Vikings Staffel 6: Björn ist jetzt der König, den wir brauchen

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Vikings: Alexander Ludwig als Björn
26.01.2020 - 19:23 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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Lange war fraglich, ob Björn in Vikings eine ähnlich faszinierende Figur wie Ragnar werden kann. In der neusten Staffel 6-Folge macht er einen großen Schritt nach vorne.

Achtung, Spoiler zu Vikings! Mit dem Tod von Ragnar Lothbrok ging Vikings in Staffel 4 einen mutigen Schritt, denn wahrlich nicht alle Serien verabschieden sich mitten im Geschehen von ihrer Hauptfigur. Die fortan größte Herausforderung stand mit diesem Schritt aber auch plötzlich wie ein Elefant im Raum: Wer soll bzw. kann den legendären Krieger ersetzen?

Der offensichtlichste Kandidat für Ragnars Nachfolge war dessen ältester Sohn Björn (Alexander Ludwig). Eben dieser wurde seinem Vater äußerlich immer ähnlicher und schaffte es doch nicht, in seine Fußstapfen zu treten - obwohl Björn seit dem Ende von Staffel 5 auch König von Kattegat ist. In der 6. Staffel erhält er aber endlich stärkere Konturen.

Björn im Vikings-Finale: Ein echter König muss auch leiden

Mit dem Sieg über seinen Halbbruder Ivar (Alex Høgh Andersen) und der anschließenden Krönung schien Björn bereits in relativ jungen Jahren den Zenit erreicht zu haben. In der 6. Staffel erleben wir jedoch, wie er mit seiner Verantwortung kämpft und plötzlich einen Rückschlag nach dem anderen verdauen muss:

  • Sein Sohn Hali starb im Gefecht gegen die Plünderer, als er seinen Mut beweisen wollte.
  • Björn verlor die Wahl zum König über ganz Norwegen gegen Harald.
  • Seine Mutter Lagertha wurde von Hvitserk getötet.
  • Jetzt hat es der machthungrige Harald auf ihn abgesehen, obwohl Björn ihm erst neulich zur Hilfe eilte.
Vikings: Björn in Staffel 6

Dies sind für Björn ganz neue Umstände. Als Ragnars ältester Nachkomme wurde ihm sein Werdegang beinahe schon in die Wiege gelegt, seinen Rufnamen Björn Eisenseite erarbeitete er sich wiederum durch denkwürdige Kämpfe. Zumindest auf dem Schlachtfeld eilte er von Sieg zu Sieg, auf einen Kreis enger Vertrauter konnte er immer zählen.

Im Gegensatz zu Ivar (Alex Høgh Andersen) lastete auf ihm nie ein Stigma, tatsächlich schien Björn bislang letztlich jeder Herausforderung gewachsen und avancierte recht souverän zum erwarteten Anführer. Genau das hielt ihn zugleich davon ab, ein wirklich einnehmender Charakter zu werden - schon sein Vater wuchs in unseren Augen vor allem dann, wenn er die Konsequenzen eigener Fehler tragen oder schmerzliche Verluste einstecken musste.

Vikings Staffel 6: Wir profitieren von Björns Niederlagen

In der aktuellen Vikings-Staffel sehen wir jetzt einen veränderten Björn, der endlich trauern und verzweifeln darf. Die Komplikationen begannen für ihn, als er darüber entscheiden musste, Harald zu retten. Seitdem ist eine Lawine losgetreten und wir müssen befürchten, dass sie Björn unter sich begräbt.

In der neusten Episode Die Hälfte des Himmels ist er gezwungen, über das Schicksal seines Halbbruders Hvitserk zu bestimmen und wir spüren förmlich das Pendel in die andere Richtung umschlagen - ähnlich wie bei Daenerys aus Game of Thrones, unmittelbar bevor sie auf ihrem Drachen Königsmund niederbrennt. Die Grenzen zwischen einem gerechten Herrscher und einem Tyrann verlaufen fließend, das wird an der Stelle wieder einmal klar.

Gerade noch rechtzeitig besinnt sich Björn darauf, der Vernunft zu folgen und Hvitserk (Marco Ilsø) kommt mit dem Leben davon. Den König so straucheln zu sehen, belebt die 6. Staffel ungemein und fast scheint es, als hätten wir nun eine andere - ungleich faszinierendere - Person vor uns.

Björn aus Vikings

Fast beiläufig wird Björn in Folge 8 von Gunnhild mit seiner Schuld konfrontiert, als er erfährt, dass ausgerechnet jene Männer für den Tod seines Sohnes verantwortlich sind, die er im Auftakt zu Staffel 6 aus Kattegat verwies. Nun dürfen wir gespannt sein, wie sich dieser Bumerang auf seinen künftigen Herrschaftsstil auswirkt. Womöglich wird auch Björns Umgang mit Hvitserk noch auf ihn zurückfallen. Der Weg zur tragischsten Figur der Serie scheint bereitet.

Björn und seine schwierige Zukunft im Vikings-Finale

Wenn Björn jetzt von ihm nahe stehenden Personen wie Ubbe oder Torvi Abschied nimmt, klingen seine Worte über Walhalla und die große Göttertafel irgendwie anders: schwermütiger, poetischer, die Gewissheit um alles Endliche vor Augen. Auch seine Rede bei Lagerthas Beisetzung ging ungewöhnlich nahe. Alles hat Björn zwar (noch?) nicht verloren, aber es fühlt sich beinahe so an.

  • Vikings: Die ersten 5 Staffeln Vikings sind in Deutschland bei Sky Ticket  zu sehen.

Eine Floskel besagt, dass wir durch Niederlagen reifen und gestärkt aus ihnen hervorgehen. Aber wird das auch auf Björn zutreffen? Vikings ist gerade so düster wie lange nicht mehr und kommende Herausforderungen für den amtierenden König stapeln sich geradezu am Horizont. Für die Dynamik der Geschichte kann das nur ein Segen sein - endlich kommt die Hauptfigur in ihrer eigenen Serie an.

Wie gefällt euch die Entwicklung von Björn in Vikings Staffel 6?

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