Netflix zeigt in neuer Serie eine der faszinierendsten Fantasy-Welten überhaupt – doch die wird viele überfordern

Dragon Age: AbsolutionNetflix
09.12.2022 - 10:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Mit Dragon Age: Absolution startet jetzt die nächste Serie auf Basis eines Videospiels bei Netflix. Wer die Dragon Age-Games nicht kennt, wird es mit der komplexen Fantasy-Welt allerdings schwer haben.

Erst League of Legends (Arcane), dann DOTA: Dragon's Blood, jetzt Dragon Age: Serienadaptionen von Gaming-Franchises sind im Trend und Netflix hat in den letzten Jahren ordentlich zugeschlagen. Mit Dragon Age: Absolution läuft ab dem 9. Dezember 2022 eine Animationsserie beim Streaming-Riesen, die sich einer der gefeiertsten Rollenspielreihen überhaupt widmet.

Absolution spart nicht mit Blut und Gewalt und ist deswegen erst ab 16 Jahren freigegeben. Doch lohnt sich die Serie auch für Dragon Age-Einsteiger, die die Videospiele von BioWare nicht kennen? Kommt drauf an.

Elfen, Drachen und Blutmagie: Darum geht's in Dragon Age Absolution

Miriam (Originalstimme: Kimberly Brooks) ist eine kampferprobte Söldnerin. Trotzdem bringt ein neuer Auftrag die Elfe mit den zwei Klingen aus dem Gleichgewicht. Denn ihre Ex-Freundin Hira (Sumalee Montano) und der charismatische Schurke Fairbanks (Matthew Mercer) wollen sie anheuern, um ein mächtiges Schmuckstück zu stehlen, das Tote wiederauferstehen lässt.

Seht hier den langen Trailer zu Dragon Age: Absolution

Dragon Age Absolution - S01 Trailer (English) HD
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Das Problem: Das Schmuckstück befindet sich in den Händen eines der mächtigsten Magier im Tevinter Imperium, Rezaren (Josh Keaton), in dessen Familie Miriam als Sklavin aufgewachsen ist. Zusammen mit ihrem treuen Mitstreiter Roland (Phil LaMarr), dem grummeligen Zwerg Lacklon (Keston John) und der chaotischen Qunari-Magierin Qwydion (Ashly Burch) entwickelt die Elfe einen Plan, bei dem sie zwar ihr Leben aufs Spiel setzt, aber endlich auch mit ihrer Vergangenheit abschließen könnte. Doch ein wütender Drache ist noch das kleinste Problem, das sich der ungleichen Gruppe in den Weg stellt.

Dragon Age: Absolution verbindet hier eine klassische Heist-Geschichte mit Fragen nach sozialer Gerechtigkeit und Trauerbewältigung. Dazu gibt es jede Menge Action und eine unterhaltsame Gruppendynamik, die an The Legend of Vox Machina erinnert. Alles in allem also eine solide Fantasy-Serie, die sich mit 6 Folgen mit jeweils um die 30 Minuten schnell weggucken lässt – oder?

Die Netflix-Serie zeigt Einblicke in eine atemberaubende Fantasy-Welt – ist aber nichts für Dragon Age-Neulinge

Von links nach rechts: Fairbanks, Roland, Lacklon und Qwydion

Für Dragon Age-Neulinge ist die Serie im besten Fall ein erstes Hineinschnuppern in eine faszinierende Welt, deren Gesetze man noch nicht so richtig versteht. Im schlechtesten Fall verlieren Zuschauende in Anbetracht verwirrender Begriffe oder fehlendem Verständnis dafür, welche Fraktionen und Orte hier Easter Egg mäßig aufgerufen werden, schnell das Interesse.

Was bedeutet es, dass Qwydion eine Qunari ist? Wer sind die Inquisition und der "Herold Andrastes"? Warum verwandelt sich der Dämon plötzlich in eine andere Art von Dämon und was hat das alles mit Blutmagie zu tun? Wer die Spiele kennt, weiß das. Der Rest ist gnadenlos aufgeschmissen oder muss regelmäßig Google-Pausen einlegen.

Tatsächlich wirkt Dragon Age: Absolution mit seinen augenzwinkernden Verweisen auf Figuren, Orte und Geschehnisse aus den Spielen vor allem wie ein serieller Leckerbissen für Fans, die das nächste Spiel der Reihe kaum noch erwarten können. Das heißt Dragon Age: Dreadwolf  und spielt, Überraschung, ebenfalls in Tevinter. Die Serie könnte mit ihrem Fokus auf Blutmagie und Sklaventum im magierkontrollierten Imperium also einen ersten Ausblick auf Themen geben, die im vierten Dragon Age-Spiel relevant werden.

Das macht Dragon Age: Absolution sicherlich für viele spannend. Netflix verpasst hier allerdings die Chance, mehr mit dieser riesigen und unfassbar vielschichtigen Fantasy-Welt anzufangen. Die ist nämlich nicht nur für Gaming-Begeisterte interessant.

Mehr Gaming-Adaptionen im Podcast: Ist The Last of Us schon jetzt die beste Horror-Serie 2023?

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