Das neue Game of Thrones: Die Targaryen-Serie ist genau der richtige Weg

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Game of Thrones mit Emilia Clarke
03.11.2019 - 09:00 UhrVor 11 Monaten aktualisiert
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Das Game of Thrones-Prequel mit Naomi Watts ist tot, dafür kommt eine Serie über die Targaryens - auf den ersten Blick eine abenteuerliche Entwicklung, die doch Sinn ergibt.

Game of Thrones-Fans wurden diese Woche von gleich zwei Knaller-Meldungen erschlagen: So müssen wir uns vorzeitig von Jane Goldmans Spin-off-Serie verabschieden, doch zum Ausgleich geht offiziell ein anderes Prequel in Produktion. Dieses trägt den Titel House of the Dragon und steht ganz im Zeichen des Targaryen-Clans.

Damit überschlagen sich die Ereignisse im Game of Thrones-Universum, zumal das zuerst geplante Spin-off bereits weit vorgeschritten war - eine Pilotfolge ist seit diesem Sommer abgedreht. Angesichts dessen wirkt die Entscheidung des Senders erst einmal chaotisch, doch HBOs radikale Umplanung könnte sich auszahlen.

  • Game of Thrones-Schock: Die erste neue Serie ist jetzt schon tot

Game of Thrones: Wer interessiert sich noch für die Weißen Wanderer?

Zwar wissen wir nicht, was genau bei den Verantwortlichen hinter den Kulissen vorgefallen ist, bereits inhaltlich lässt sich die Beerdigung des ersten Prequels aber schon rechtfertigen. Dieses nämlich sollte von den Ursprüngen der Weißen Wanderer erzählen und verspricht durch diese Ausrichtung rückblickend tatsächlich weniger Erfolg als der neue Ableger rund um die Targaryens.

Der Nachtkönig aus Game of Thrones

Bereits in der allerersten Game of Thrones-Episode hinterließen die Weißen Wanderer um den Nachtkönig ihre Spuren und rückten fortan als Bedrohung immer näher. In Staffel 8 lief schließlich alles auf einen Showdown zwischen Lebenden und (Un-)Toten hinaus, der zur Enttäuschung vieler Fans jedoch schon in Episode 3 abgefrühstückt wurde.

Damit waren die Eiszombies vom Tisch und plötzlich ging es "nur noch" darum, wer den Eisernen Thron von Cersei Lannister an sich reißt. Die Weißen Wanderer demgegenüber entpuppten sich am Ende zwar nicht unbedingt als MacGuffin, doch die Autoren stellten mit Aryas spektakulärem Hechtsprung symbolisch klar, dass die frostigen Antagonisten zumindest nicht das bestimmende Element der Serie sind.+

Bei einem Spin-off ausgerechnet auf die Weißen Wanderer zu setzen, kann sich demnach als riskant entpuppen. Viel erzählen lässt sich über die mythischen Wesen theoretisch sicherlich, aber besteht daran jetzt überhaupt noch ein dringendes Interesse? Gefühlt sind der Nachtkönig und sein Gefolge eigentlich vergessen.

Hinzu kommt: Die Serie von Jane Goldman hatte keine literarische Vorlage im Rücken. Selbiges galt für Game of Thrones ab Staffel 6, das Ergebnis ist bekannt. Insbesondere für die Staffeln 7 und 8 mussten die Macher mitunter verheerende Kritik einstecken und sich vorwerfen lassen, die Geschichte ohne George R.R. Martin nicht zufriedenstellend weiterzubringen. Dass HBO dieses Risiko nicht noch einmal eingehen will, ist absolut verständlich.

House of the Dragon: Dieses Game of Thrones-Prequel ergibt Sinn

An der Stelle schlägt die Stunde von House of the Dragon, denn das neue Prequel basiert auf Martins Targaryen-Chronik Feuer und Blut - Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros. Damit fühlen sich die Macher offenbar sicherer und die Erfahrungen der Vergangenheit geben ihnen Recht. Womöglich ist ein George R.R. Martin ja wirklich nicht ersetzbar, gleichwohl Feuer und Blut eher die Züge eines Sachbuchs trägt.

Logisch erscheint House of the Dragon auch dann, wenn wir bedenken, wer im Mittelpunkt der letzten Game of Thrones-Folgen stand: Daenerys (Emilia Clarke) und ihr schockierender, viel diskutierter Wandel zur Mad Queen. Die Drachenkönigin und ihr tragisches Schicksal bleiben in Erinnerung, so kontrovers ihre Entwicklung vom Publikum auch aufgenommen wurde.

Game of Thrones: House of the Dragon lässt auf Drachen hoffen

Die Hauptserie lehrte uns bereits, dass der Wahnsinn bei den Targaryens im Blut liegt. Diesem Umstand näher auf den Grund zu gehen, birgt gewaltiges Potenzial, denn menschliches Drama ist so vorprogrammiert.

Eben davon wiederum zehrte auch Game of Thrones letztlich immer am stärksten. Denken wir nur an Aegon der Eroberer, mit dem Martins Vorlage beginnt. Allein von ihm geht als mächtigem Begründer der Targaryen-Dynastie eine gewaltige Faszination aus.

Und da wäre noch ein weiterer (gar nicht so) kleiner, aber feiner Faktor, der House of the Dragon potentiell besonders reizvoll macht: Drachen! In der Mutterserie waren Drogon, Viserion und Rhaegal mehr als nur heimliche Stars, der Tod der beiden letztgenannten Schuppentiere setzte einigen Fans sogar mehr zu als das Ableben von so manch menschlicher Figur.

Targaryens ohne Drachen wiederum sind praktisch nicht denkbar und dürfen wir davon ausgehen, dass uns House of the Dragon mit einer Menge Feuer beglückt. Passend dazu stößt mit Miguel Sapochnik ein Regisseur an Bord, der sich in der Welt von Game of Thrones bestens auskennt und sein Auge für Spektakel eindrucksvoll bewiesen hat. Wenn Die Schlacht der Bastarde keine eindrucksvolle Visitenkarte ist, was dann?

Netflix lässt grüßen: Das ungewöhnliche Prozedere bei House of the Dragon

Jane Goldmans Prequel wurde nach dem Dreh einer Pilotfolge abgewürgt, von House of Dragon bestellte HBO jetzt aber direkt 10 Folgen. Dieses Vorgehen verwirrt, denn der Sender ist grundsätzlich dafür bekannt, seine Serien behutsam zu entwickeln und Entstehungsprozesse dicht zu bewachen. Das Bestellen kompletter Staffeln gleicht eher dem üblichen Prozedere bei Netflix, wo mehr und in der Regel auch schneller abgefertigt wird.

Hier könnt ihr Staffel 1 - 7 von Game of Thrones sehen:
  • Die ersten sieben Staffeln von Game of Thrones könnt ihr euch derzeit via Sky Ticket  ansehen.

Offenbar verspürt HBO mit seinem Inhaber Warner im Rücken den Druck, innerhalb den nächsten 2 Jahren eine neue Game of Thrones-Serie abliefern zu müssen. Nach dem Scheitern des ersten Spin-offs darf nicht noch mehr Zeit ins Land ziehen, worunter im Ergebnis die Sorgfalt der Produktion leiden könnte. Das wäre bedauerlich, aber auf der anderen Seite sind die Argumente für eine Targaryen-Serie einfach sehr stark.

Eines ist jedenfalls sicher: Wenn HBO ein Projekt mit Naomi Watts in einer tragenden Rolle abbläst, gibt es dafür gute Gründe. Vorsichtiger Optimismus ist auf jeden Fall erlaubt.

Freut ihr euch auf die neue Game of Thrones-Serie House of the Dragon?

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