwechsel die Bedeutungsschwere von 68 Episoden in sich trägt.

Diese Folge lässt sich nur als maßlos bezeichnen, wenn wir bedenken, wie schnell das Ende der Serie herannahen wird. Jede Minute zählt in den sechs Episoden, wie Bran Stark a. D. (Isaac Hempstead-Wright) in einem Meta-Moment feststellt. Andererseits hat sich die Serie den Stolz auf diese turbulenten Figurenschicksale verdient. Wir sollten die nostalgische Besinnung auf die geliebten Figuren genießen, bevor Game of Thrones im Blockbuster-Modus auf das Finale zustürmt.

Die Game of Thrones-Folge verspricht Großes für Jon

Eine Figur reißt diese Folge der 8. Staffel trotz des großen Ensembles an sich: Jon Snow. Viel Neues wird abgesehen von dem neuen Ersten Offizier der Drachenmutter ja sowieso nicht erzählt in dem Staffelauftakt.

Daenerys' Drachen Drogon und Rhaegal haben sich an den abgezehrten Ziegen des Nordens den feurigen Magen verdorben. Vielleicht leiden sie auch an Heimweh. Das eröffnet jedenfalls eine Gelegenheit für Jon und Daenerys, die ihrer heimlichen Liebschaft im Schnee nachgehen (Hochzeitsplaner Davos ist ihnen längst voraus). Daenerys besiegelt ihr Vertrauen zu Jon, in dem sie ihn auf Rhaegal reiten lässt, wohl einer der am meisten erwarteten Momente unter Fans.

Selten spielte Kit Harington so lebendig auf wie in dieser Sequenz. Harington wurde von den Autoren lange Zeit zum Brüten verdammt, als wäre das die einzige Beschäftigung eines Helden wider Willen. Gelegentlich wurde dabei das Ungelenke seines sympathischen Heldentums erkundet, die Scheu, sich auf den Rücken eines Drachen zu schwingen.

Seit Ygritte durften wir ihn nicht mehr so unsicher sehen. Man stelle Jon eine souveräne Frau an die Seite und seine Figur blüht dank der Gegensätze auf.

Jon erfährt endlich das große Geheimnis über seine Herkunft

Jon beweist sich in dieser Folge als das Gegenbild des arroganten Euron (Pilou Asbæk), der von Cersei in einem kurzen Ausflug nach Königsmund als "arrogantester Mann", dem sie "je begegnet" sei, bezeichnet wird (für den Seemann ein Kompliment).

GoT-Snacks für Zwischendurch:

  • Tyrion: "Last time we spoke was at Joffrey's wedding, miserable affair." Sansa: "Had its moments."
  • Jon sieht Arya mit Needle: "Have you ever used it?" (Wenn er wüsste ...)
  • "Nothing lasts." (Varys)
  • "You've completely ruined horses for me." (Jons Version von "This is awesome!!!")
  • Was genau der neue Vorspann bedeutet, haben wir schon an anderer Stelle erklärt.

Vor den Gefolgsleuten muss Jon seine inoffizielle Abdankung als König des Nordens verteidigen, während Samwell Tarly (John Bradley) von Autor Dave Hill mehr oder weniger dazu genötigt wird, Jon den Gedanken seines Thronanspruchs ins Hirn zu pflanzen. Das geschieht durchaus clever, in dem Sam von der Hinrichtung seines Vaters (verkraftbar) und Bruders (niederschmetternd) durch Daenerys erfährt.

Es muss einiges aufgefahren werden, um den gutmütigen Sam in diese Position zu drängen. Der schnörkellosen Darstellung von John Bradley sei Dank, kaufen wir ihm diese Wandlung ab. So erfährt Jon vor der Statue seines Ziehvaters Ned Stark von seiner Herkunft als Sohn von Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen. Am Ende der GoT-Folge steht Jons Brütalarm auf Stufe 1.

Game of Thrones liebt wenig so sehr wie sich selbst

Ein Wunder, dass die Autoren sich nicht zu einem "You know nothing" haben hinreißen lassen. Einige Szenen der Game of Thrones-Folge scheinen für die Fans und vor allem die Memefizierung gedreht worden zu sein. Hier denkt die Serie im Prinzip über sich selbst und ihre Vermarktung nach. Die Spielberg-Gesichter, die im Auftakt den erhabenen Drachen begegnen, blicken auch auf diese Serien-Rückkehr.

Cerseis Sehnsucht nach den Elefanten der Goldenen Kompanie wurde quasi für Twitter geschrieben. Es bleibt ein Unterschied, ob eine Figur aus sich selbst heraus amüsant ist (wie etwa Qyburn mit der Pocken-Kranken) oder zum Amüsement der Zuschauer zurechtgebogen wird. Da wären zudem die vielen unangenehmen Begegnungen mit Ex-Bran. Seine leere Mine verleiht dem Kuleschow-Effekt eine ganz neue Bedeutung.

Schon in der letzten Staffel mutierten diese Szenen zum Meme und über deren Nutzen hinaus liefern die Autoren in erster Linie dem Internet neues Futter. Unersetzliches Futter im Peak-TV, in dem so viele Serien um unsere Aufmerksamkeit kämpfen wie Untote auf Winterfells Mauern zumarschieren.

Überzeugender wirkt diese Folge, wenn sich die Macher auf den harten GoT-Kern besinnen, wenn Raben-Bran nämlich die Parallelen zur Pilotfolge von Game of Thrones vollendet. Da wartet er auf "einen alten Freund". Zum ersten Mal seit der Geburtsstunde von Game of Thrones trifft Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) auf das Opfer seines Fenstersturzes, auf seine personifizierte Schuld.

Wenn der Night King Kinder an die Wand nagelt, vermag das kaum noch zu schockieren. Jaime aber haben wir ins Herz geschlossen. So viel Zeit ist in der Tat vergangen.


Zitat der Folge: "I used to think you were the cleverest man alive." (Sansa vernichtend zu Tyrion, dessen Beratertätigkeit gerade einem Autounfall in Zeitlupe gleicht)

Der Video-Recap zu Folge 1 der 8. Staffel von Game of Thrones:

Die finale Staffel Game of Thrones könnt ihr jetzt mit Sky Ticket parallel zur US-Ausstrahlung streamen. Die Staffeln 1-7 sind dort ebenfalls verfügbar. Einfach monatlich kündbar – jetzt hier testen!

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