Star Trek: Discovery - Die neue Folge zerreißt der Crew gnadenlos das Herz

Star Trek: Discovery: Burnham auf Außenmission
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Star Trek: Discovery: Burnham auf Außenmission
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Achtung, Spoiler für die neue Folge von Star Trek: Discovery: Mit Folge 9 der 2. Staffel, Projekt Daedalus, hat Star Trek: Discovery endlich wieder eine Episode, in der alles ineinandergreift statt sich im Weg zu stehen. Die zahlreichen Handlungsfäden werden zu einem stimmigen Ganzen verwoben und mit Charakterentwicklung, emotionalen Momenten, Spannung, ein wenig Action, einer Messerspitze Grusel und ein bisschen Botschaft verziert.

Die einzelnen Geschichten unterstützen einerseits die Haupthandlung um den Roten Engel, Section 31 und die Bedrohung aus der Zukunft. Andererseits bekommen die Charaktere Szenen, die auch unabhängig davon funktionieren. Alles läuft aber auf ein großes Trauma hinaus.

Airiam bekommt endlich eine Vergangenheit ...

Mit Lieutenant Cmdr. Airiam (Hannah Cheesman) steht ein Mitglied der Brückencrew im Mittelpunkt, das bisher derart im Hintergrund verblieb, dass sie sogar nach Staffel 1 neu besetzt wurde (ihre Erst-Darstellerin Sara Mitich ist in Staffel 2 als Lt. Nilsson weiterhin an Bord).

Endlich erfahren wir, dass sie nach einem Shuttle-Absturz zu einem Cyborg wurde, was auch ihre Anfälligkeit für die Kontrolle durch die Sonde erklärt. Wir werden in ihre Routine des Erinnerungs-Sichtens eingeführt, erleben dadurch einige ihrer Momente mit der Crew, ihre aufkommenden Zweifel an ihrer Selbstkontrolle und schließlich eine Schlussszene wie noch keine zuvor bei Discovery.

Das wunderbar fokussierte Drehbuch von Discovery-Skript-Debütantin und -Produzentin Michelle Paradise inszeniert Regie-Veteran Jonathan Frakes dabei mit seinem gewohnten Blick fürs Wesentliche, sodass Airiams Schicksal genauso berührt wie das einer Hauptfigur.

... und hat womöglich keine Zukunft

So ins Mark getroffen, wie die Crew durch Airiams Selbstopferung wirkt, um sie zu retten, ist es eigentlich schwer vorstellbar, dass Burnham und Co. schon in der nächsten Folge wieder ihrer Arbeit nachgehen können.

Vielleicht ist es sogar eine noch größere Leistung, einer Figur zu einem derart emotionalen Abgang zu verhelfen, von deren Vergangenheit wir erst zu Beginn der Folge erstmals erfahren, anstatt sie schon eineinhalb Staffeln lang begleitet zu haben. Auch weckt der Einblick in die Freizeit mit Tilly (Mary Wiseman), Detmer (Emily Coutts) und Co. abermals den Wunsch, jenseits der großen Herausforderungen mehr von der Brückencrew zu sehen.

Ob der erste genauere Blick auf Airiam auch gleichzeitig der letzte gewesen sein könnte, weiß selbst Darstellerin Hannah Cheesman laut Interview mit Syfy Wire momentan nicht. Genügend Beispiele für eine Rückkehr von den Toten hat Discovery bisher auf jeden Fall schon geliefert.

Da Airiam ja zuvor alle ihre Erinnerungen auf der Discovery gespeichert hat, ist zudem eine Rückkehr à la Data in Star Trek: Nemesis denkbar. Nicht die einzige Anknüpfung an die Filme, auch der Abschied von Burnham und Airiam erinnert ans Ende von Star Trek II: Der Zorn des Khan.

Spock und Burnham sagen sich so richtig die Meinung

Die Konfrontation von Spock (Ethan Peck) und Burnham (Sonequa Martin-Green) erinnert wiederum ein wenig an Picard und Lily in Star Trek VIII - Der erste Kontakt, inklusive emotionalem Ausbruch mit Einrichtungszerstörung. Bei einer Partie 3D-Schach spielt Peck einen Spock, wie wir ihn noch nie gesehen haben, und setzt Burnham mit seiner logisch-kontrolliert vorgetragenen Feindseligkeit zu.

Da auch sie nicht lockerlässt, und klar wird, dass beide sowohl mit sich als auch dem anderen nicht im Reinen sind, ist die abschließende Eskalation vielleicht sogar der Beginn einer späteren Versöhnung. In einem Gespräch mit Stamets zeigt Spock danach jedenfalls schon deutlich mehr Selbsterkenntnis im Gewand eines Beziehungsratschlags.

All das verdeutlicht, dass dieser Spock ein ganz anderer ist als der aus Raumschiff Enterprise, der sich so gut wie nie zu einem emotionalem Ausbruch hinreißen ließ und sich seiner Sache stets sehr sicher war. Ob der unausweichliche Wandel wohl als etwas Positives oder als eine lebenslange Bürde für Spock erklärt wird?

Eine künstliche Intelligenz wird größenwahnsinnig

Auch die außer Kontrolle geratene Control-AI von Section 31, die mit der Sonde aus der Zukunft und der Auslöschung allen Lebens in der Galaxie verbunden ist, weckt Erinnerungen. Nicht nur einmal musste Captain Kirk sich ein Rededuell mit einem Computer liefern, der entgegen dem ursprünglichen Ziel seiner Programmierung handelte, und ihn zum Aufgeben argumentieren.

Sollte es Pike (Anson Mount) und Co. nicht gelingen, sie wieder komplett unter Kontrolle zu bekommen, könnte dies der Grund dafür sein, dass sich Section 31 zu der Organisation entwickelt, die wir aus den vorherigen Star Trek-Serien kennen. Admiral Cornwell (Jayne Brook) scheint zumindest schon nicht mehr so überzeugt zu sein von der Organisation wie noch einige Folgen zuvor.

Was genau Airiam schließlich damit meinte, dass alles wegen Burnham passiert sei, und was es mit Projekt Deadalus auf sich hat, werden wir vielleicht schon in der nächsten Episode erfahren. Diese trägt den verheißungsvollen Titel The Red Angel.

Weitere Weltraum-Fundstücke

  • Cornwell zu Pike: "Für den Fall, dass wir den Krieg verloren hätten, wollten wir, dass der beste Teil der Sternenflotte überlebt. Und wie diese Unterhaltung unterstreicht, sind Sie das, und alles, wofür sie stehen."
  • Beim 3D-Schach. Burnham: "Sollte es einen logischen Grund dafür geben, dass du deinen Turm opferst, erkenne ich ihn nicht." Spock: "Vielleicht mag ich ja einfach keine Türme."
  • Ohne Leland und Spiegel-Georgiou wirkt Section 31 viel bedrohlicher

Die neuen Folgen der 2. Staffel von Star Trek: Discovery sind jeden Freitag bei Netflix zu sehen.

Alle Recaps zur 2. Staffel von Star Trek: Discovery

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