Glass: So genial verbindet Regisseur M. Night Shyamalan heimlich seine Cameos

In Glass verbindet M. Night Shyamalan seine Cameos aus Split und Unbreakable
© Disney / Universal / Buena Vista
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Achtung, es folgen Spoiler zu Glass, Split und Unbreakable: Am 17.01.2019 ist Glass in den deutschen Kinos gestartet. Regisseur M. Night Shyamalan ist seit langem dafür bekannt, in seinen eigenen Werken gerne einen Gastauftritt zu absolvieren. Das tat er auch in Unbreakable - Unzerbrechlich und Split. Da diese zwei Filme sich aber am Ende von Split als einem Universum angehörig outeten, stand er in Glass vor der selbstgewählten Aufgabe, seine Cameos irgendwie zu verbinden - und bewältigte das verspielt mit einer kurzen, aber gezielt gesetzten Szene.

M. Night Shyamalan und seine Gastauftritte in Unbreakable, Split und Glass

Welcher der beste M. Night Shyamalan-Film ist und welcher Cameo des Regisseurs am eindrücklichsten im Gedächtnis bleibt, darf jeder Zuschauer selbst entscheiden. Fest steht jedoch, dass die Gastauftritte des Filmemachers in seiner Superhelden-Trilogie auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen: In Unbreakable spielt er einen Drogendealer in dem Stadion, in dem David Dunn (Bruce Willis) arbeitet. Obwohl er von dem Sicherheitsbeauftragten mit dessen besonderer Gabe als zwielichtig erkannt wird, kann dieser ihm jedoch nichts nachweisen.

In Split verkörpert Shyamalan Sicherheitsmann Jai im Gebäude der Psychologin Dr. Fletcher (Betty Buckley) und hilft ihr, Überwachungskamera-Aufnahmen von Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) anzusehen. In Glass ist er wiederum ein Kunde, der im Security-Geschäft von David und dessen Sohn (Spencer Treat Clark) einkauft. Lassen sich die so unterschiedlichen Auftritte jedoch viel Aufwand zu einem Gesamtbild zusammenfügen? Die Antwort darauf lautet: durchaus, wie wir bereits in den Details, die ihr beim Schauen von Unbreakable beachten solltet, angedeutet hatten.

So verbindet M. Night Shyamalan seine Cameos in Glass

Die Cameos aus Split und Glass zusammenzuführen erfordert vom Publikum keinen großen Denkaufwand: M. Night Shyamalans Figur trägt im Abspann sogar denselben Namen: Jai. Als für Gebäude-Sicherheit zuständiger Mann scheint es nur natürlich, dass er in David Dunns Geschäft auftaucht, um sich mit der entsprechenden Überwachungstechnologie einzudecken.

Der Brückenschlag zwischen Unbreakable und Glass (und damit auch von Unbreakable zu Split) bedarf hingegen eines etwas größeren mentalen Spagats: Wieso sehen wir den Drogendealer von damals jetzt als Security-Menschen? Nach allem, was bisher geschah scheint das eine Nebenfigur-Handlung, die sich nicht so einfach erklären lässt. Dennoch gelingt es M. Night Shyamalan, mit nur wenigen Worten, die Brücke zu schlagen.

Zum einen erkennt seine Figur Jai Bruce Willis als Aufpasser, der früher im Stadion gearbeitet hat und gibt so ihrem früheren Treffen erneut Gewicht. Zum anderen nimmt er auf seine eigene zwielichtige Vergangenheit Bezug und deutet mit wenigen Worten an, dass er nach dem Treffen (und seinen Jugendsünden) in Unbreakable das Ruder noch Richtung Rechtschaffenheit herumreißen konnte. Er hat sich also schlicht zu einem besseren Mann gewandelt, war dabei aber in allen drei Filmen stets dieselbe Person.

Die Cameo-Verbindung von Glass: Genial oder konstruiert?

Die Verknüpfung von M. Night Shyamalans Cameos innerhalb desselben Universums, in dem keine weiteren Filme folgen sollen, erfordert in Glass also nur eine einzige kurze Szene. Fans des Regisseurs könnten das als genialen Schachzug ansehen. Kritiker seines Films werden sicherlich unbekehrt auf eine gewisse nachträglich erzwungene Verbindung verweisen, die mit dem Holzhammer herbeigeführt wurde. Schließlich hätte der Perfektionist seine Auftritte nicht auf Teufel komm raus zu einer Figur zusammenfügen müssen.

Doch im Prinzip verhält es sich dabei genau wie bei M. Night Shyamalans Filmen, die für ihre Twists bekannt sind: Entweder du magst seine nicht immer subtile Methode und Herangehensweise ans Filmemachen oder eben nicht. Doch wer es nicht besser kann, der soll das Glass-Haus nicht mit Steinen bewerfen.

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