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Meine glorreichen Sieben

7 Zigarettenfilme, die Peters Lunge verpesten

05.07.2012 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Meine glorreichen Sieben Zigarettenfilme
© Moviepilot
Meine glorreichen Sieben Zigarettenfilme
In meiner heutigen glorreichen Sieben präsentiere ich euch Filme, die sich inhaltlich um den süßen Rauch drehen. Ob Verkauf, Herstellung, Konsum – diese Filme sind ganz dem Tabak gewidmet. Da kratzt allein durch das Ansehen die Lunge.

Was wäre Kino ohne Kippen? In den 1940ern hätte dann vermutlich überhaupt kein Film gedreht werden können. Und auch die Genres Western oder Film Noir würden wohl kaum existieren. Die Zigarette ist ein cineastisches Stilmittel, das für Unruhe oder Rebellion stehen kann. Ich will mich heute jedoch nicht mit ketterauchenden Helden und Antihelden befassen, sondern Filme präsentieren, die sich thematisch dem dünnen Glimmstengel widmen (seinen bewußtseinserweiternden großen Bruder hebe ich mir für eine spätere Rangliste auf). Meine glorreiche Sieben dreht sich um Filme, in denen der blauen Dunst selbst, seine Herstellung oder sein Verkauf im Mittelpunkt stehen. Filme, bei denen allein durch das Ansehen die Lunge kratzt. Nein, die Tabaklobby hat mich nicht bezahlt – aber ich mache sie trotzdem: Meine glorreiche Sieben der Zigarettenfilme.

Sommersby: Der Anfang der Tabak-Produktion
Irgendwo muss das ganze Kraut ja herkommen. Und da kommen Jodie Foster und Richard Gere ins Spiel. Im Drama Sommersby führen die beiden eine Tabakplantage im Tennessee des 19. Jahrhunderts. Doch eigentlich ist Richard Gere nicht der, für den er sich ausgibt und als er der echte John Robert Sommersby wegen Mordes gesucht wird, wird es eng. Doch Richard Gere lügt standhaft. ‘Warum das denn?’, wird der geneigte Zuschauer fragen. Weil er sonst die Tabakfelder sein Vorgängers verlieren würde. Guter Mann – denn, wie gesagt, irgendwo muss das Kraut ja herkommen.

Romance & Cigarettes: Mehr Romance als Cigarettes
Der Regisseur von Romance & Cigarettes ist ‘Jesus’ John Turturro, die Hauptdarsteller James Gandolfini, Susan Sarandon und Kate Winslet. Als Nebendarsteller sind Steve Buscemi und Christopher Walken mit von der Partie. Diesem Cast verzeihe ich auch, dass wir mehr Romance als Cigarettes ertragen müssen. Nick Murder (James Gandolfini) kann sich nicht zwischen seiner Frau und seiner Geliebten entscheiden – da müssen eine Menge Frust-, Grübel- und Danach-Zigaretten geraucht werden. Die Liebesgeschichte wird jedoch nebensächlich als Nick von seinem furchtbaren Lebenswandel eingeholt wird.

Karbid und Sauerampfer: Nichtraucher rettet Tabakfabrik
Die herrlich-aburde DEFA-Abenteuerreise aus Karbid und Sauerampfer durch das Ostdeutschland der frühen Nachkriegszeit hätte es ohne den süßen Rauch niemals gegeben. Denn in Dresden muss die Zigarettenfabrik wieder aufgebaut werden und ausgerechnet der Nichtraucher Kalle (Erwin Geschonneck) wird losgeschickt, um Karbid zum Schweißen zu beschaffen. Doch er ist der richtige Mann für den Job, denn das wichtigste Zahlungsmittel zu dieser Zeit waren – ihr ahnt es – Zigaretten.

The Insider: Die Schuld der Tabakkonzerne
In The Insider von Michael Mann geht es ans Eingemachte. Ein Tabakunternehmen versetzt seine Zigaretten mit einer chemischen Substanz, um die Suchtwirkung zu erhöhen. Dr. Jeffrey Wigand aka Russell Crowe weiß davon und will auspacken. Doch der Tabakkonzern ist genau so fies wie einflussreich. Der Druck reicht von juristischen Winkelzügen bis Morddrohungen. Zum Glück hält der Journalist Lowell Bergman (Al Pacino) noch zum armen Doktor.

Smoke: Brooklyns Tabakladen
Was bei Oma auf dem Land die Bäckerei und im tiefen Ruhrpott die Currywurstbude ist, ist in Brooklyn der Tabakladen. Treff- und Siedepunkt verschiedenster Charaktere. So sind sie eben, die New Yorker. In Smoke ist Harvey Keitel der Chef diesen Ladens und betreibt ganz nebenbei noch ein lukratives Geschäft mit importierten (soll heißen geschmuggelten) Zigarren. Wayne Wang erzählt diese wunderbare Geschichte von Autoren, Dieben und Schicksalschlägen. Darauf erstmal ’ne Kippe.

Thank You For Smoking: Rauch und Rhetorik
Die Tabakkonzerne sind in Wahrheit die Guten! Glaubt ihr nicht? Dann unterhaltet euch mal mit Nick Naylor (Aaron Eckhart) aus Thank You for Smoking. Jede Wette, dass ihr danach euer mühsam Erspartes an die armen, missverstandenen Herren von Philip Morris spenden möchtet. Denn Nick Naylor ist Tabaklobbyist – und zwar der beste seines Fachs. Wenn da nur nicht die fiese Journalistin Heather Holloway (Katie Holmes) wäre, die seine einzige Schwäche – junge Damen – eiskalt ausnutzt. Aber kein Problem: Unser Rhetorikgenie ist schließlich der König der Ausreden.

Coffee & Cigaretts: Verschrobene Hommage ans Rauchen
Der Episodenfilm von Jim Jarmusch ist eine liebevolle Hommage an diese zwei großen Laster der Menschheit – und an die Dialoge, die sich oft beim Genuss der Beiden entspinnen. Ob Tom Waits und Iggy Pop als frischgebackene Nichtraucher endlich ohne schlechtes Gewissen rauchen können, ob RZA und The GZA GZA sich köstlich über den kaffeesüchtigen Kellner Bill Murray amüsieren, ob Steve Buscemi wilde Theorien über den bösen Zwillingsbruder von Elvis Presley aufstellt oder ob Meg und Jack von den White Stripes bei einer Zigarette über Nikola Tesla sinnieren – Coffee and Cigarettes ist herrlich verschroben.

Welche Zigarettenfilme haben euch am besten gefallen?

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