Besser als The Gray Man: Netflix beweist mit Day Shift, dass es richtig gute Action kann

© Netflix
Jamie Foxx und Dave Franco in Day Shift
13.08.2022 - 16:47 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Bei Netflix gibt's ab heute einen launigen Vampir-Reißer mit Jamie Foxx, der in Sachen Action The Gray Man und Bullet Train die Show stiehlt.

Wenn Freitags ein neuer Netflix-Film kommt, ist der oft nach drei Tagen wieder vergessen. Ich kann nicht versprechen, dass dies bei Day Shift mit Jamie Foxx und Dave Franco anders laufen wird. Aber eines hebt das Vampirkiller-Buddy-Movie grundsätzlich von vielen (teuren) Netflix-Filmen der letzten Monate ab: Es bietet exzellente Actionszenen.

Day Shift stammt aus der Action-Schmiede hinter John Wick und Bullet Train

J.J. Perry, der sein Regiedebüt gibt, hat eine lange Karriere im Filmgeschäft hinter sich. Er schaut sogar auf einen Stunt-Credit bei Batman & Robin zurück. Statt seine Laufbahn auf diesem frühen Höhepunkt zu beenden, ackerte er weiter und landete im Dunstkreis der John-Wick-Regisseure David Leitch und Chad Stahelski. Für deren Actionschmiede 87North Productions hat er jetzt den Vampirfilm gedreht und was soll ich sagen: Die Abreibungen in Day Shift schlagen alles, was in jüngeren Netflix-Filmen wie The Gray Man um Aufmerksamkeit buhlt, und sogar Leitchs eigenes Brad-Pitt-Vehikel Bullet Train.

Day Shift ist nämlich trotz Vampir-Gore weniger ein Horrorfilm als vielmehr eine Actionkomödie, in der ein ungleiches Duo (Jamie Foxx und Dave Franco) gegen extrem biegsame Untote antritt. Diese springen, schießen und wirbeln durch Wohnzimmer und Höhlen, manchmal freiwillig, manchmal nicht. Das Ergebnis sind äußerst kreativ und dynamisch designte Mann-gegen-Vampir-Kämpfe, die weit über die gängige Brust-Penetration mit einem eigenhändig geschnitzten Holzpfahl hinaus gehen.

Day Shift

Die Hauptattraktion des Films ist eine Art Massenschlacht in einem Einfamilienhaus, in der unter anderem Direct-to-Video-Legende Scott Adkins (Accident Man) mitmischt. Die ganze Sequenz macht durch ihre abwechslungsreichen Vampir-Kills reichlich Spaß. Sie verströmt außerdem einen ganz eigenen DTV-Charme, der sich am besten so beschreiben lässt: Stuntmänner und Martial Arts-Veteranen tun, was sie lieben, unabhängig von großen Studios, die ihnen auf die Finger klopfen.

Der Netflix-Film unterhält besser als The Gray Man, hat aber auch Schwächen

Eine Story hat Day Shift natürlich auch und obendrein eine Art Mythologie, die an Derek Kolstads John-Wick-Drehbuch erinnert. Statt einer Parallelgesellschaft von Auftragskillern gibt es eine Vampirjägergewerkschaft mit Paragrafenreitern und allem drum und dran. Jamie Foxx spielt Bud, der darin eintritt und Vampire jagt. Mit deren Fangzähnen verdient man in der Welt von Day Shift nämlich ordentlich Kohle. Dave Franco gibt Sesselpupser Seth, der von der Gewerkschaft angesetzt wird, Buds Arbeit auf Regelverstöße abzuklopfen. Veteran und Grünschnabel können sich am Anfang nicht leiden, aber mit jedem gemetzelten Untoten rücken sie ein bisschen näher.

Story und Figuren sind denn auch der Schwachpunkt des Films, zumindest was die Nicht-Vampirjäger angeht. Fox' Bud kriegt eine stereotype nörgelnde Ehefrau (Meagan Good), die Bösewichtin (Karla Souza) bleibt abseits ihres intriganten Blicks undefiniert und überhaupt sind die Gründe für die Vampirschlachterei das Uninteressanteste am Film. Glücklicherweise wissen das aber auch die Macher, zumindest verschwenden sie nicht allzu viel Zeit auf die Details der Handlung.

Wer dieses Wochenende knackige Action-Unterhaltung sucht, sollte also nicht den gräulichen The Gray Man oder überkandidelten Bullet Train gucken, sondern Day Shift eine Chance geben. Wann sieht man sonst mal einen Film, in dem Snoop Dogg und (!) Oliver "Er ist wieder da" Masucci mitspielen?

Podcast zu Bullet Train: Action-Kracher mit Brad Pitt auf den Spuren von John Wick

Im FILMSTARTS-Podcast Leinwandliebe sprechen Moderator Sebastian und Redakteur Björn über Bullet Train, den neuen Film von John Wick-Macher David Leitch mit Brad Pitt und vielen weiteren Stars. Ob es sich lohnt, den rasanten Zug-Action-Kracher im Kino zu sehen, erfahrt ihr im Podcast.

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