The Walking Dead Staffel 10: Negan hat viel zu viel Spaß in Folge 6

The Walking Dead - Staffel 10, Folge 6: Neue Verbindungen
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The Walking Dead - Staffel 10, Folge 6: Neue Verbindungen
Moviepilot Team
Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Langsam, aber sicher kündigt sich das Midseasonfinale der 10. Staffel von The Walking Dead am Horizont an. Nachdem Negan (Jeffrey Dean Morgan) zuletzt fröhlich vor sich hinpfeifend ins Gebiet der Whisperer spazierte, geht es in der 6. Folge dem Titel entsprechend vor allem um eines: Neue Verbindungen. Abseits von Negan knüpft nämlich auch Eugene (Josh McDermitt) neue Kontakte.

Diese Woche werden folglich einige wichtige Weichen für den Fortgang der Staffel gestellt. Dabei kreist die von Kevin Deiboldt geschriebene und von Dan Liu inszenierte Episode um verschiedene Figuren und Schauplätze. Ein stimmungsvolles Bild kommt dabei jedoch selten zustande. Vielmehr sind es einzelne Momente, die in dieser Episode herausragen, von einem hervorragend aufgelegten Jeffrey Dean Morgan ganz zu schweigen.

Die wichtigsten Beobachtungen zur neuen Folge von The Walking Dead

  • Negan und Beta können sich auf den Tod nicht ausstehen. Doch einer von beiden hat den anderen definitiv unterschätzt.
  • Für Eugene stellt Neue Verbindungen einen überraschenden Höhepunkt dar. Ihm gehören die berührendsten Augenblicke der Episode.
  • Carol und Daryl begeben sich auf die Suche nach Alphas Herde, während in Alexandria ein verheerendes Fieber ausbricht.

Im frühen Morgengrauen stiehlt sich Carol (Melissa McBride) aus ihrem Zimmer und packt ihre Sachen. Jeder Handgriff sitzt, nur beim Revolver zögert sie. Die Erinnerungen an jene schicksalhafte Nacht am Grenzzaun sind nach wie vor sehr präsent. Carol aber ist nicht allein. Selbst dann, wenn sie versucht, unerkannt aus dem Lager zu schleichen, erweist sich Daryl (Norman Reedus) als treuer, sorgsamer Freund.

Die 10. Staffel hat uns schon viele tolle Szenen mit Carol und Daryl geschenkt. Neue Verbindungen macht da keine Ausnahme. Zwischen den beiden existiert ein verblüffendes Grundverständnis, basierend auf all den schrecklichen, aber auch schönen Momenten, die sie gemeinsam erlebt haben. Trotzdem - oder gerade deswegen - wirkt die Begegnung zwischen den beiden wie ein vorsichtiges Annähern.

Carol und Daryl überschreiten die Grenzen ins Gebiet der Whisperers

Zuerst sind da Ausreden, ehe eine neue Vertrauensbasis geschaffen ist, um die Wahrheit zu erzählen. Wonach Carol wirklich sucht, will Daryl wissen, da er sich mit ihrer ersten Antwort (Negan) nicht zufrieden gibt. Die Hürden der Zombie-Apokalypse als Vorwand, um das zu ignorieren, was einen wirklich zerreißt: Auch Daryl versteckt sich vor den Dingen, die ihm größere Sorgen bereiten als Alphas todbringende Beißer-Herde.

Schließlich verlieren sich die beiden bei der Grenzüberquerung im Adrenalin. Obwohl Carol und Daryl für einen nervenaufreibenden Moment vereint sind, breitet sich am Ende ein ungemütliches Gefühl zwischen Misstrauen und freundschaftlicher Sorge aus. Abseits davon punktet ihre Nacht-und-Nebel-Aktion mit atmosphärischen Bildern, die für zusätzliche Gänsehaut sorgen.

In Alexandria kämpfen derweil Siddiq (Avi Nash), Rosita (Christian Serratos) und Dante (Juan Javier Cardenas) mit einem fiesen Virus, das sich mit rasender Geschwindigkeit verbreitet, fraglos der schwächste Teil der Episode. Deutlich fesselnder erweist sich ein Blick hinter die Mauern von Hilltop. Dort leitet Eugene nicht nur seinen eigenen kleinen A.V. Club, sondern bastelt ebenfalls fleißig an seinem Funkgerät.

Eugene entpuppt sich als das unerwartete Herz der Episode

Die spannendste Entwicklung gestaltet sich dabei in der Kontaktaufnahme mit einer unbekannten Person, die das The Walking Dead-Universum gleich ein bisschen größer wirken lässt, nachdem wir die letzten Staffeln (abseits eines Helikopterflugs) doch in einem recht eng abgesteckten Rahmen verbracht haben. Vorerst will die Frau am anderen Ende der Leitung nicht sehr viel über sich preisgeben.

Wenngleich die raren Informationen über eine neue Gruppe, die irgendwo da draußen überlebt hat, ein bisschen frustrieren, sind die Eugene-Szenen sehr schön gestaltet. Sie ermöglichen es uns, Zugang zu einer Figur zu finden, die nicht selten auf die drei gleichen Eigenschaften festgenagelt wird. Dank der sicheren Distanz des Funkgeräts muss sich Eugene nicht beweisen, sondern kann aus seinem tiefsten Inneren reden.

Mal sind es umständlich konstruierte Fragen, mal unerwartet ehrliche Einblicke in seine Seele: Besonders das Gespräch mit Rosita hinterlässt bleibenden Eindruck - und das, obwohl sämtliche Rosita-Eugene-Passagen in dieser Staffel alles andere als stimmig waren. Vorerst behält Eugene die geteilten Geheimnisse, die Trauer und das Glück für sich. Kommunikation in The Walking Dead bleibt ein wertvolles wie zerbrechliches Gut.

Negan hat viel zu viel Spaß im Sommerlager der Whisperers

Nur eine Figur wird in dieser Serie nie ein Problem haben, mit ihrem jeweiligen Gegenüber ins Gespräch zu kommen: Negan. Was Beta zur Weißglut treibt, ist für den ehemaligen Anführer der Saviors spätestens seit den tragischen Ereignissen der letzten Folge ein überlebensnotwendiger Zeitvertreib. Um seine Zerrissenheit - vor allem vor sich selbst - zu kaschieren, spielt Negan einmal mehr den Pausenclown in der Zombie-Apokalypse.

Im Troll-Modus versucht er, Beta bei jeder Möglichkeit auf die Palme zu bringen. Der entgegnet wiederum mit allerlei Aufgaben, um Negans Schwächen zu testen, was in einer bizarren Montage gipfelt, die in ihrer lockeren Gestaltung genauso amüsant wie unpassend wirkt, wenn wir bedenken, an welchem Punkt sich die Figuren eigentlich befinden. Der Kontrast zwischen Negan und den Whisperers ist trotzdem faszinierend.

Mit bösen Blicken vermag Beta zwar jeden Alexandrianer zu verschrecken, der sich unbedacht der Grenze nähert. Negan hingegen schlendert unbekümmert neben ihm her und nutzt sein provozierendes Gemüt geschickt, um zwischen den Zeilen zu lesen: Bei all dem Trübsal, das Beta bläst, verrät sein Verhalten mehr über ihn und die Whisperers, als ihm lieb ist - und Negan erweist sich als sehr aufmerksamer Beobachter.

Negan verdient sich seinen Speck bei den Whisperers

Es ist das unheimlichste Element der Episode. Einerseits verliert sich Negan in Provokationen, die jeder andere Überlebende in der Zombie-Apokalypse als Leichtsinn abgetan hätte. Anderseits versteckt sich hinter seinem wahnsinnigen Lachen und Pfeifen eine berechnende Facette, die innerhalb weniger Sekunde Beziehungen und Strukturen durchblickt, auch wenn es sich um die der Toten handelt.

  • The Walking Dead schauen: Die neuen The Walking Dead-Episoden werden sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und sind hierzulande einen Tag später auf FOX und über Sky Ticket zu sehen.

Wo sich Negan eben noch von Beta hat triezen lassen, taucht er im nächsten Augenblick aus dem Gebüsch auf und überrascht die versammelten Whisperers mit einem gepfefferten Auftritt. Da verschlägt es sogar Beta die Sprache, nachdem er sich eine ganze Folge mit größer Anstrengung bemüht hat, die Fassung zu wahren. Ein pointierter Schluss für eine Folge, die nicht so richtig weiß, wo sie eigentlich hin will.

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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.
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