Nach Zack Snyder’s Justice League zetteln DC-Fans eine unsinnige Batman-Revolte an

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© Warner Bros.
Ben Affleck als Batman
14.04.2021 - 17:42 UhrVor 24 Tagen aktualisiert
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Nach Ben Afflecks neuen Szenen in Zack Snyder's Justice League fordern DC-Fans jetzt seinen Batman-Film. Der verständliche Wunsch ist aber weder realistisch noch sinnvoll.

DC-Fans haben unvergleichlichen Einfluss bewiesen. Die Twitter-Jünger*innen haben mit ihrem hartnäckigen Willen einen erheblichen Anteil an der Bereicherung des Justice League-Debakels durch den bombastischen Snyder-Cut gehabt. Nun fordern sie den zuvor schon abgeschriebenen Batman-Film mit Ben Affleck ein - was aber aus vielen Gründen ziemlich problematisch ist.

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Nach Justice League wollen DC-Fans Ben Afflecks Batman-Film

Im Fahrwasser des Snyder-Cut-Erfolgs und mit neu erstarkter Freude über Ben Afflecks beeindruckende Darstellung des dunklen Ritters wollen DC-Fans auf Twitter jetzt seinen ursprünglich geplanten Solofilm wiederbeleben.

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"Wir wollen den echten Batman, gespielt von Ben Affleck, und seine totale kreative Freiheit, um die richtige Umgebung für den dunklen Ritter zu schaffen", heißt es dort etwa unter dem Hashtag #MakeTheBatfleckMovie. Zahlen von etwa 200.000 Tweets verleihen der Forderung Kraft. Und der Unmut der Fans ist leicht nachzuvollziehen.

Schließlich sollte Afflecks Batman-Film dessen großer DC-Moment werden. Der ursprüngliche Plan sah den Darsteller nicht nur in der Hauptrolle, sondern auch im Regiestuhl und als Drehbuchautor vor. Doch die Pläne beim Produzenten Warner änderten sich, sodass Affleck sein Batman-Solo an den Nagel hängen musste. Aber selbst wenn es dabei bleibt, werden wir den Schauspieler noch mindestens einmal als Retter Gothams sehen.

DC-Zukunft auf der Leinwand: Dreimal Batman

Uns erwarten in nächster Zeit nämlich gleich drei Batmen im DC-Universum. Neben Robert Pattinsons jungem Helden in The Batman wird Affleck im The Flash-Film noch einmal als Fledermaus-Mann zurückkehren - und zwar möglicherweise an der Seite von Batman-Veteran Michael Keaton.

Auf The Flash freue ich mich so, wie ich mich auf den Snyder-Cut gefreut habe: Ich genieße es, dass Affleck noch einmal die Gelegenheit zur Darstellung des dunklen Ritters bekommt. Die Forderung nach einem Affleck-Alleingang als Fledermaus finde ich allerdings aus mehreren Gründen fehlgeleitet.

Ben Afflecks Batman-Rückkehr nach Justice League ist keine gute Idee

Affleck hat seiner Rolle eine brütende, fast traurige Menschlichkeit verliehen, die ich nach Christopher Nolans bombastischer Dark Knight-Tour de Force als erfrischende Abwechslung empfunden habe. Aber seine Entwicklung ist für mich abgeschlossen.

Ben Affleck als Batman

Gibt er in Batman v Superman: Dawn of Justice noch den grobschlächtigen Einzelgänger, ist er im Snyder-Cut zum Team-Player herangereift. Er ist wortwörtlich auf der Suche nach Gemeinschaft und entwickelt sich schließlich zum Herzen der Justice League. Es ist verständlich, dass die Fans auf Twitter eine vertane Chance wahrnehmen und Affleck zu seinem Recht verhelfen wollen. Die Tatsache, dass Afflecks Figur keinen weiteren Film braucht, fällt für mich aber schwerer ins Gewicht.

Darüber hinaus ist bereits ein Nachfolger gefunden - und dessen Batman-Interpretation ist so reichhaltig, dass ihm die Diskussion über DC-Altlasten nicht im Weg stehen sollte.

Robert Pattinsons Batman soll eine Chance bekommen

Denn mit Robert Pattinsons Verkörperung werden wir eine mutige Neufassung des dunklen Ritters auf der Leinwand sehen: Einen unreifen, unbeherrschten und von Rachegelüsten getriebenen Anfänger, der die Rolle des Beschützers erst noch lernen muss.

Eine solch furchtlose Neuausrichtung sollte neben Afflecks bereits etablierter und spätestens seit dem Snyder-Cut sehr beliebter Darstellung bei den Fans nicht aufs zweite Gleis geraten. Pattinsons Inkarnation ist genau die Frischzellenkur, die die DC-Filmwelt in all ihrem gegenwärtigen Chaos nötig hat. Und bei dem ganzen Durcheinander wird es ohnehin schwierig genug für Pattinson werden, sich Gehör zu verschaffen.

Die Batman-Rückkehr passt nicht in aktuelle DCEU-Pläne

Afflecks Batman-Nachfolger: Robert Pattinson

Die DC-Leinwandpolitik ist nämlich ein irritierender Flickenteppich. Versuchte das Studio Warner zunächst, mit einem alles verbindenden DC Extended Universe (DCEU) Marvel nachzueifern, brachte das Justice League-Fiasko schließlich ein Umdenken mit sich. Fortan sollten Regisseur*innen mit charakteristischer Handschrift abgeschlossene Filme à la Joker schaffen. Jüngst wurde nun die Rettung des DC-Universums eingeläutet - aber ohne Zack Snyder.

Und das dürfte bedeuten: Auch ohne Batman-Solofilm für Ben Affleck, dessen Plot nach der ursprünglichen DCEU-Logik sicher mit Snyders Justice League in Verbindung gestanden hätte. An dieser Stelle schon wieder alle Zelte abzubrechen, wäre fatal. Denn Warner sollte sich gerade jetzt um Integrität bemühen.

Der neue Justice League ist großartig, aber das Fan-Geschrei ist eine Gefahr

Die Erkenntnisse aus der Justice League-Katastrophe dürften für Warner vielfältig gewesen sein. Snyders Vision hätte man nicht aus Wunsch nach einem MCU-Duplikat durch den Fleischwolf drehen dürfen. Aber Angst vor den Fans kann nicht die Antwort darauf sein.

Katastrophe und Wiedergutmachung: Justice League

Denn auch wenn der Snyder-Cut ein echtes Geschenk ist, er wurde zumindest in Teilen von unfassbar aggressiven und toxischen Fans herbeigeführt, die die Produzent*innen mit Belästigung und Morddrohungen in die Knie zwingen wollten. Studio-Entscheidungen auf dieser Basis sind ein Problem, das gilt auch für #MakeTheBatfleckMovie.

Die künftige DC-Politik sollte vielmehr von einem Blick in die Zukunft und einem besonnenen Umgang mit Schauspieler*innen, Regisseur*innen und frischen Story-Ressourcen geprägt sein. Ben Afflecks Batman-Solofilm zurückzubringen wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

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