The Mandalorian Folge 6: Selten war die Star Wars-Welt so verdorben

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Star Wars: The Mandalorian
18.04.2020 - 10:35 UhrVor 6 Monaten aktualisiert
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The Mandalorian macht einen weiteren Abstecher in die dreckige, verdorbene Unterwelt des Sternenkriegs. In der 6. Folge der 1. Staffel findet sich der Mandalorianer auf einem Gefängnisschiff wieder.

Nach dem enttäuschenden Tatooine-Ausflug liefert The Mandalorian diese Woche eine der unterhaltsamsten und spannendsten Folgen der gesamten Staffel ab. Wieder haben wir es mit einem eigenständigen Kapitel zu tun, das in bündigen 40 Minuten erzählt wird. Im Gegensatz zu Der Revolverheld steht am Ende von Der Gefangene aber eine kleine Star Wars-Geschichte, die großartig von ihren Möglichkeiten Gebrauch macht.

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Die 6. Folge der 1. Staffel entführt auf ein Gefängnisschiff der neuen Republik. Über das Gros der Laufzeit müssen wir uns folglich von den atemberaubenden Totalen und eindrucksvollen Oberflächen fremder Planeten verabschieden. Stattdessen bewegen wir uns auf engstem Raum. Das passt perfekt ins Konzept der Episode, denn Pedro Pascals Mandalorianer manövriert sich durch ein Labyrinth aus Unterweltgestalten.

Drei Beobachtungen zu Folge 6 von The Mandalorian

  • Die neuste Episode von The Mandalorian suhlt sich förmlich im Abschaum der Galaxis. Die neuen Figuren sind im Grunde alle furchtbar und unausstehlich.
  • Das hat auch zur Folge, dass wir eher wenig von Baby Yoda zu Gesicht bekommen. Vorsorglich haben wir deshalb für euch viele putzige Bilder gesammelt.
  • Rick Famuyiwa kehrt nach dem zweiten Kapitel als Regisseur zurück. Gemeinsam mit Thor 3-Autor Christopher Yost hat er zudem das Drehbuch geschrieben.
The Mandalorian

Die Flucht ist immer noch der entscheidende Antrieb der 1. Staffel von The Mandalorian. Seitdem der Kopfgeldjäger im dritten Kapitel mit der Gilde gebrochen hat, sucht er einen sicheren Flecken, auf dem er sich mit Baby Yoda verstecken kann. Bisher hatte er dabei wenig Erfolg - so wenig, dass er das zwielichtige Angebot eines alten Weggefährten annehmen muss, namentlich Ranzar Malk (Mark Boone Junior).

Der Mandalorianer wird in Kapitel 6 belogen und betrogen

Dieser stellt ein Team aus Söldnern zusammen, um einen Häftling von einem Gefängnisschiff zu befreien. Was sich auf den ersten Blick nach einer klaren Mission anhört, wird von Minute zu Minute komplizierter, besonders als der Mando die Bekanntschaft mit seinen neuen Crew-Mitgliedern macht, die ihm alles andere als freundlich gesinnt sind und es eigentlich nur auf sein Schiff abgesehen haben.

Die Razor Crest erweist sich als überaus nützliches Gefährt, da sie auf keinem Radar auftaucht und somit den Zugang zu jenem gut bewachten Gefängnisschiff ermöglicht, auf dem sich abseits der Gefangenen angeblich nur Droiden befinden. Schlussendlich ist aber auch ein Soldat der neuen Republik (Matt Lanter) an Bord und sorgt allein mit seiner Präsenz dafür, dass die Spannungen innerhalb der Gruppe fast eskalieren.

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Mayfeld (Bill Burr) macht erst gar keinen Hehl aus seiner abschätzigen Haltung gegenüber dem Mandalorianer, während der Devaroianer Burg (Clancy Brown) sowieso am liebsten alles in seiner Umgebung kleinhacken würde. Mit dem Droiden Zero (Richard Ayoade), der das Steuer der Razor Crest übernimmt, kommt wiederum der Mando nicht klar. Und dann wäre da noch die unberechenbare Xi'an (Natalia Tena).

Ein Twi'lek macht dem Mandalorianer zu schaffen

Ein Twi'lek, der sich wie ein Harley Quinn durchs Star Wars-Universum bewegt und mit dem Mandalorianer eine unglückliche Vergangenheit teilt: Diese Kombination geht nicht lange gut, vor allem dann, wenn Xi'ans Bruder Qin (Ismael Cruz Cordova) auf den Plan tritt. Er ist der Gefangene, der befreit werden soll. Nach getaner Arbeit wartet auch schon der Verrat hinter der nächsten Ecke - in dieser Episode geht es wirklich rund.


Regisseur Rick Famuyiwa, der bereits im Zuge seiner Jawa-Odyssee das Star Wars-Universum zu seinem persönlichen Abenteuerspielplatz erklärte, tobt sich zusammen mit Autor Christopher Yost nach Herzenslust in den zuerst klinisch weißen und später glühend roten Korridoren des Gefängnisschiffs aus. Ein großer Reiz der Folge ist es, zu beobachten, wie all diese gewissenlosen Figuren auf den nach wie vor schweigsamen Mando treffen.

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Mehr und mehr realisiert er unter dem Helm das Übel, das er in Kauf nehmen muss, um in dieser unerbittlichen Welt zu überleben. Da wir von seiner Mimik nichts mitkriegen, bleibt uns erneut seines Gestik und Körperhaltung zur Interpretation. Aufschlussreich ist ebenso der Kontrast zu den anderen Figuren, wenngleich Rick Famuyiwa nur die Oberfläche ihrer Abgründe ankratzt.

The Mandalorian als fieser Weltraumhorror à la Alien

In letzter Konsequenz steht die fiese Truppe eher wie ein Haufen Trottel da, obwohl die einzelnen Mitglieder zwischenzeitlich deutlich ruchloser und bedrohlicher wirkten. Das wäre der Feinschliff gewesen. Im Großen und Ganzen funktioniert die Dynamik dennoch ausgesprochen gut, gerade dann, wenn es im letzten Drittel der Folge zum tödlichen Versteckspiel in den Gängen des Gefängnisschiffs kommt.

Einfallsreich und geschickt setzt Rick Famuyiwa die kleinen Verfolgungen im flackernden Licht in Szene, steigert dadurch die Spannung und holt alles aus der Kulisse heraus, die entgegen ihrer räumlichen Begrenzung reichlich Möglichkeiten und Orte zum Versteckspiel schafft. In seinen besten Momenten erinnert The Mandalorian an den phänomenalen Showdown von Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt.

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Dieser Science-Fiction-Horror-Einschlag ist durchaus eine willkommene Abwechslung nach all den Western- und Samurai-Elementen. In den letzten Minuten wird dann sogar Baby Yoda Teil aller schlimmen Befürchtungen, als es für eine Sekunde so aussieht, als hätte er sein Gegenüber zerfetzt. Doch Entwarnung: Der Kleine bleibt unschuldig. Stattdessen beweist Rick Famuyiwa einmal mehr sein inszenatorisches Können.

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In der ersten Mini-Ausgabe unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - geben wir einen kurzen Einblick in die erste Star Wars-Realserie.

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