Das nächste Sci-Fi-Epos startet: Die extrem aufwendige Serie hat drei Anläufe gebraucht

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Foundation
23.09.2021 - 15:00 UhrVor 28 Tagen aktualisiert
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Während Dune die große Leinwand erobert, erwartet uns auf Apple TV+ eine nicht weniger epische Science-Fiction-Serie: Foundation. Der Weg dorthin war kein einfacher.

Dune, die Neuverfilmung von Frank Herberts gleichnamigem Science-Fiction-Klassiker, stellt uns im Kino gerade eine beeindruckende wie komplexe Welt vor. Zwischen riesigen Raumschiffen und Sandwürmern erleben wir Machtkämpfe und Intrigen auf dem Wüstenplaneten Arrakis, der seit Jahrzehnten von Unterdrückern ausgebeutet wird. Dune ist jedoch nicht die einzige große Science-Fiction-Verfilmung des Jahres.

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Sci-Fi-Klassiker

Mit Foundation startet morgen ein sehr ähnliches Projekt. Die für Apple TV+ entwickelte Serie basiert auf der Foundation-Reihe von Isaac Asimov, die für das Genre genauso wegweisend war wie Frank Herberts Dune-Saga. Es ist die bis dato ambitionierteste Produktion des Streaming-Diensts. Wenn alles nach den Vorstellungen von Serienschöpfer David S. Goyer geht, könnte uns ein 80-stündiges Epos erwarten.

Foundation: Ein Sci-Fi-Epos entsteht für Apple TV+

Die Geschichte von Foundation beginnt mit einer düsteren Vorhersage: Der Wissenschaftler Hari Seldon prophezeit den Zusammenbruch des Imperiums und macht sich dadurch viele Feinde in mächtigen Kreisen. Daraufhin begibt sich er mit seiner treuen Gefolgschaft auf eine lange Reise in die Weiten der Galaxie, um die Foundation zu gründen, die Hoffnung und Zuversicht in Zeiten der Unsicherheit schaffen soll.

Hier könnt ihr den Trailer zu Foundation schauen:

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Zum Start der 1. Staffel habe ich mich mit einer Gruppe an Journalist:innen zu einem virtuellen Interview mit Goyer und Hauptdarsteller Jared Harris getroffen, um über die gewaltige Unternehmung Foundation zu sprechen. Wie sich herausstellt, war es nicht das erste Mal, dass Goyer die Adaption von Asimovs Werk angeboten wurde. Schon zwei Mal hat er abgelehnt. Seine Gründe dafür formuliert er ohne Bedauern.

In Anbetracht der beträchtlichen Seitenanzahl [von Asimovs Roman] wäre eine massive Verdichtung notwendig gewesen. Zweimal habe ich abgelehnt, weil ich dachte, dass man die Geschichte nicht in einem Film oder mehreren Filmen erzählen kann. Mit der Ankunft des Streaming hat sich das geändert. Jetzt können wir die Geschichte erweitern, anstelle zu kürzen. Die 1. Staffel geht zehn Stunden und bringt uns nicht einmal durch das erste Buch.

Seit Jahrzehnten versucht Hollywood, Foundation ins Kinos zu bringen. New Line Cinema, das Studio, das später Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie produzierte, soll bis Ende der 1990er Jahre 1,5 Millionen US-Dollar in Drehbücher investiert haben, die nie verfilmt wurden. Zwischenzeitlich waren Filmschaffende wie Katastrophenmeister Roland Emmerich und Westworld-Co-Schöpfer Jonathan Nolan involviert.

Schlussendlich kam das Projekt wieder zu Goyer zurück. "Jetzt ist es genau das Gegenteil von einem Kinofilm geworden", erklärt der Drehbuchautor, der u.a. an Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie mitgearbeitet hat und danach für Zack Snyder Man of Steel und Batman v Superman schrieb. Wichtig war jedoch nicht nur die Serienform. Goyer nennt für seine Foundation-Rückkehr noch einen anderen Grund.

Ich habe mich als Autor sehr weiterentwickelt. Die ersten beiden Male war ich noch kein Vater. Jetzt habe ich drei Kinder und sehe vieles mit anderen Augen. Ich denke darüber nach, wie die Welt aussieht, wenn meine Kinder und deren Kinder erwachsen sind. Das ist auch eines der zentralen Themen in Foundation. Was sind wir in der Gegenwart bereit, für die Zukunft zu opfern.
Foundation

Um die Welt von Foundation so glaubhaft wie möglich zu gestalten, setzte Goyer nicht auf auf seinen Cast. "Für mich war es von Anfang an wichtig, so viel wie möglich vor Ort zu drehen." Besonders inspirierend war für ihn seine Zusammenarbeit mit Christopher Nolan, der dafür bekannt ist, Spezialeffekte aus dem Computer auf ein Minimum zu reduzieren. Seine Filme fühlen sich dadurch sehr echt und sehr rau an.

Foundation erschafft aus unserer Welt eine Sci-Fi-Welt

Während sich Goyer beim Schreiben der Drehbücher von Gene Wolfs Science-Fantasy-Reihe The Book of the New Sun und den Büchern des britischen Schriftstellers Bruce Chatwin beeinflussen ließ, nennt er das Schaffen von Terrence Malick und David Lean als weitere Inspirationsquelle. Malick erzählt viel über die Stimmungen seiner Bilder, während Lean für Epen wie Lawrence von Arabien bekannt ist.

Bei Dreh von Foundation kam es allerdings zu einigen Problemen.

Die schwierigen Wetterverhältnisse machten die Dreharbeiten zu einer echten Herausforderung, ganz zu schweigen von dem Problemen, die mit der Pandemie kamen. Es gab einige Momente, in denen ich es bereut hatte, vor Ort zu drehen. Aber jetzt, wo die 1. Staffel abgeschlossen ist, sieht man die Arbeit, die wir hineingesteckt haben.

Foundation wurde u.a. in Deutschland und Irland gedreht. Die Produktion reiste auf die Kanarischen Inseln und nach Island. "Es war sehr aufregend", schwärmt Harris. Aber nicht nur die Landschaften haben es ihm angetan: "Ich war auch sehr beeindruckt, von den prächtigen Sets, die sie im Studio gebaut haben. Es war sehr ermutigend zu sehen, dass dieses gewagte Projekt die Unterstützung erhalten hat, die es verdient."

Goyer ergänzt:
Ich wollte, dass sich die Crew und der Cast so fühlen, als wären wir wirklich in der Welt von Foundation. Wir haben unter Wasser gedreht, an der Seite eines Berge und in der Nähe eines Vulkans auf Island. Der Wind und der Staub sind echt - und das sieht man in der Serie.
Foundation

Foundation markiert die größte Produktion in Goyers Karriere. Herausfordernd war vor allem die Logistik. "Wir sind wie ein Wanderzirkus von Land zu Land gereist – mit einer Gruppe von 500 bis 600 Personen." Insgesamt arbeiteten sechs Regisseure an der 1. Staffel. Gedreht wurde nicht in der chronologischen Reihenfolge der Handlung. Stattdessen ging es darum, Schauplätze und Schauspieler:innen geschickt zu kombinieren.

Der schwierigste Aspekt war es, zu jeder Sekunde sicherzustellen, dass sich Cast und Crew darüber bewusst sein, wo wir uns gerade in der Geschichte befinden. Mitunter filmten wir nur die Hälfte einer Szene und kehrten aufgrund der Pandemie erst ein Jahr später zum Drehort zurück. Ich war also der Hüter des emotionalen roten Fadens, besonders als durch Covid alles komplizierter wurde.

Der Beginn eines Goldenen Zeitalters für Sci-Fi-Serien

Genauso wie Dune galt Foundation lange Zeit als unverfilmbar. Goyer und sein Team haben dennoch Welten in Bewegung gesetzt, um Asimovs Gedankenwelt mit bewegten Bildern zu erforschen. Doch wie fügt sich die Serie in den Kreis konkurrierender Produktionen wie The Mandalorian und Raised by Wolves ein? Diese scheuen ebenfalls keinen Aufwand, um Geschichten ins Fernsehen zu bringen, die wir dort bisher nicht gesehen haben.

Foundation ist ein bisschen erwachsener als The Mandalorian. Raised by Wolves habe ich gesehen und fand es fantastisch. Ich glaube, wir befinden uns am Beginn eines Goldenen Zeitalters für Science-Fiction-Serien. Das Medium hat endlich mit den Möglichkeiten des Genres aufgeholt. All die Ideen, die bisher schwer verfilmbar waren, können nun dank fortgeschrittener Technologie umgesetzt werden.

Foundation startet morgen, am 24. September 2021, auf Apple TV+. Die 1. Staffel umfasst insgesamt zehn Episoden und wird wöchentlich auf der Plattform des Streaming-Diensts veröffentlicht. Am Sonntag erscheint der zweite Teil dieses Interviews auf Moviepilot.

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Werdet ihr euch Foundation anschauen?

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