Fluch der Karibik 3 mit Johnny Depp: Besser war die Reihe nie

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Fluch der Karibik 3
18.05.2020 - 08:10 UhrVor 14 Tagen aktualisiert
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Wie hätte die ursprüngliche Fluch der Karibik-Trilogie besser enden können als mit Gore Verbinskis mitreißendem Finale? In packenden 169 Minuten geht es hier direkt ans Ende der Welt.

Inzwischen wissen wir längst, dass es nicht der letzte Teil der Reihe war. Für einen kurzen Augenblick im Jahr 2007 sah es jedoch so aus, als würde Pirates of the Caribbean 3: Am Ende der Welt die Geschichte rund um Captain Jack Sparrow (Johnny Depp), Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Will Turner (Orlando Bloom) zum Abschluss bringen. Und in dieser Hinsicht hat der Film auf epochalste Weise abgeliefert.

Nachdem der zweiten Teil das Tor in eine bedeutend größere Piratenwelt aufgestoßen hat, übernimmt der dritte Fluch der Karibik-Film die Aufgabe, alle losen Fäden einzusammeln, selbst wenn es am Ende eher die Kraft eines riesigen Strudels ist, der sämtliche Elemente des Franchise aufsaugt und im Anschluss wieder ausspuckt. Schlussendlich ebnet aber genau diese unbändige Wucht den Weg zum Höhepunkt der Reihe.

Drei Beobachtungen zu Fluch der Karibik 3:

  • Am Ende der Welt ist der letzte Fluch der Karibik-Film, bei dem Gore Verbinski auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Sein Fehlen macht sich in den nachfolgenden Filmen bemerkbar.
  • Auch sind Jack, Elizabeth und Will danach nie wieder in dieser Konstellation für ein neues Abenteuer zusammengekommen, was die Reihe in eine unglückliche Bredouille gebracht hat.
  • Selbst mit einem Blick auf das stürmische CGI-Tohuwabohu gelingt es Gore Verbinski durch Details, die sich die Reihe sorgfältig erarbeitet hat, eine gewisse Übersicht zu wahren.

Der Trailer zu Fluch der Karibik 3:

Fluch der Karibik 3 - Trailer (Deutsch)
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Zugegeben: Es ist leicht, sich im Chaos von Fluch der Karibik 3 zu verlieren. Schon der Vorgänger geizte nicht am munteren Intrigenspiel, wenn sich die Piraten im Minutentakt betrügen, sodass ein sich drehendes Mühlrad als Schauplatz für den entscheidenden Kampf wohl das ehrlichste Symbolbild für die zahlreichen Beziehungen unter den Figuren darstellt. Das manövriert den Film durchaus in eine knifflige Situation.

Fluch der Karibik 3 ist mitreißender Blockbuster-Bombast

Ted Elliott und Terry Rossio, die auch die ersten zwei Filme geschrieben haben, verfolgen jedoch keineswegs die Absicht, Ordnung in die Sieben Weltmeere zu bringen, sondern stürzen sich erst recht in die unberechenbaren Fluten. Am deutlichsten wird das, wenn der Film seinen Kurs direkt auf das titelgebende Ende der Welt setzt, das sich als gigantischer Sturzbach offenbart, der das gesamte Franchise in die Tiefe reißen könnte.

Zu viele Blockbuster haben wir in den vergangenen Jahren gesehen, die genau an diesem Punkt gescheitert sind: Unendlich scheinen die Möglichkeiten aus dem Computer, doch plötzlich fühlt sich auf der großen Leinwand alles gleich und austauschbar an. Fluch der Karibik 3 hingegen verliert nicht einmal im Angesicht des Weltendes seinen Grip, sondern lernt, mit den berauschenden Effekten zu fliegen bzw. in diesem Fall eher zu schwimmen.

Fluch der Karibik 3

Angefangen beim spektakulären wie verspielten Auftakt in Singapur über die Erweiterung der Piraten-Mythologie mit der Ankunft auf der Schiffbruchinsel bis hin zum eingangs erwähnten Strudel, der alles verschluckt: Fluch der Karibik 3 überrumpelt einen mit atemberaubenden Bildern, findet in diesen aber auch eine Kulisse, um die unermüdlichen Konflikte zwischen den einzelnen Figuren zu verhandeln.

Hans Zimmers Musik befeuert hingebungsvoll das Spektakel

Es ist fast absurd, wie viele kleine, extrem gut getimte Pay-offs sich im großen Endkampf verstecken, die sich nicht nur wie obligatorische Gesten anfühlen, sondern im Einklang mit den Wogen des Meeres das Geschehen erobern. Fluch der Karibik 3 ist ein Film, von dem man sich mitreißen lassen kann, ohne um leere Versprechungen zu fürchten. Gore Verbinskis Finale geht aufs Ganze - und das auf zutiefst befriedigende Weise.

Als wichtiger Verbündeter entpuppt sich hierbei Hans Zimmer, der mit Fluch der Karibik 3 eine seiner besten Arbeiten überhaupt abliefert. Warum dieser Film trotz seiner gewaltigen Länge und dem herrlich überbordenden Bombast nie langweilig wird, ist fraglos auf die Vielfalt an musikalischen Impulsen zurückzuführen, die mitunter den Überschlag eines ganzen Segelschiffs im Ozean ermöglichen.

Fluch der Karibik 3

Spätestens, wenn die ersten Gitarrenklänge des von Ennio Morricone inspirierten Stücks Parley erklingen, lässt sich Fluch der Karibik 3 nicht mehr aufhalten und geht komplett in seiner Aufgabe als abschließendes Kapitel auf. Waren es im Prolog noch eingeschüchterte Piraten, die ihre Stimme im Kampf um die Freiheit erheben, werden sie nun von der geballten Kraft eines aufbrausenden Orchesters unterstützt.

Gore Verbinski ist einfach fantastisch darin, die Größe dieses Abenteuers auszukosten und selbst verrückte Ideen selbstbewusst in wahrlich bewegte Bilder zu gießen, während er auf dem schmalen Grat zwischen den humorvollen, übertrieben und den düsteren, packenden Aspekten der Geschichte balanciert, ohne sich in ironische Brüche zu flüchten. Gore Verbinski umarmt den Wahnsinn einfach.

Der dritte Teil der Fluch der Karibik-Reihe läuft heute Abend um 20:15 Uhr auf Sat.1. Die Wiederholung wird in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2:00 Uhr ausgestrahlt.

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Wie hat euch das Finale der ursprünglichen Fluch der Karibik-Trilogie gefallen?

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