Heute im TV: Avengers 4 hat ein Black Widow-Problem

Von Müll bis Meisterwerk - Wir ranken alle Black Widow Auftritte im MCU
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Avengers 4: Endgame
28.11.2021 - 09:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Avengers 4: Endgame versucht jeder Marvel-Figur einen denkwürdigen Moment zu geben. Bei Scarlett Johanssons Black Widow versagt der Film jedoch gewaltig.

Achtung, es folgen Spoiler!

Zwei Jahre nach dem Kinostart von Avengers 4: Endgame ragt der Film immer noch wie ein gigantischer Monolith über alle anderen Werke aus dem Marvel Cinematic Universe. Die Kulmination von drei Phasen und 21 Filmen reiht einen epischen Moment an den anderen, ehe im Finale eine ganze Armee an Superheld:innen dem fiesen Thanos gegenübersteht, um seinen verheerenden Schnipser rückgängig zu machen.

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Zu diesem Zeitpunkt fehlt jedoch schon ein wichtiges Mitglied der Avengers: Black Widow aka Natasha Romanoff. Bei einem Abstecher zum Planeten Vormir muss die von Scarlett Johansson verkörperte Superheldin ihr Leben lassen. Gemeinsam mit ihrem Avengers-Kollegen Hawkeye (Jeremy Renner) befindet sie sich auf der Suche nach dem Seelenstein. Der offenbart sich allerdings nur durch das Opfer eines geliebten Menschen.

  • Heute im TV: Avengers 4: Endgame läuft heute Abend um 20:15 Uhr auf ProSieben. Alternativ könnt ihr den Film bei Disney+ streamen.

Avengers: Endgame vergisst Black Widow auf halbem Weg

In einer dramatischen Szenen prügeln sich Black Widow und Hawkeye, deren gemeinsame Geschichte weit über den ersten Avengers-Film zurückgeht, auf einem gottverlassenen Felsen. Nur der Tod leistet ihnen in Form von Red Skull (Ross Marquand) Gesellschaft. Beide wollen sich für ihr Gegenüber opfern. Am Ende ist es aber Black Widow, die in den Abgrund fällt und stirbt, damit Hawkeye den Seelenstein erhält.

Hier könnt ihr den Trailer zu Avengers: Endgame schauen:

Avengers 4: Endgame - Trailer (Deutsch) HD
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Avengers 4: Endgame macht in diesem Moment deutlich, dass wir uns auf den finalen Metern einer sehr langen Reise befinden. Eine distanzierte Einstellung zeigt uns, wie Black Widows toter Körper am Boden liegt. Es ist ein hoffnungsloses, geradezu endzeitliches Bild. Seine Wirkung verpufft in den nachfolgenden Minuten jedoch komplett. Über ihren Tod hinaus ist der Film nicht an Black Widow interessiert.

Obwohl sie eine komplexe Figur ist und von Johansson denkwürdig zum Leben erweckt wird, war das MCU nie sonderlich gut darin, Natasha Romanoff die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. In Endgame wird dieses Problem einmal mehr offensichtlich: Nach der Abhandlung des wichtigen Plotpoints ist Black Widow vergessen, obwohl ihr aufwühlender Tod doch eigentlich nachhallen sollte.

Avengers: Endgame bestätigt eine klare Marvel-Hierarchie

Neben den starken Actionszenen gehören die wenigen nachdenklichen Augenblicke mit Hawkeye und Hulk (Mark Ruffalo) zu den besten Black Widow-Momenten im MCU. Avengers 4: Endgame räumt der Trauer um die Figur jedoch keinen Raum ein, weil bereits das nächste Highlight wartet und sich am Ende alles auf den Abschied von Iron Man (Robert Downey Jr.) und Captain America (Chris Evans) konzentriert.

Black Widow und Hawkeye in Avengers 4: Endgame

Obwohl das Avengers-Team zwischenzeitlich sehr ausgeglichen wirkte, bestätigt Endgame eine klare Hierarchie. Selbst unter den Ur-Avengers gibt es ein unglückliches Gefälle, das spannende Figuren im Schatten anderer untergehen lässt. Iron Mans Tod wird zu einem überlebensgroßen Ereignis stilisiert, dessen Aufarbeitung das MCU seitdem beschäftigt. Sein Geist zieht sich durch zahlreiche weitere Projekte.

Auch Black Widow erhielt ein weiteren Auftritt, allerdings nur in Form eines Prequels, das eingeengt zwischen zwei Avengers-Abenteuern kaum Auswirkungen auf die größere Geschichte hatte. Angesiedelt zwischen Civil War und Infinity War erlebt Johanssons Superheldin mit zehn Jahren Verspätung ihre erste eigene Mission. Als nachträglicher Abschiedsfilm kann jener Black Widow das Endgame-Versagen nicht entschuldigen.

Der Black Widow-Film kann Avengers: Endgame nicht retten

In der Mischung aus Agententhriller und Marvel-Bombast spielt Johansson nochmal mit aller Leidenschaft. Schlussendlich kann der Film das klägliche Ende der Figur nicht retten oder ihm zumindest mehr Gewicht verleihen. Endgame ist so damit beschäftigt, strahlende Statuen von Iron Man und Captain America zu meißeln, dass er Black Widow einfach von der Klippe stößt und ihren Abschied in einen anderen Film auslagert.

Endgame vereint drei MCU-Phasen und reist sogar in die Vergangenheit zurück. Für Natasha Romanoff, die seit dem ersten Avengers-Film das heimliche Herz des Teams ist, findet er jedoch keine Zeit, um sich angemessen zu verabschieden. Entweder ist dieses Versäumnis ein großes Missverständnis in der Grundkonzeption des Films oder ein bitteres Zeugnis dafür, welche Figuren in dem Franchise wirklich zählen.

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Wie steht ihr zu Black Widows Tod in Avengers 4: Endgame?

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