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Jung und talentiert, Nachwuchsregisseure unter der Lupe

Eine neue Garde

Eine neue Garde
© Patrick Kracke
Eine neue Garde


Übersicht:

Ganze 17 Regisseure habe ich endgültig in meine Liste aufgenommen, diese teilen sich auf in 14 Männer und 3 Frauen. Dies ist natürlich eine Aufteilung die so nicht zufriedenstellend sein kann, jedoch ist dies keine Text über die Unausgeglichenheit der weiblichen Besetzungen im Filmbusiness und dazu gibt es natürlich noch einige tolle Regisseurinnen, die aber leider nicht hier reinpassen.

Auch die Ausgangslagen der Filmemacher sind äusserst unterschiedlich, so hat der Eine schon mehrere "große" Produktionen und Awards aufzuweisen und ein/e Andere/r gerade mal ein vielbeachtetes Debüt geliefert. Oder der eine vielleicht schon den Höhepunkt seines Schaffens erreicht und ein Anderer noch viel Luft nach oben, verbunden mit hohem Potenzial.

Unter den 17 Regisseuren sind acht US-Amerikaner/innen, drei Briten und jeweils ein Deutscher, Italiener, Spanier, Chilene, Südkoreaner und eine Französin.


Jeff Nichols (38)


Als einer der führenden, jungen Autorenfilmer aus den USA konnte Jeff Nichols mich bereits mit Take Shelter - Ein Sturm zieht auf und Mud - Kein Ausweg überzeugen. Er konnte durch seine behagliche Bildsprache und seine stilsicheren Inszenierungen bisher immer punkten und hat auch noch durchaus was zu erzählen in seinen Filmen. Im Moment sehe ich keine Anzeichen dafür das er irgendwie abbaut und wer Michael Shannon in seinem Stammcast hat, ist eh über jeden Zweifel erhaben.

Nächster Film: Loving - startet am 15.06.2017


Barry Jenkins (37)


Dieser junge Mann hat immerhin, mit Moonlight, den besten Film des Jahres 2016 gedreht und geschrieben, das ist Grund genug ihn hier aufzunehmen. Auch wenn natürlich die Gefahr besteht, dass es sich hier um eine Eintagsfliege handeln könnte, da ich seinen Erstling nicht kenne und es relativ schwierig ist an den ranzukommen, so recht vorstellen kann ich mir das jedoch nicht.

Nächster Film: A Contract with God - 2019


Cary Fukunaga (39)


Fukunaga ist einer der vielversprechendsten Filmregisseure überhaupt. Er hat mit Jane Eyre ein blitzsaubere Literaturverfilmung und mit Beasts of No Nation einen der besten (Anti-)Kriegsfilme der letzten Jahre hingelegt. Dazu kommt noch, dass er auch im Bereich Serien ganz Großes vorzuweisen hat - True Detective. Ein Regisseur der großen Wert auf die Kraft der Bilder legt und sich bisher durch eine starke Themenvielfalt auszeichnet.

Da er wohl nicht der umgänglichste Filmemacher sein soll und schon "das schwarze Schaf" Hollywoods ist, macht es natürlich nicht leichter. Jedoch sollte sich sein Talent durchsetzen und ein gesunder Abstand zum System "Hollywood" ist mit Sicherheit nicht das schlechteste.

Nächster Film: The Black Count - 2018


Damien Chazelle (32)


Da muss man wohl nicht mehr viel sagen, oder? Chazelle hat bisher drei Spielfilme gedreht, zwei von denen waren für insgesamt neunzehn!! Oscars nominiert, neun Trophäen haben die Filme eingeheimst, zwei gingen direkt an Chazelle. Damit ist er der jüngste Regisseur aller Zeiten, der für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Punkt.

Ich hoffe nur, dass er auch außerhalb des Mikrokosmos Jazz-/Musikfilm seine ganze Klasse zeigen und somit ein wenig mehr Vielfalt einbringen kann. Dass wird man dann wohl 2018 sehen, denn dann steht das Neil Armstrong Biopic First Man an und damit die erste Auftragsarbeit Chazelles.

Nächster Film: First Man - 11.10.2018


J.C. Chandor (46)


Es gibt nur wenig zu erfahren über Jeffrey C. Chandor, als ehemaliger Filmstudent hat er zuerst in der Werbebranche gearbeitet um dann schließlich mit seinem Debütfilm Der große Crash - Margin Call, einfach mal für den Goldenen Bären nominiert zu werden. Seine Stärke als Filmemacher liegt darin, dass er sich sehr genau in die dargestellten Milieus einarbeiten kann und die jeweilige Epoche und deren gesellschaftliche Thematiken, wie auch die jeweiligen Umgebungen fein herausarbeitet und innerhalb dessen einfach gute Geschichten erzählt. Dies hat er mit Margin Call, wie auch mit A Most Violent Year bewiesen.

Das sein neuer Film, Triple Frontier nach Jahren der Produktionshölle, nun einige Wochen vor Drehstart seine Hauptdarsteller und seinen Verleiher (Paramount) verlor macht es nicht besser. Angeblich wird dieser nun bei Netflix unterkommen, samt neuer Darstellerriege. Was dann wohl bedeutet, dass sich der Drehstart und auch Kinostart erheblich verzögern könnten.

Nächster Film: Triple Frontier - 2019?


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