Lange vor Netflix: Die erste The Witcher-Serie sieht grauenhaft aus

02.01.2020 - 17:00 Uhr
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Henry Cavill in The WitcherAbspielen
© Netflix
Henry Cavill in The Witcher
Bei all dem Social Media-Gewitter rund um Netflix' The Witcher könnte man glatt meinen, die Adaption sei die erste ihrer Art. Ist sie aber gar nicht.

Für manche Fans wird Geralt von Riva stets den Vorstellungen entsprechen, die sich nach den Romanen von Andrzej Sapkowski gebildet hat. Für andere ist er der Videospielcharakter mit der Stimme von Doug Cockle oder Markus Pfeiffer. Und für viele neue Zuschauer ist seit dem Start von The Witcher nun Henry Cavill der einzig wahre Geralt.

Doch noch vor den Spielen und der heiß diskutierten Netflix-Adaption gab es bereits eine - sehr spezielle - Serie zum Hexer.

In Der Hexer trifft Ritter der Kokosnuss auf Dungeons and Dragons

Vor fast zwanzig Jahren erschien eine polnische Serienumsetzung der Bücher mit dem Titel Wiedzmin, was in andere Sprachen mit Der Hexer bzw. The Hexer übersetzt wurde. Diese 13-teilige Adaption entstand unter der Regie von Marek Brodzki, mit Michal Zebrowski als Geralt und Grazyna Wolszczak als Yennefer.

Michal Zebrowski in Der Hexer.

Ursprünglich hatte Brodzki seinen Hexer als Film veröffentlicht, der aber von den Kritikern zerrissen wurde (via IGN ). 2002 wurde das Ganze dann als Serie ausgestrahlt, in der zwar wohl mehr Zeit für eine sinnvolle Handlung blieb, die aber auch nie erfolgreich wurde. Wer sich die in Gänze auf YouTube  verfügbare Filmversion ansieht, erkennt schnell, warum: Der Hexer ist ziemlich fürchterlich.

Wenn wir einmal über Geralts blondierte Haare und den seltsamen dunklen Bart hinwegsehen, hat die Serie immer noch eine Menge Probleme. Gerade die Effekte sind schlecht gut gealtert. Als Paradebeispiel gilt eine grauenhafte Szene mit einem noch grauenhafteren CGI-Drachen:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=184&v=jg6bz4x8Rvo&feature=emb_logo

Dennoch schafft der Film einen beeindruckenden Spagat zwischen haarsträubendem Trash und Low Budget-Charme. Dabei fühlt er sich stellenweise so an wie eine merkwürdige Mischung aus Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuß und der unsäglichen Filmversion von Dungeons & Dragons mit Jeremy Irons in seiner schrägsten Rolle überhaupt.

Andrzej Sapkowski fand die Hexer-Serie schrecklich

Wie IGN  berichtet, war der Witcher-Schöpfer Andrzej Sapkowski nicht gerade begeistert von dem, was Marek Brodzki da aus seinen Büchern gemacht hatte. In einem von der Nachrichtenseite übersetzten Interview ließ Sapkowski durchblicken, dass er am liebsten gar nicht über die Adaption reden wolle. Er beschränkte sich auf einen knappen Kommentar:

Auf diese Frage [nach The Hexer] werde ich nur eines antworten, und zwar: völlig unangebracht, aber immerhin kurz.

Wenn es nach dem Autoren persönlich geht, sollten wir also lieber bei Cavills Version von Geralt bleiben. Wer aber über über die Weihnachtsferien ohnehin Zeit und Lust auf etwas Fantasy-Trash hat, kann es sich mit etwas (oder besser einer Menge) Glühwein vor YouTube gemütlich machen und ein wenig Hexer-Unsinn genießen. Die deutsche Synchronisation ist immerhin wirklich gut.

Habt ihr Der Hexer gesehen - und wie hat er euch gefallen?

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