Warum sich Riverdale mit seinem Bösewicht selbst zerstört

Riverdale - Staffel 3, Folge 7: The Man in Black
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Hält sich jung mit Coming-of-Age-Filmen.

Eine Serie wie Riverdale mit ihren über 20 Folgen pro Staffel braucht einen erzählerischen Kompass. Oder wenigstens einen Ort, an dem die Dinge zusammenlaufen. Etwas, das Ordnung und Orientierung schafft, ein Dreh- und Angelpunkt. Das kann auch eine Hauptfigur sein, deren Gefühlslage den Puls der Episoden vorgibt. Bei Riverdale gibt es sowas gerade nicht. Und ich will auch gar nicht so weit gehen und behaupten, dass Riverdale in der 3. Staffel seinen erzählerischen roten Faden verloren hat. Tatsächlich greifen die verschiedenen Story-Elemente so reibungslos ineinander wie nie zuvor, was zuletzt eine der besten Episoden der Serie hervorbrachte. Der Preis dafür ist aber, wie in The Man in Black, ein aus parallel verlaufenden Strängen zusammenmontiertes Seriengeschehen. Das Riverdale-Gefühl versickert in den Story-Fragmenten.

In der 3. Staffel verschwindet Riverdale aus Riverdale

Hiram Lodge (Mark Consuelos) kontrolliert derzeit die Serie Riverdale und die Stadt Riverdale. Der Vater von Veronica (Camila Mendes) ist die einzige Figur, die in jedem der drei Abschnitte auftaucht, in die die 7. Folge der 3. Staffel aufgeteilt ist. Dabei ist er eine der jüngsten Hauptfiguren von Riverdale, als Großkrimineller wurde er eigentlich erst am Ende der 1. Staffel raunend angekündigt. Er sollte der Gegenspieler für Archie (K.J. Apa) werden. Jetzt hat er ihn aus der Stadt und aus der Serie gedrängt und die Riverdale-Clique zersplittert. Diese Spaltung des harten Kerns hat auch zur Folge, dass beliebte Riverdale-Figuren wie Cheryl (Madelaine Petsch) immer seltener auftreten, da die Autoren insgesamt weniger Situationen schreiben, die den gesamten Cast einbeziehen.

Die mit der Trennung einhergehenden Ereignisse sind natürlich dramatisch und existenziell. Mit dem Trip von Archie und Juggie (Cole Sprouse) erfahren wir, was sich außerhalb der Schneekugel Riverdale befindet. Wir lernen eine irritierend tote und leere Welt kennen, die an die verödete Zivilisation von The Walking Dead erinnert. Wir spüren hier draußen immer deutlicher, dass das überzeichnete Riverdale nicht in der echten Welt spielt, nur in einer Version davon: American Gothic nennt Jughead das.

Außerhalb von Riverdale gibt es nur das alte von Drogen zerfressene Amerika

Archies und Juggies Flucht führt sie in den Rust Belt von Amerika, der zerfressen ist von sozialem Elend und dem Teufelszeug Fizzle Rocks. Gemütliche Heuböden und alte General Motors-Autos gibt es hier aber auch - die ländlichen Entsprechungen von Pop's Diner. Archie nennt sich Biff, er und Jug finden Unterschlupf bei Riley Keoughs Gastrolle Laurie Lake auf einer Farm. Beim Anblick von Laurie, die warme Decken bringt, verschwimmt Archies Blick schon verdächtig und in der nächsten Szene verschwindet sein Shirt: Das hat doch System. Auf unserem imaginären Days-without-Archie-taking-his shirt-of-Schild steht jetzt wieder eine Null.

Archie wird um Riverdale kämpfen

Laurie rasiert Archie später und weckt damit weiter Sehnsüchte nach der alten Welt, in der Männerbärte noch von echten, rostigen Messern abgeschliffen wurden und nicht mit intelligenten sechsklingigen Geräten geglättet, für die im Fernsehen Fußballer werben. Kurz darauf muss Archie auf die harte Tour herausfinden, dass auch diese Welt schon von der Hiram Lodge-Krankheit infiziert ist. Hiram lässt in dem Dörfchen Drogen herstellen, es ist eine Hiram Lodge-Filiale. Veronicas Vater leitet von Riverdale aus wohl ein ganzes Drogen-Imperium.

Hiram fährt dann auch vor in einer schwarzen Limousine wie ein Western-Schurke auf einem Hengst. Er ist der Großgrundbesitzer, der die kleinen guten Leute wie Laurie Lake ausbeutet und für seine Zwecke verwendet. Jug will weiter flüchten. "Or we could stay and fight", setzt Archie ihm entgegen. Wir sollten kämpfen. Und wenn Archie gegen Hiram Lodge kämpft, kämpft er auch um das gute alte Riverdale. Wenn Hiram Lodge weg ist, kann Riverdale wieder Riverdale werden. Oder ich muss mich damit abfinden, dass jetzt alles anders ist.

Was sonst noch in Riverdale los war:

  • Riverdale überrascht immer noch mit tollen Bildern. Die letzte Folge endete mit einem Stand By Me-Gedächtnis-Shot. Wenn Archie und Juggie sich nun abseits der Riverdale-Grenzen bewegen, werden sie dabei aus der Ferne im Gänsemarsch gefilmt wie einst die Gefährten in Herr der Ringe.
  • Bettys psychedelischer Woodhouse-Strang ist für sich genommen, wie jeder andere auch, übrigens super.
  • Und einer ihrer Rorschach-Tests am Ende sieht aus wie Venom.
  • Wer bist du und was hast du mit der echten Ethel gemacht?
  • "Ethelhead? In your Dreams!" - Betty zu Ethel, die sich Chancen bei Jug ausrechnet. Ich habe Sierra Burgess nicht gesehen, sonst würde ich hier bestimmt Parallelen erkennen.
  • Im Speak-Easy erwägt Vroni eine geschäftliche "Neuausrichtung". Sie verrät damit den guten Pop und einen unschuldigen Teil von Riverdale - genau wie ihr Vater.
  • In der nächsten Episode lernen wir Jugs Mutter und Schwester kennen!!

Alle Recaps zur 3. Staffel von Riverdale

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