Sci-Fi-Bombast bei Disney+: Taucht ein in die digitalen Welten von Tron: Legacy

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Tron: Legacy
21.05.2020 - 11:00 UhrVor 13 Tagen aktualisiert
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Tron: Legacy ist bei Disney+ eingetroffen. Oft wird der Film auf sein hübsches Aussehen reduziert. Dabei haben wir es hier mit einem der faszinierendsten Filme des digitalen Kinos zu tun.

Schon Tron testete zu Beginn der 1980er Jahre die Grenzen des modernen Kinos aus, indem die Figuren direkt in den digitalen Raum hineingezogen wurden, der später mehr und mehr Blockbuster zum Leben erwecken sollte. Ein Abenteuer in einem Computer: Knapp drei Dekaden später ermöglichte Tron Legacy die Rückkehr in diese Welt - dieses Mal mit einem gewaltigen visuellen Upgrade ausgestattet.

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Zehn Jahre nach dem Kinostart von Tron: Legacy scheint die Fortsetzung zunehmend in Vergessenheit zu geraten, was nicht zuletzt daran lag, dass ein dritter Teil nie so richtig in die Gänge kam. Bei einem Budget von 170 Millionen Dollar konnte Tron: Legacy 400 Millionen Dollar einspielen und verwandelte sich dadurch zur kniffligen Angelegenheit für Disney: Zu wenig für den großen Erfolg, zu viel für einen vernichtenden Flop.

Tron: Legacy und die Eroberung digitaler Welten

Tron: Legacy ist dennoch ein ganz faszinierender Film, wenn er erst einmal in den Sprung in seine digitale Welt wagt und sich im Anschluss so tief fallen lässt, dass man als Zuschauer gar nicht mehr damit rechnet, dem Labyrinth aus bläulichen Linien und Mustern zu entkommen. Oft wird Tron: Legacy daher auf seine visuellen Vorzüge reduziert mit einem Verweis auf den fesselnden, treibenden Daft Punk-Soundtrack.

Der Trailer zu Tron: Legacy:

Tron Legacy - Trailer (Deutsch)
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Schlussendlich weiß Regisseur Joseph Kosinski all diese Elemente eindrucksvoll in einen mitreißenden Blockbuster zu gießen, der sicherlich nicht die originellste Geschichte erzählt, aber sehr wohl über einige interessante Impulse verfügt, wenn es um das Kino und seine Veränderung im Angesicht der digitalen Revolution geht. Das beginnt direkt bei der Verjüngung von Jeff Bridges, der hier gleich in einer Doppelrolle zu sehen ist.

Tron: Legacy und das Altern im digitalen Kino

Eine Meditation über das Altern in einer Zeit, in der Schauspieler mit Computertricks problemlos wieder verjüngt werden könnten. The Irishman hat das zuletzt im großen Stil praktiziert und Kinolegenden wie Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci in die Vergangenheit katapultiert. Tron: Legacy entpuppt sich als Vorreiter dieses Trends, der spannende, jedoch ebenso fragwürdige Möglichkeiten schafft.

Das Tron-Sequel denkt im gleichen Atemzug der Verjüngung aber auch schon über damit einhergehende Entfremdung nach, die der Mensch von sich selbst und von anderen erfährt. Dem gealterten Kevin Flynn (Jeff Bridges) tritt in der digitalen Welt mit Clu (ebenfalls Jeff Bridges) nicht nur ein Bösewicht, sondern ebenfalls sein jugendliches Ebenbild gegenüber. Gefangen sind sie in sich ewig wiederholenden Zyklen.

Tron: Legacy

Und dann ist da Sam (Garrett Hedlund), Kevins leiblicher Sohn, der nach mehreren Jahren über das geheime Vermächtnis seines Vaters stolpert und ihn aus der selbstgebauten Unwirklichkeit herausreißen muss. Wie schwer das ist, demonstriert Tron: Legacy auch als Film, der von Joseph Kosinski mit einer unglaublichen Sogkraft inszeniert wird. Viel zu leicht ist es, sich in diesem Rausch aus Lichtern und Bewegungen zu verlieren.

Der Ausbruch aus den digitalen Schranken

Immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen dem Echten und dem Unechten, ehe Tron: Legacy die Frage nach der menschlichen Komponente auf dieser Reise in die Finsternis stellt. Automatisiert wirkt jede einzelne Faser dieses Films - alles läuft nach Protokoll und ist verewigt im monströsen Code, der im Tron-Universum selbst zum Leben erwacht und alles auf dem leuchtenden Raster kontrolliert.

Da tauchen wir ein in eine Welt, die sich von Grund auf gestalten lässt und dennoch formt sich nur ein Gefängnis aus einengenden Regeln und Hierarchien. Ausbruch ist nur in den dunklen, abgelegenen Ecken möglich, wo das Digitale noch ungehobelt in Form von spitzen Felsformationen anstelle der perfekt geformten Lichträume zum Vorschein kommt. Hier lässt uns Tron: Legacy Teil eines ganz besonderen Grenzgangs werden.

Neben Tron: Legacy befindet sich auch die Animationsserie Tron: Uprising im Angebot von Disney+. Der erste Teil ist dort bisher allerdings nicht vorzufinden.

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