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7 Fragen an Lydia Huxley

Never interrupt me when I'm talking to myself.
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Never interrupt me when I'm talking to myself.

Ahoihoi, ihr Fragefüchse da draußen! Kennt ihr das? Der eine Film, der euch, als ihr jung wart, so beeindruckt hat, dass ihr ganz hin und weg wart? Das Unverständnis, das euch entgegenschlägt, wenn nur ihr den Satz kennt, den ihr grad gebrüllt habt? Das Filmauto, das bei einer Auktion so günstig weggegangen ist, dass ihr euch dabei ertappt, wie ihr nachrechnet, dass ihr euch das irgendwie, mit Hängen und Würgen, auch hättet leisten können? Dann seid ihr reif für die 7 Fragen und solltet unbedingt eine Nachricht an Kängufant schreiben, um auch mal einen Fragebogen ausfüllen zu können! Und während ihr mit Lydia Huxley, unserem Fuchs der Woche, durch die Filmgeschichte hüpft, setzen wir schon einmal das Dankesschreiben an ihre Eltern auf… :)

Was ist deine erste Erinnerung an Film, Kino oder Fernsehen? Womit fing alles an?

Mit der elterlichen Filmesammlung fing alles an. Und damit ergibt sich für mich schon mal ein eindeutiges Fazit, was meine filmischen Präferenzen angeht: Meine Eltern sind schuld! Die in der monströsen, rustikalen Schrankwand fein säuberlich aufgereihten VHS-Kassetten boten mir schon in jungen Jahren das Beste aus den 80ern und frühen 90er Jahren. Darunter Filme, die ich wohl häufig durch nostalgische Gefühle auch heute noch sehr schätze. Ghostbusters – Die Geisterjäger, Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser und Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall waren mir eine super Grundlage für meinen späteren Werdegang. Zum Glück waren meinem Vater die FSK-Bestimmungen damals wohl völlig unbekannt, denn so kam ich auch schon frühzeitig, also mit sechs oder sieben Jahren, in den Genuss von Werken wie Platoon oder Predator. Geschadet hat’s, glaube ich zumindest, nicht.

Wir waren auch schon seit ich denken kann regelmäßig zusammen im Kino, wo wir über sämtliche Disneyfilme und Komödien bis Actionfilme alles abgrasten. Auch dem Horrorgenre war ich schon früh zugewandt. Mit fünf Jahren wurde ich ins Zimmer meiner Schwester verfrachtet, die dort einen Antennenfernseher hatte, der immerhin sechs oder sieben Sender empfing. Auf einen davon kamen regelmäßig Stephen King-Filme und sämtliche Zombie-B-Movies. Dadurch bin ich heutzutage zwar ziemlich abgebrüht was Gruselfilme angeht, trotzdem wird Friedhof der Kuscheltiere II für immer mein Kindheitstrauma bleiben. Waah, dieser Zombie-Hund und diese eklige Schwester auf dem Dachboden… kuckt es euch lieber nicht an!

Das alles hat mich auf jeden Fall darauf geprägt, dass der Unterhaltungswert für mich oberste Priorität hat, Optik und Musik einen wesentlichen Teil davon ausmachen, aber Sinn, Intention und künstlerische Motive eher nette Extras sind. Man könnte es anhand meiner Lieblingsfilmliste wohl vermuten. ^^

Welcher Film, welche Serie hat dein Leben verändert? Was war danach nie wieder so wie vorher?

Zuerst erinnere ich mich, als ich bei meiner Cousine ins Zimmer kam und sie dort plötzlich ein Poster von Streetfighter – Die entscheidende Schlacht hängen hatte. Auf Nachfrage erzählte sie mir von dem schnuckeligen Karate-Typen namens Jean-Claude Van Damme. Nachdem wir uns zusammen Universal Soldier gesehen hatten, war ich schließlich entzückt. Das war die pure, roundhouse-kickende Magie und ich muss wohl auch nicht betonen, dass die Szene im Schuppen für eine Dreizehnjährige recht… ähm… inspirierend ist. Fleißig sammelte ich also die Filme des Karatetigers und entdeckte dabei auch meinen Lieblingsfilm Timecop.

Nicht lang später wurde mein Zimmer renoviert und ich musste im Gästezimmer auf einer super unbequemen Ausklappcouch schlafen. Da ich auf dem Ding oft ewig nicht einschlafen konnte, habe ich bis in die Nacht ferngesehen. Dann lief dort eines Abends Terminator. Die Begeisterung für Actionfilme, die schon recht lange in mir keimte, blühte just in diesem Moment in voller Pracht auf. Ich wollte mehr! Die Leidenschaft für meine Actionstars Arnie, van Damme und natürlich Sly und Willis ist auch bis heute ungebrochen. Kugelhagel und Faustkämpfe werten eben jeden Film auf. :D

Wenn deinem Leben ein Soundtrack gegeben werden müsste, welchen würdest du wählen? Und warum?

Da würde bei mir sicher eine ganz skurrile Mischung rauskommen. Aber schließlich soll ja für jede Situation und Emotion der passende Track am Start sein. Auf jeden Fall gehört der Soundtrack von Over the Top dazu. Nichts schlägt eine bessere Brücke von Coolness zu Gefühl als der Sound von solidem 80er-jahre Rock. Für alle Situationen im Leben, wo was schief läuft, gibt es ja Les Misérables. Wobei ich natürlich hoffe, dass diese Lieder niemals werde spielen müssen.

Wie im Intro von Doc Hollywood, sollte auch in meinem Lebensintro (also meiner Geburt^^) „The One And Only“ von Chesney Hawkes spielen. Eigentlich kann der auch gleich noch im Abspann gespielt werden. Und um das alles abzurunden kommen Tracks von The Fray, Good Charlotte, Van Morrison, Linkin Park und Bobby Darin dazu. Oha, ich glaube, ich brauche ein Doppelalbum…

Müsste ich mich auf den Soundtrack eines einzigen Films festlegen, wäre es wohl der von White Chicks. … oder doch lieber was instrumentales wie von Edward mit den Scherenhänden?

Wenn du einen Tag in einem Film leben könntest, welcher würde es sein und welche Figur wärst du?

Hehe, da bin ich natürlich Fuchs und würde mir einen dieser drei Filme aussuchen: Entweder wäre ich Phil (Bill Murray) in Und täglich grüßt das Murmeltier, oder ich wäre Marty McFly (Michael J. Fox) in Zurück in die Zukunft. Da hat man einfach mehr davon und ein Tag könnte in beiden Fällen fast unendlich ausgekostet werden.

Mein Favorit ist aber Last Action Hero. Als der kleine Danny (Austin O’Brien) würde ich mit der goldenen Eintrittskarte in alle möglichen Filme hineinschlüpfen und zwischendurch mit Jack Slater (Arnold Schwarzenegger) ein paar Fälle lösen. Hach… was könnte man mit Houdinis goldenem Kinoticket so alles Schönes anstellen?

Ich habe mir gerade überlegt, um meinen einen Tag (Warum eigentlich nur ein Tag? Das ist viel zu wenig Zeit für all die coolen Möglichkeiten!) richtig auskosten zu können, teile ich ihn wie in 24 in einstündige Episoden ein. Davon nehme ich mir eine Stunde Zeit, um mit Jack Slater den fiesen Benedict (Charles Dance, der übrigens ein fantastischer Bösewicht ist!) zu jagen. Das Blöde ist, jetzt bin ich natürlich ein kleiner Junge und ich kann in den Filmen keine bestimmte Figur mehr sein. Das bedeutet ich muss entweder still und heimlich das Geschehen genießen oder werde zum coolen Sidekick.

Mein Movie-Hopping beginnt natürlich bei meinem Lieblingsfilm Demolition Man, wo ich als Kumpan von John Spartan helfe ACHTUNG BUCH-SPOILER (ja, es gibt ein Buch zum Film), seine Tochter in der Unterwelt wieder zu finden SPOILER ENDE.

Danach lasse ich mich in Krieg der Sterne von Obi-Wan zum Padawan machen, streife als Avatar mit Jake Sully durch die Wälder Pandoras, schicke mit Rick O’Connell die Mumie wieder zurück in ihr Grab, lasse mich von Thor durch Asgard führen, schaue mir die Schlacht Avengers vs. Chitauri gemütlich vom Stark-Tower aus an, mische mich zu Frodo und Co. unter die Gefährten, gehe mit dem persischen Prinzen auf die Suche nach dem Sand der Zeit, helfe Chief Inspector Even Longer den Wixxer zu schnappen, lasse mich in den Club der toten Dichter aufnehmen… und dann fallen mir bestimmt noch ‘ne Menge anderer toller Dinge ein.

Weil die realen Abendteuer des Lebens doch eher aus ‘ner anderen Dimension sind, bin ich froh, dass es Filme gibt und ich mich hin und wieder in ihren Geschichten verlieren darf.

Welchem Schauspieler oder Regisseur würdest du jeden Fehltritt verzeihen? Und womit hat er oder sie diese Nachsicht verdient?

Dazu gehört zum Beispiel Kate Winslet. Sie ist eine ganz bezaubernde Frau und eine zu Recht oscargekrönte Schauspielerin. Mit Rollen wie in Liebe braucht keine Ferien oder Der Gott des Gemetzels hat sie sich bei mir unvergesslich gemacht. Sie darf sich gern jeden Ausrutscher leisten, auch einen wie Movie 43.

Unter den Herren der Schöpfung sind es Kevin Costner und Robert Redford. Der einzig wahre König der Diebe hat absolute Narrenfreiheit. Da bin ich selbst gegen Saupiquet-Dosenthunfisch-Werbung immun. Und auch Robert Redford gehört mein Herz, seit er Barbra Streisand und mich als Hubbell in Cherie Bitter – So wie wir waren verzaubert hat. Ja, auch diesen beiden würde ich absolut nichts übel nehmen.

Welches Filmzitat wolltest du schon immer mal anwenden, hattest aber noch nie die Gelegenheit dazu?

Ehrlich gesagt, finde ich immer eine Möglichkeit, um lässige oder witzige Filmzitate rauszuplauzen. Passt nicht immer, ist mir dann aber auch wurst :D Leider habe ich nicht immer die Freunde um mich, die das auch verstehen würden, dass es aus einem Film ist. Dann gibt’s natürlich verwirrte Blicke zurück. Ich erinnere mich da noch, als ich als Festival-Lotse gerade mit diesen Müllaufsammelstäben zurück zum Campmeister kam und er spaßig fragte, ob wir erfolgreich waren. In dem Moment hielt ich die Stäbe in die Luft und schrie „WOLVERIIIIINES!“. Dem Blick nach zu urteilen, hat unser Champmeister noch nie Die rote Flut gesehen.

Oh, da gibt es noch eine Antwort, die ich spät in meinem Leben gern mal geben möchte, weil es bedeuten würde, dass ich ein schönes Leben hatte, glücklich und dankbar bin für das, was ich erleben durfte. Vorausgesetzt natürlich ich spreche dann mit einem Ben. ;)

“Wann zum Henker sind wir alt geworden?”
"Ach, ich war schon immer alt, Ben. Aber weißt du was, es macht mir nichts aus. Wenn meine Muskeln wehtun, dann weil ich sie benutzt habe. Es fällt mir jetzt schwer die Treppen hoch zu steigen, weil ich sie jede Nacht hoch gestiegen bin, um mich neben den Mann zu legen, der mich geliebt hat. Ich hab’ ein paar Falten hier und da, aber ich hab’ unter Tausenden von Himmeln gelegen an sonnigen Tagen. Ich sehe so aus und fühl mich so, weil ich getrunken und geraucht habe und gelebt und geliebt habe, getanzt, gesungen, geschwitzt und gevögelt habe mein ganzes Leben und es war ein gutes Leben. Ist nicht schlimm alt zu werden, Ben. Alt zu werden, hat man sich verdient.“
Jede Sekunde zählt – The Guardian.

Gibt es ein Autogramm, ein Stück Memorabilia, für das du deine Seele verkaufen würdest… oder vielleicht schon hast?

Meine Seele verkaufen für einen Staubfänger? Nö. Außer unter Memorabilia zählt auch Houdinis goldene Eintrittskarte, funktionstüchtig versteht sich. Dann ja!

Ansonsten gibt es schon ein paar coole Filmreliquien, bei denen ich schwach werden würde, hätte ich die Möglichkeit sie zu erwerben. Da könnte ich schon mal meinen Fuhrpark aufrüsten. Unter anderem stehen dort dann der DeLorean aus Zurück in die Zukunft, Barricade aus Transformers (der nebenbei für nur 36.000 Dollar verkauft wurde) und der Cadillac aus Ghostbusters.

Ach, und ich denke da gerade noch an ein Comicheft mit den Unterschriften von den Big Bang-Darstellern, Sheldons Batman-Keksdose oder sein Zylonen-Toaster. Das wäre super. Uh, ich sehe gerade, dass es den Zylonen-Toaster für 65 Dollar zu kaufen gibt. Ob man da auch mit Pay-Pal bezahlen kann…

Moviepilot Team
Kängufant Andreas Gerold
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Lovely, in a fluffy, moist kind of way.
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