Tomb Raider - Was uns der Trailer über das Reboot verrät

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© Warner Bros.
Alicia Vikander als Lara Croft im ersten Trailer zum Tomb Raider-Reboot
20.09.2017 - 13:00 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Nach langem Hin und Her wurde vor wenigen Stunden endlich der erste Trailer zum Tomb Raider-Reboot mit Alicia Vikander als Lara Croft veröffentlicht. Wir haben uns die ersten bewegten Bilder näher angeschaut - besonders im Vergleich zu den Videospielen.

Vor wenigen Stunden veröffentlichte Warner Bros. den ersten Trailer zu Tomb Raider, dem Reboot der gleichnamigen Videospielreihe, die bereits mit Angelina Jolie in den 2000er Jahren zwei Mal auf der großen Leinwand vertreten war. Nun folgt die nächste Iteration von Grabräuberin Lara Croft, dieses Mal verkörpert von niemand Geringerem als Oscargewinnerin Alicia Vikander. Als Vorlage für den neuen Tomb Raider-Film dienen vor allem die letzten zwei Videospiele, Tomb Raider (2013) und Rise of the Tomb Raider (2015), die einen Neustart der Reihe darstellen. Es soll sich um eine Adaption handeln, die sowohl vertraute Motive des Ausgangsstoffs übernimmt und die Geschichte mit einem eigenen Update versieht. Doch was erzählt uns der erste Trailer über das Reboot?

Eine Origin-Story mit vertrauten Elementen

Wir lernen Lara Croft (Alicia Vikander) als junge Frau kennen, die als Fahrradkurierin die Straßen von East London unsicher macht, als würde sie sich heimlich für ein Premium Rush-Sequel bewerben. Lara ist 21 Jahre alt, vernachlässigt fahrlässig ihr Studium und weigert sich, den Konzern ihres Vaters zu übernehmen. Ausschlaggebend dafür ist der Umstand, dass dieser vor sieben Jahren spurlos verschwunden ist. An seinen Tod will Lara trotzdem nicht glauben, im Gegenteil: Während alle Welt davon ausgeht, dass Lord Richard Croft (Dominic West), seines Zeichens ein exzentrischer Abenteurer, nicht mehr unter den Lebenden weilt, macht sich Lara auf die Suche nach ihm. Wenngleich es das Letzte ist, was dieser gewollt hätte.

Von der Fahrradkurierin zur Grabräuberin

Tomb Raider entpuppt sich also schon auf den ersten Blick als klassische Origin-Story, die vorherige Abenteuer vergessen lässt und eine eigene Geschichte entwickelt. So begibt sich Lara im weiteren Verlauf der Handlung an jenen Ort, an dem ihr Vater das letzte Mal gesehen wurde. Sie steuert ein legendenumwobenes Grabmal auf einer mythischen Insel an, die sich irgendwo im Nirgendwo vor der japanischen Küste befindet. Dorthin gelangt sie dank der Unterstützung von Kapitän Lu Ren (Daniel Wu). Schon bald muss sie allerdings feststellen, dass sie nicht alleine bei der Suche nach ihrem Vater ist. Auch der zwielichtige Mathias Vogel (Walton Goggins) treibt auf besagter Insel sein Unwesen und scheint in Verbindung mit der geheimnisvollen Organisation Trinity zu stehen.

Zwischen Hommage und Nachahmung der Videospielvorlage

Wer das Tomb Raider aus dem Jahr 2013 gespielt hat, wird nach dem kurzen Handlungsabriss des Reboots einige Elemente wiedererkennen. Am auffälligsten dürfte abseits der Protagonistin und ihrer Hintergrundgeschichte der bereits erwähnte Antagonist sein. Dieser hat schon im Videospiel für einigen Trubel gesorgt hat, wo er auch als Autor der Diaries of a Madman bekannt ist. Dabei handelt es sich um ein Tagebuch, das dem Spieler nach und nach Hintergründe über die vonstattengehenden Ereignisse preisgibt. Fraglich ist natürlich, wie exakt die Interpretation des ursprünglichen Materials im fertigen Film ausfällt. Ausgehend vom Trailer lässt sich zumindest behaupten, dass sich Drehbuchautorin Geneva Robertson-Dworet, die momentan auch an den Comic-Adaptionen Gotham City Sirens und Captain Marvel arbeitet, deutlich von der Vorlage hat inspirieren lassen.

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Gleiches gilt auch für Regisseur Roar Uthaug. Nachdem er mit seinem Action-Drama The Wave - Die Todeswelle vor zwei Jahren für Aufmerksamkeit sorgen konnte und darüber hinaus als kreativer Kopf hinter dem Survival-Thriller Cold Prey - Eiskalter Tod bekannt ist, verschreibt er sich nun ganz den ikonischen Bewegungen des Videospiels. Ganze Set Pieces gleichen vorherigen Tomb Raider-Abenteuern und auch die Inszenierung der Hauptfigur könnte glatt aus einer Cut-Scene entnommen sein. Lara Croft springt, klettert und atmet, als würde der Regisseur angestrengt die X-Taste bemühen, um endlich die Spitze des Berges zu erreichen. Besonders die Keuch-Laute hinterlassen im Trailer einen weirden Eindruck, da entsprechende Geräusche für gewöhnlich eher mit der Soundkulisse verschmelzen, anstatt aus ihr herauszustechen. Gleichzeitig beweist der Trailer, dass Tomb Raider großen Wert auf spektakuläre Highlight-Momente legt.

Eine Badass-Heldin in einem Badass-B-Movie

Als wäre die Eröffnungssequenz von Jäger des verlorenen Schatzes mit maximaler Action multipliziert worden, rennt Lara Croft in Zeitlupe durch tödliche Fallen und hechtet über den Abgrund. Wie es zuletzt Justin Kurzel in seiner Assassin's Creed-Verfilmung getan hat, imitiert Roar Uthaug hier offensichtlich klassische Bewegungsabläufe in Videospiel-Ästhetik. Das war von einem Tomb Raider-Film durchaus zu erwarten. Dennoch bleibt es spannend, ob diese coolen Sequenzen auch über den Trailer hinaus ihre Dynamik bewahren und begeistern können. Zuversichtlich stimmt zumindest das zusätzlich von Warner Bros. ins Internet entlassene Featurette, das einen Blick hinter die Kulissen wirft und aufwendige Action-Szenen zwischen echten Stunts und Green-Screen-Wänden zeigt.

Tomb Raider - Featruette Bekoming Lara Croft (English) HD
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Das Hauptaugenmerk von Tomb Raider liegt zweifelsohne auf der Kulisse und wie sich Lara Croft durch diese bewegt. Dazu gewährt der Trailer einen ersten Einblick in die Rätsel, die in den Videospielen ebenfalls eine tragende Rolle einnehmen und gelöst werden müssen, um weiterzukommen. Auch Alicia Vikander greift nicht nur auf ein bemerkenswertes Waffenarsenal zurück, sondern dreht an Rädern und anderweitigen Mechanismen, um sich ihren Weg durch unterirdische Labyrinthe zu bahnen. Bisweilen wirkt Tomb Raider dabei wie ein B-Movie im Blockbuster-Gewand, was per se nichts Schlechtes ist. Die Dredd-Verfilmung mit Karl Urban zehrte beispielsweise extrem von ihrer aufs Wesentliche beschränkten Aufmachen, die geradlinig von einem Stockwerk ins nächste führte, sprich: von Level zu Level. Das könnte Tomb Raider auch gelingen.

Kann Tomb Raider den Fluch der Videospielverfilmungen brechen?

Mit jeder neuen Videospielverfilmung kommt diese Frage auf. Beantwortet konnte sie bisher allerdings nicht werden. Insbesondere das letzte Jahr erwies sich trotz guter Vorzeichen als herbe Niederlage. Weder Warcraft noch der angesprochene Assassin's Creed konnten flächendeckend überzeugen. Tomb Raider ist der nächste High-Profile-Film dieser Sorte und für Warner Bros. darüber hinaus die Chance, endlich ein neues Franchise zu starten, nachdem kostspielige Blockbustern wie Legend of Tarzan und King Arthur: Legend of the Sword in dieser Disziplin versagten. Immerhin deutet die letzte Szene des Trailers ein potentielles Tomb Raider-Sequel an, wenn Alicia Vikanders Lara Croft von Nick Frost zwei universale Selbstladepistolen entgegennimmt, wie sie bereits Angelina Jolies Inkarnation der Figur begleiteten und die Origin-Story der neuen Lara Croft beenden.

"I'll take two."

Was ist euer Eindruck nach dem ersten Trailer zum Tomb Raider-Reboot?

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