Community
Rauchende Colts

Die Top 7 der hartnäckigsten Westernklischees

18.01.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
23
15
Clint Eastwood vor dem entscheidenden Duell in Zwei Glorreiche Halunken
© MGM
Clint Eastwood vor dem entscheidenden Duell in Zwei Glorreiche Halunken
Django reitet wieder über unsere Leinwände. Zitierkönig Quentin Tarantino wirft erneut einen Blick in die Filmgeschichte und huldigt seinen Idolen. Wir schließen uns an und präsentieren euch die Top 7 der hartnäckigsten Westernklischees.

In Django Unchained belebt Quentin Tarantino im Kino das Westerngenre und wir haben eine genaue Vorstellung davon, was auf der Leinwand auf keinen Fall fehlen darf. Denn der Western funktioniert nach klaren Regeln. In unverfälschter Pracht sind sie in den Hollywoodklassikern von John Ford und anderen Großmeistern vergangener Tage genau so zu finden wie überzeichnet und parodiert in Italowestern wie eben Django. Neben den Vorgaben von Ort und Zeit lebt der Western von archetypischen Figuren und Konstellationen. Auch wenn seit den 1960er Jahren der Spätwestern Einzug hält und Regisseure wie Sam Peckinpah in The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz oder Clint Eastwood Jahrzehnte später in Erbarmungslos damit beschäftigt sind, die Mythen des Western zu dekonstruieren, so arbeiten auch sie sich in ihren Abgesängen an den üblichen Klischees ab, da die alten Leitmotive in ihrer Umkehrung natürlich immer noch vorhanden sind. Daher präsentieren wir euch heute unsere Top 7 der hartnäckigsten Westernklischees.

Platz 7: Der Ritt durch die Prärie
Western sind nunmal keine Kammerspiele und so sind die Weiten der amerikanischen Prärie ein elementarer Bestandteil der Wildwest-Romantik. Schließlich erzählen die Heldenepen des alten Hollywood von der Erschließung des neuen Landes und der Besiedlung des Westens durch redliche Cowboys und fromme Farmer. Die Prärie ist die unverzichtbare Kulisse für berittene Verfolgungsjagden, Zusammenstöße zwischen Siedlern und Ureinwohnern oder Postkutschenüberfälle. Rinderherden werden durch die Prärie getrieben und ganze Kolonnen an Planwagen rollen in Richtung gelobtes Land. Auch der Revolverheld muss meist eine längere Reise durch endlos wirkende Landschaften überstehen, bevor er sich seinem Gegner im Duell stellen kann oder eine Westernstadt findet, die ihn zu einem weiteren Klischee, dem Saloon, führt.

Platz 6: Das Pferd als treuer Begleiter des Cowboys
Ob Ur-Cowboy John Wayne oder seine unehelichen Söhne aus Italien, niemand schlendert durch das weite Land zu Fuß. Das edle Ross ist der treue Begleiter des Westernhelden und seines Antagonisten. Wo die Umgangsformen unter den menschlichen Präriebewohnern meist zu Wünschen übrig lassen, kümmert sich auch der fieseste Schurke um seinen tierischen Untersatz. Selbst eher wasserscheu und ungepflegt, ist dem stereotypen Revolverhelden das Wohl seines Rosses heilig, selbst wenn es wie in Für eine Handvoll Dollar nur ein Esel ist. Terence Hill teilt mit seinem tierischen Kumpanen in Vier Fäuste für ein Halleluja nicht nur seine blauen Bohnen, sondern isst mit dem Vierbeiner auch aus einer Pfanne. Echte Liebe gibt es eben nur zwischen Mann und Gaul.

Platz 5: Der gefährliche Indianer
In voller Kriegsbemalung lauern meist ganze Horden von Indianern hinter Felsen oder Gemäuern und überfallen die zivilisierten Cowboys auf der Durchreise. So ist das politisch weniger korrekte Bild der amerikanischen Ureinwohner in vielen frühen Filmen fest verankert und kritische Beiträge zum Genre wie Die letzte Jagd von 1956 waren zu ihrer Zeit eine Seltenheit. Erst später wurde das Klischee des bemalten Wilden in Spätwestern wie Der mit dem Wolf tanzt von und mit Kevin Costner endgültig revidiert. Deutsche Kinogänger älteren Semesters erinnern sich sicher dennoch gern an die Abenteuer von Winnetou.

Platz 4: Der Kopfgeldjäger
Ein beliebter Beruf aus damaligen Tagen ist zweifelsohne der des Kopfgeldjägers. Vom Sheriff gesuchte Revolverhelden werden mittels Steckbrief zum Abschuss durch andere Pistoleros freigegeben und haben Pech, wenn die Plakate mit dem Zusatz tot oder lebendig versehen sind. In diesen Fällen erledigen die Menschenjäger ihre Opfer oft gleich beim ersten Aufeinandertreffen. Ein besonders fieses Exemplar eines Kopfgeldjägers ist Loco alias Klaus Kinski, der im legendären Schneewestern Leichen pflastern seinen Weg keinerlei Spuren von Erbarmen oder Skrupel kennt und seine Opfer mit regelrechtem Vergnügen tötet.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News