Befreiungsschlag für Spider-Man: Nach dem MCU wartet jetzt Venom

Spider-Man: Far From Home/Venom/Spider-Man: A New Universe
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Junior Redakteur bei Moviepilot. Kann mit dem DCEU so einiges anfangen, aber noch mehr mit David Lynch. Meist im Kino oder beim Essen anzutreffen.

Durch einen vorerst geplatzten Deal zwischen Sony und Marvel sieht zurzeit alles danach aus, als würde Spider-Man wieder aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) verschwinden. Der Verlust des Superhelden brachte Marvel-Fans direkt zum Kochen, wobei die Schuld am stärksten bei Sony gesucht wurde. Das Studio selbst gab sich in einem Tweet enttäuscht über das Verhalten von Marvel. Selbst monatelange Verhandlungen führten nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für alle Beteiligten.

Es gibt schon ein neues Superhelden-Universum für Spider-Man

Falls es nicht zu Neuverhandlungen zwischen den Studios kommt, werden die weiteren geplanten Spider-Man-Filme ausschließlich von Sony produziert. Dabei werden unweigerlich Erinnerungen an die Amazing Spider-Man-Reihe des Studios wach, die nach The Amazing Spider-Man und The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro künstlerisch wie kommerziell am Ende angelangt war und von zahlreichen Fans frustriert aufgenommen wurde.

Sony hat sich als Studio über die letzten Jahre jedoch verändert und mittlerweile hält die Rückkehr von Spider-Man ins Sony-Filmuniversum einige durchaus aufregende Möglichkeiten bereit.

  • Sony baut sich zurzeit ein eigenes Cinematic Universe mit spannenden Spider-Man-Figuren auf.
  • Das Studio hat mit Phil Lord und Christopher Miller die passenden Kreativköpfe für ausgefallene Projekte bei sich.
  • Spider-Man: A New Universe brachte Sony sogar einen Oscar.

Venom brachte für Sony die Kehrtwende

Einen massiven Umschwung für den schwer angeschlagenen Superheldenfilm-Status von Sony brachte Venom. Der Antihelden-Blockbuster mit dem pechschwarzen Symbionten aus dem Spider-Man-Universum spülte bei einem Budget von rund 100 Millionen Dollar über 800 Millionen Dollar in die Kinokassen. Schlagartig hatte Sony seinen unerwarteten, aber dringend benötigten Hit, obwohl vorab viel gegen den Erfolg von Venom sprach.

Neben dem kommenden Sequel Venom 2 warten Comicfilm-Fans jetzt natürlich auch sehnsüchtig darauf, dass Tom Holland als Spider-Man und Tom Hardy als Venom gemeinsam in einem Film auftreten. Möglich wäre dieses Crossover auch schon mit dem bisherigen Sony-Marvel-Deal, doch MCU-Chef Kevin Feige hatte es bislang nicht sehr eilig, noch mehr Sony-Figuren in sein Superhelden-Filmuniversum zu bringen.

Venom darf bei Sony im Gegensatz zu Disney ungebremst für Chaos sorgen

Im MCU wurde Spider-Man stattdessen in den langfristig angelegten, sehr weit vorausgedachten Plan der verschiedenen Phasen integriert. Ein starres Korsett, bei dem das wahrscheinliche Verschwinden von Spider-Man gleichzeitig auch als Befreiungsschlag angesehen werden kann.

Ein Crossover zwischen Spider-Man und Venom im MCU hätte außerdem eine strenge Beaufsichtigung durch Disney als Marvel Studios-Mutterkonzern zur Folge gehabt. Schon im Vorfeld der Veröffentlichung des ersten Venom-Films kamen Gerüchte darüber auf, dass der Film vor allem deshalb ein niedrigeres PG-13-Rating erhielt, um Crossover-Möglichkeiten mit der familienfreundlichen Ausrichtung von Disney nicht zu gefährden.

Eine Trennung zwischen Sony und Marvel könnte für künftige Venom-Projekte aber nun auch größere Freiheit in Bezug auf die Altersfreigabe bedeuten. Womöglich bekommen Fans mit Venom 2 und einem Spider-Man-Venom-Crossover endlich den bösartigen, brutalen Venom zu sehen, der im Blockbuster von 2017 nur in abgeschwächter Form zu sehen war.

Phil Lord und Christopher Miller wirbeln Sony auf

Mit Phil Lord und Christopher Miller hat Sony aktuell ein Regie-Duo als Unterstützung, das immer wieder für das nötige kreative Feuer sorgen kann. Nachdem die beiden damals mit Amy Pascal für ihr Drehbuch zu Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen noch in einen Streit gerieten, weil die Sony-Chefin eine fehlende Handlung kritisierte, haben sich Lord und Miller schnell einen begehrten Ruf erarbeitet.

Nach dem Erfolg ihrer 21 Jump Street-Reboot-Reihe und den Lego Movies, in die beide als Schöpfer involviert waren, wurden sie von Sony mit der Kreation eines Spider-Man-Animationsfilms beauftragt. Das Ergebnis ist Spider-Man: A New Universe, der nicht nur Fans sowie Kritiker begeisterte und am Box Office einschlug, sondern Sony auch noch einen Oscar einbrachte. Bei der diesjährigen Verleihung wurde Spider-Man: A New Universe mit dem Oscar als Bester Animationsfilm ausgezeichnet.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Sony mit Lord und Miller auch in Zukunft noch große Pläne hat. Im Rahmen eines fünfjährigen Deals entwickelt das Regie-Duo für Sony Pictures TV verschiedene Live-Action-Serien, die alle Teil des Marvel-Universums von Sony sein werden. Auch wenn über den Inhalt dieser Serien noch nichts bekannt ist, kündigte Miller bereits an, dass sich das Duo an etwas wagen will, was es so bislang noch nicht im Fernsehen gegeben hat.

Mehr zu den Marvel-Projekten von Sony:

Dabei können Lord und Miller aus einem Pool von 900 Marvel-Charakteren schöpfen, zu dem schon bald auch exklusiv Tom Holland als Spider-Man zählen dürfte. Zu den Spider-Man-Figuren gehören außerdem sämtliche Schurken wie der Green Goblin, Sandman, Vulture, Venom, Morbius, Black Cat und Silver Sable. Während Venom schon im Sony-Filmuniversum kommt und an Morbius mit Jared Leto in der Hauptrolle gerade gearbeitet wird, sind auch Black Cat- und Silver Sable-Filme geplant.

Längst wirkt Sony dadurch wie ein gigantischer Spider-Man-Sandkasten, in dem nach Lust und Laune herumgetobt werden kann. Durch beliebte Charaktere, die ein Massenpublikum locken, sowie mit der Unterstützung von Kreativköpfen wie Phil Lord und Christopher Miller steht auch außergewöhnlichen Filmen und Serien aus dem Spider-Man-Universum nichts mehr im Weg. Und mit einem Spider-Man, der aus dem einengenden MCU-Korsett befreit wurde, kann sich Sony erst recht in ganz neue Höhen aufschwingen.

Was erhofft ihr euch von der Spider-Man-Zukunft bei Sony?

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