The Expanse - Unser erster Eindruck im Pilot-Check

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Mit dem morgigen Kinostart von Star Wars: Episode VII sollte das Bedürfnis nach interstellaren Kriegen weitestgehend erfüllt werden. Eine neue Serie des SyFy Channels schickt sich dennoch an, im (Sonnen-)Windschatten der Star Wars-Hysterie mitzusegeln. The Expanse basiert auf der gleichnamigen Buchreihe von James S. A. Corey (Pseudonym von Daniel Abraham und Ty Franck) und erzählt nach alter Space Opera-Manier von Raumschiffkämpfen und Weltraumabenteuern. Inzwischen gibt es fünf Bände, die für einige Buchpreise, inklusive dem Hugo Award, nominiert waren. Entsprechend gespannt dürfen wir auf die Serienadaption sein. Umso mehr, da die Serie aus der Feder des Autorenduos Mark Fergus und Hawk Ostby stammt - den Schreibern von Children of Men und Iron Man.

Anders als es der Name der Serie nahelegt, ist The Expanse aber kein Epos intergalaktischen Ausmaßes. Es geht nicht wie bei den Sci-Fi-Kultserien Battlestar Galactica, Andromeda und Spacecenter Babylon 5 um ferne Galaxien oder fremde Alienrassen, sondern "nur" um unser im Vergleich heimeliges Sonnensystem und die Konflikte zwischen drei Parteien - Erde, Mars und dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Die Reduzierung auf ein bekanntes und relativ überschaubares Areal schlägt so vielleicht eine Brücke zwischen Fans von Fantasy-lastigeren Weltraumserien und solchen von härterer, sprich realistischerer, Science-Fiction.

Im 23. Jahrhundert ist die Erde hoffnungslos überbevölkert und hat längt das Sonnensystem kolonialisiert. Der Mars ist zu einer unabhängigen Militärmacht geworden und steht der Erde im Kampf um Rohstoffe in einer Pattsituation feindlich gegenüber. Dazwischen befinden sich die "Minenarbeiter" und Bewohner (Belter genannt) der Raumstationen im Asteroidengürtel, in denen sich langsam der Widerstand gegen die Ausbeuter ihrer Heimatplaneten regt. Die Pilotfolge mit dem Namen Dulcinea (nach der Geliebten Don Quixotes und einem Asteroiden im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter) eröffnet drei Handlungsstränge, die uns 200 Jahre in die Zukunft katapultieren.

In der Raumstation auf dem Zwergplaneten Ceres wird der hartgesottene Hutfan und Detective Joe Miller (Thomas Jane) damit beauftragt, die verschwundene Julie Mao (Florence Faivre) zu finden. Sie ist die Tochter reicher Erdbewohner und wurde zuletzt auf Ceres als Mitglied einer Protestgruppe gesehen. Detective Miller ist ein wortkarger Geselle, der bestens im Film Noir aufgehoben wäre. Seinem Partner Dimitri, der von der Erde kommt und somit kaum etwas von den Gepflogenheiten im Belt weiß, dient zunächst als Avatar für den Zuschauer. Wir lernen so die Welt der Belter kennen, die, isoliert und versklavt von Erde und Mars, einen eigentümlichen Dialekt entwickelt haben und Mutationen an Knochen und Gewebe aufweisen, die auf Generationen in der Schwerelosigkeit zurückzuführen sind. Rohstoffe wie Wasser und saubere Luft sind knapp. Es regt sich Widerstand im Volk.

Unterwegs nach Ceres schnappt das Eis-Frachtschiff Canterbury derweil ein Notsignal eines weiteren Raumschiffes, der Scopuli, auf. Es ist jenes Schiff, in welchem die vermisste Julie Mao zu Beginn der Folge ums Überleben kämpfte. Trotz der Gefahr einer Falle hält sich die Crew an das Protokoll und geht dem Notruf nach - ohne einen Überlebenden vorzufinden. Die Ereignisse überschlagen sich. Aus dem Hinterhalt wird die Canterbury von einem feindlichen Schiff angegriffen und in einer gleißend blauen Explosion ausradiert. Die verbleibende Crew um James Holden (Steven Strait), der nun zum neuen Captain wider Willen wird, befand sich zum Zeitpunkt der Explosion noch im Erkundungsshuttle. Sie können nur hilflos dabei zusehen, wie ihre Kollegen, Freunde und Geliebten im Nichts verschwinden. Das hat gesessen! Auch wenn verlassene Raumschiffe und Notsignale zum klischeebehafteten Sci-Fi-Repertoire gehören, wirkt The Expanse an keiner Stelle ausgelutscht. Und sind wir mal ehrlich, Genre-Serien leben nun einmal auch von ihren erwartbaren Versatzstücken.

Der dritte Handlungsstrang spielt auf der Erde. Die Kamera fliegt an New York vorbei, das bis auf neue futuristische Wolkenkratzer dem heutigen noch recht ähnlich sieht. UN- Undersecretary Chrisjen Avasarala (Shohreh Aghdashloo) verhört einen gefangenen Kurier der rebellischen Outer Planets Alliance (OPA), für den die ungewohnte Gravitation der Erde die reine Folter ist. Er soll unerlaubte Stealth-Technologie geschmuggelt haben. Seine Antwort bleibt uns die Folge schuldig.

Visuell präsentiert sich die Pilotfolge wie aus einem Guss. Die klar als solche erkennbaren computergenerierten Effekte fügen sich gut in die praktischen Effekte ein. Liebevoll ausgestattete Sets geben zusätzliche Tiefe, sodass das Eintauchen in das Universum mühelos gelingt. Die Charaktere scheinen auf den ersten Blick divers genug, wenn auch noch recht eigenschaftslos. Sie sind aber bei weitem nicht das Interessanteste oder gar der Fokus in der Pilotfolge. Der eigentliche Star ist die Welt selbst. Genauer gesagt die Detailverliebtheit, mit der sie gezeichnet ist. Sei es das gerissene Display von Millers futuristischem Handy, die Flutschutzwälle um die Freiheitsstatue, das coole Sounddesign der Magnet-Stiefel, der abgefahrene Zero-G-Sex oder einfach nur der Jonathan Banks-Cameo - in der Welt von The Expanse gibt es auch abseits der Handlung eine Menge zu entdecken. So geschieht das World Building einfach nebenbei, ohne dass sich Charaktere andauernd erzählen müssen, was sie alle eigentlich schon wissen. Oben drauf gibt es noch eine große Portion Mystery. Was hat Julia Mao in dem Event Horizon-artigen Energieball auf der Scopuli gesehen? Was ist das Geheimnis, das Holdens Freundin kurz vor der Explosion der Canterbury verraten wollte? Und was will die Outer Planets Alliance der Belter?

Was haltet ihr vom Auftakt von The Expanse?

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