Gillian Anderson - Der Science-Fiction-Superstar wird 50

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Als FBI-Forensikerin Dana Scully war Gillian Anderson in über 200 Episoden das Herz und die Seele von Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI, einer der wohl wichtigsten Science-Fiction-Serien. Als skeptische Partnerin des verkopften Verschwörungstheoretikers Fox Mulder war sie das perfekte Yin zu Co-Star David Duchovnys Yang. Weil die Verantwortlichen bei Fox statt dem damals 24-jährigen Rotschopf Anderson lieber eine vollbusige Blondine in der Rolle gesehen hätten, legte Showrunner Chris Carter aus Protest und zum Schutz seiner Figur fest, dass die Beziehung zwischen Mulder und Scully immer nur platonisch und hoch professionell bleiben dürfe. Trotz oder gerade wegen dieser anfänglichen Vorgabe entwickelte sich zwischen den Figuren über die Jahre eine beispiellose sexuelle Spannung, die maßgeblich zum Erfolg der Serie beitrug und Anderson in den 1990er Jahren zum Schwarm eines jeden Science-Fiction-Fans machte.

Gillian Anderson als Teil des berühmtesten TV-Pärchens der 1990er

Spätestens in Staffel 5 erkannten auch die Showrunner, dass die Chemie zwischen den Hauptfiguren einfach stimmt und es eine Schande wäre, diese Goldmine unangetastet zu lassen. In den folgenden Staffeln entwickelte sich die Beziehung zwischen den beiden von einem kollegialen Verhältnis zu einer innigen Freundschaft und schließlich zu einer trotz schwindelerregendem Sexappeal angenehm zurückhaltenden Romanze. Die Kreativköpfe hinter der Serie, zu denen auch der spätere Breaking Bad-Schöpfer Vince Gilligan und seine langjährige Wegbegleiterin Michelle MacLaren gehörten, würzten die Monster-of-the-Week-Fälle mit lustigen und herzerwärmenden Szenen zwischen den beiden, die ihre Beziehung Woche für Woche weiter vorantrieben. So wurden die Zuschauer zusätzlich motiviert, auch bei Episoden abseits der Hauptstory dranzubleiben.

Trotz ihrer, oft auch für humoristischen Effekt genutzte, Unterkühltheit ist Andersons Scully eine grundsympathische und sehr menschliche Figur, die die Aufmerksamkeit des Publikums durch ihre Persönlichkeit und Ausstrahlung auf sich zieht und eben nicht durch die Größe ihrer Oberweite. Als Katholikin und Skeptikerin sowieso eine Art Anomalie, vereint Scully das beste aus beiden Welten und kann so auch Mitgliedern beider Gruppen als Identifikationsfigur dienen. Auch heute, wo es zahlreiche exzellent geschriebene Frauenfiguren im Fernsehen gibt, steht Dana Scully immer noch mit den besten von ihnen.

Gillian Anderson und die Zeit nach Akte X

Trotz ihrer ikonischen Rolle in Akte X blieb Gillian Anderson nicht auf ewig Scully. In Bryan Fullers pulpig-blutrünstiger Menschenfresser-Serie Hannibal schlüpfte sie in die Rolle der blitzgescheiten und unberechenbaren Therapeutin Bedelia Du Maurier. Auch wenn die Figur in Thomas Harris' Romanen überhaupt nicht vorkommt, ist sie in der Serienadaption ein absoluter Big Player und wurde in Staffel 3 sogar zur Hauptfigur befördert. Wahrscheinlich auch, weil sich Anderson beim Zusammenspiel mit dem ebenso eisigen Mads Mikkelsen pudelwohl fühlte.

Zuletzt sorgte Anderson im Fernsehen in Fullers Nachfolgeserie American Gods als Göttin Media für Aufsehen. Trotz limitierter Screen-Time zählen ihre Auftritte in der Form von David Bowie, Lucy Ricardo oder Marilyn Monroe zu den absoluten Highlights der 1. Staffel, was ihren Ausstieg aus der Serie umso schmerzhafter macht. Allein die Idee, eine der berühmtesten amerikanischen TV-Schauspielerinnen in der Rolle der TV-Göttin zu besetzen, war ein metatextueller Meisterstreich von Fuller. Anderson verließ American Gods aus Solidarität zu dem Serienmacher, der dem Projekt aufgrund von Streitigkeiten über das Budget noch vor der Produktion der 2. Staffel den Rücken kehrte.

Auch wenn Anderson nicht zu den meistbeschäftigten Darstellern in Hollywood gehört, ist sie doch konstant sehenswert und unterhaltsam. Wer das Geburtstagskind demnächst auf der großen Leinwand erleben will, sollte sich übrigens den starbesetzten Ensemble-Mystery-Krimi Das krumme Haus oder den Agentenklamauk Bad Spies vormerken, in denen Anderson jeweils in einer Nebenrolle zu sehen sein wird. Auf dem kleinen Bildschirm spielt sie zukünftig die Hauptrolle in der Netflix-Dramedy Sex Education mit Asa Butterfield.

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