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Ang Lee entfesselt Tiger & Dragon

23.12.2014 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Michelle Yeoh in Tiger & Dragon
© Arthaus/Kinowelt
Michelle Yeoh in Tiger & Dragon
Vier Oscars, 210 Millionen Dollar weltweit und eine Revitalisierung des Martial Arts-Kino, deren Einfluss bis heute spürbar ist. Das sind nur ein paar Punkte auf der Habenseite von Ang Lees Tiger & Dragon.

Nach drei Filmen in Amerika und Großbritannien (Sinn und Sinnlichkeit, Der Eissturm, Ride with the Devil) wandte sich der taiwanesische Regisseur Ang Lee wieder dem chinesischsprachigen Kino zu. In der internationalen Koproduktion Crouching Tiger, Hidden Dragon versammelte er mit Chow Yun-fat, Michelle Yeoh und Cheng Pei-pei drei Veteranen des Hongkonger Action-Kinos, um über das Alter und vertane Chancen zu sinnieren, während die zwei Jungstars Zhang Ziyi und Chang Chen gegen gesellschaftliche Zwänge rebellieren. Heraus kam ein vierfacher Oscargewinner und der erfolgreichste fremdsprachige Film, der jemals in den US-Kinos gelaufen ist.

Worum geht es in Tiger & Dragon?
400 Jahre alt ist das wertvolle Schwert, das den beiden Martial-Arts-Kriegern Li Mu Bai (Chow Yun-Fat) und Yu Shu Lien (Michelle Yeoh) gestohlen wird. Nach einer atemberaubenden Verfolgungsjagd quer über die Dächer findet Lien heraus, wer der maskierte Dieb ist: Jen (Zhang Ziyi), die schöne, wilde Gouverneurstochter, die sich mit der legendären Waffe ein freies Leben erkämpfen will. Was sie nicht weiß: Ihre Lehrmeisterin Jadefuchs (Cheng Pei-pei) ist eine raffinierte und langgesuchte Mörderin. Und mit dieser hat Li Mu Bai noch eine uralte Rechnung offen.

Für nicht wenige Actionfans hierzulande dürften die tänzelnden Auseinandersetzungen auf Baumwipfeln und Dächern einiges an Gewöhnungszeit abringen. Tatsächlich verneigt sich Ang Lee mit seinen elegant choreographierten Schwertkämpfen vor dem langlebigen Wuxia-Genre im Allgemeinen und dessen berühmtesten Regisseur im Besonderen: King Hu. Der Regisseur von buddhistisch angehauchten Epen wie Ein Hauch von Zen war einer der Innovatoren des Wire-Fu, der Draht- und Trampolin-gestützten Kämpfe, mit denen die außerordentlichen Fähigkeiten der Wuxia-Helden umgesetzt wurden. Diese standen mit ihren weichen Bewegungen und tänzerischen Schrittkombinationen im starken Kontrast zu den athletischen Choreographien des Kung Fu-Films. Lees Hommage an King Hu findet sich dabei nicht nur in Genre und einer quasi-transzendenten Auflösung. Bösewichtin Jadefuchs wird immerhin von Cheng Pei-pei gespielt, die in Das Schwert der gelben Tigerin aus dem Jahr 1966 eine der ikonischen Wuxia-Heldinnen schlechthin gespielt hatte.

Heute im TV: Tiger & Dragon
Wann: 23:10 Uhr
Wo: EinsFestival

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