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Alpha House, das bessere House of Cards?

Alpha House - Trailer (English) HD
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I don't know anything about anything, because there's nothing to know anything about. As far as i know.Abspielen
© Amazon / moviepilot
I don't know anything about anything, because there's nothing to know anything about. As far as i know.
14.10.2017 - 08:50 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Alpha House gibt es nicht mehr, gecancelt, finito. Aber das heißt nicht, dass ihr der Serie um John Goodman & Co. als Senatoren nicht doch eine Chance geben solltet, denn Alpha House ist nicht nur eine der besten Politsatiren, es ist auch immer noch eine der besten Comedyserien im Streamingdschungel!

Wie oft kocht eure Begeisterung hoch, wenn ihr gerade aus dem Kino kommt? (Das könnte zu einem Kommentar der Woche führen...) Wie oft bemerkt ihr erst später, dass das erste Boah eigentlich ein Mäh ist? (Auch das kann zu ein Kommentar der Woche werden...) Wie oft habt ihr, vielleicht durch Zufall, vielleicht durch andere Mitglieder, vielleicht durch jahrelanges, unbeirrbares Vorschlagen durch moviepilot, etwas ganz besonderes entdeckt und müsst unbedingt der Welt mitteilen, dass dort etwas Wunderbares viel zu lange übersehen wurde? Schreibt euch eure Begeisterung von der Seele! Denn irgendwann könnte es sein, dass diese Begeisterung zu einem Kommentar der Woche wird...

Der Kommentar der Woche

Sicher, Alpha House ist nicht die einzige Politikserie da draußen, es ist nicht einmal die einzige Politsatire. Es war seine zwei großartigen Staffeln lang mit Sicherheit nicht die erfolgreichste. Es war aber auf jeden Fall eine der besten. Und wenn Namedropping wie John Goodman, Bill Murray oder Garry Trudeau euer Interesse nicht entfacht haben, ThomasCines Kommentar wird euch überzeugen!

Nach dem durchschnittlichen Mozart in the Jungle und dem herzerwärmenden Transparent ist Alpha House mein dritter und bisher bester Ausflug in die Amazon Studios.
Ungefähr einen Monat habe ich mit unseren vier Senatoren im House gelebt und dabei jede Sekunde genossen. Ganz schnell wurde das Alpha House zu einem festen Bestandteil meines Lebens und so verabschiede ich mich am Ende der zweiten Staffel auch ein wenig wehmütig in die Pause bis zur dritten.

Alpha House lebt von seinen Charakteren und fährt in dieser Beziehung auch gewaltig auf. Innerhalb der zwei Staffeln habe ich nicht nur die vier Hauptfiguren auf verschiedenste Art und Weise lieben gelernt, nein, ich habe auch noch ungefähr 15 weitere Figuren erlebt. Erlebt bedeutet in diesem Fall auch "kennengelernt", aber ich wollte das Wort nicht zweimal in einem Satz benutzen. Garry Trudeau (irgendwelche Doonesbury -Fans hier?), der sich hauptverantwortlich für diese Serie zeigt, gibt jedem dieser Charaktere ausreichend Raum sich zu entfalten. Auf dieser Art und Weise schafft er ein vielseitiges Ensemble, welches in keinster Weise wegen der Wohnsituation nur Männer anspricht. Tatsächlich ist es auch eine Serie der starken Frauen, denn jeder unserer vier Senatoren wird stetig von einer oder gleich mehreren weiblichen Charakteren gestützt und unterstützt, oft auch dominiert. Den Stil, den Trudeau hier an den Tag legt, erinnert mich dabei oft an Aaron Sorkin. Schnelle, präzise und messerscharfe Dialoge pfeifen dem Zuschauer um die Ohren.
Hier liegt die zweite große Stärke dieser Serie: Die Drehbücher sind brillant. Trudeau schafft es mit Alpha House perfekt, eine satirische Serie zu erschaffen, die ihre Umgebung detailgetreu analysiert, sich dabei selbst nicht zu ernst nimmt, und dabei einen emotionalen Grundkern besitzt, mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann. Unsere vier Hauptsenatoren sind aus diesem Grund auch weit mehr als stereotype Abziehbilder. Jeder von ihnen ist distinktiv ausgearbeitet.
Die Ausarbeitung lebt hier selbstverständlich von den Schauspielern. Die vier Hauptdarsteller, angeführt vom schauspielerischen Hochfavoriten John Goodman, verkörpern ihre Rollen wunderbar und neben ihnen ist Alpha House bis zur letzten Person exzellent besetzt.

Was soll ich noch sagen? Achja, Bill Murray und Bob Balaban tauchen auch hier und dort auf. Abgesehen davon kommt jetzt ein Statement, welches manch ein Netflix-Fan nicht hören will. Sicher, Alpha House direkt mit House of Cards zu vergleichen wäre vermessen, aber doch: Immer mehr bekomme ich das Gefühl, dass das politische Thema in einer Serie wie Alpha House deutlich interessanter funktioniert, als in einer Serie wie House of Cards. Mir persönlich bleibt das Alpha House in jedem Fall länger im Kopf.

Den Originalkommentar findet ihr übrigens hier.

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