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Wer wenn nicht wir - Vor dem deutschen Terror

21.05.2015 - 18:20 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Wer wenn nicht wir - Trailer (Deutsch) HD
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Lena Lauzemis und August Diehl in Wer wenn nicht wirAbspielen
© Senator Home Entertainment
Lena Lauzemis und August Diehl in Wer wenn nicht wir
Wenn Gudrun Ensslin und Bernward Vesper sich auf eurem Fernseher verlieben, dann schaut ihr wohl gerade Wer wenn nicht wir. Das Drama von Andreas Veiel, das in den 1960ern spielt, ist unser TV-Tipp am Donnerstag.

Wer wenn nicht wir erzählt die Liebes- und Lebensgeschichte der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) und des Gesellschaftskritikers Bernward Vesper (August Diehl). Während Ensslin in einem Pastoren-Haushalt groß geworden ist, hat Vesper mit der Vergangenheit seines Vaters (Michael Wittenborn) zu kämpfen. Dieser hat zur NS-Zeit Hitler treue Gedichte verfasst und unterschrieb sogar das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler. Bernward und Gudrun entdecken eine völlig faszinierende Art von Liebe zu einander, die jedoch jäh durch Andreas Baader (Alexander Fehling) gestört wird. Gudrun hängt mehr am extremen Gedankengut Baaders als an der Bindung zu Bernward, sodass sich hier viel mehr ein politisches als zwischenmenschliches Drama anbahnt.

Durch das intensive Schauspiel von August Diehl (Frau Ella, Inglourious Basterds) und Lena Lauzemis (ab nächster Woche mit Das Zimmermädchen Lynn in den deutschen Kinos zu sehen) verdrängen wir anfangs die Zeit, in der der Film spielt. Doch Regisseur Andres Veiel hält uns dann plötzlich doch die vorherrschende Realität wieder vor Augen. Das Ergebnis ist ein Gefühl zwischen Erschrockenheit und Beklemmung. Unterstützt wird dies durch fabelhafte Nebendarsteller wie Susanne Lothar (Funny Games) und Imogen Kogge (Russendisko).

Das Geschichtsdrama von Andres Veiel (Grimme-Preisträger für das Drama Der Kick) stützt in erster Linie auf der Geschichte von Vesper und Ensslin. Dass diese in eine Darstellung der politischen Ereignisse um 1968 mündet, ist dabei unausweichlich. Das Drehbuch, das ebenfalls aus seiner Feder stammt, richtet sich dabei nach der Studie Vesper, Ensslin, Baader – Urszenen des deutschen Terrorismus von Gerd Koenen. Wer wenn nicht wir war 2011 auf der Berlinale der einzige deutsche Beitrag im Wettbewerb und wurde dort sowohl mit dem Alfred-Bauer-Preis als auch dem Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater ausgezeichnet.

  • Was? Wer wenn nicht wir
  • Wann? 23:45
  • Wo? SWR

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