25 Jahre Speed: Warum wir John Wick-Star Keanu Reeves mehr denn je brauchen

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© Twentieth Century Fox / Concorde Filmverleih
Moviepilot Team
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Volontär beim Moviepilot. Betrachtet das Leben in 2.35:1 und hat in Programmkinos aufgrund der freien Platzwahl Angst vor einem Kontrollverlust.

Filme wie Speed würde es heute wohl nicht mehr geben. Und Busse, die nicht anhalten können, vermutlich auch nicht. 1994, als Actionfilme mit ihren einfachen Ideen noch geerdet daherkamen, eroberte Speed die Kinos. Um genau zu sein, heute vor exakt 25 Jahren: Am 10.06.1994 erschien der Actionfilm in den USA.

Der Bus mit dem tödlichen Tempomat und Sandra Bullock erreichte die hiesigen Leinwände mit viermonatiger Verspätung, was aber den folgenden Durchbruch von Hauptdarsteller Keanu Reeves nicht schmälern sollte. Dem in Beirut geborenen kanadisch-amerikanischen Schauspieler sollte eine große Karriere bevorstehen, die mit Matrix schon 1999 ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Keanu Reeves ist ein Senkrechtstarter und doch ist er nie in die Stratosphäre abgehoben.

Von Speed bis John Wick: Keanu Reeves blieb stets am Boden

Im neuen Jahrtausend konnte er an den Matrix-Erfolg nicht mehr anknüpfen, bis John Wick kam: Ausgerechnet sein eigener Matrix-Stuntman Chad Stahelski brachte Reeves vor fünf Jahren an den großen Tisch zurück. Die Rolle des rachelüsternen Auftragskillers hatte so gar nichts mit dem idealistischen Auserwählten Neo gemein, den man zuvor mit dem Akteur in Verbindung brachte und doch war sie ihm wie auf den Leib geschnitten.

Obwohl John Wick im Jahr 2014 an den weltweiten Kinokassen nicht einmal 100 Millionen US-Dollar einspielen konnte, ist Chad Stahelskis Regiedebüt ein regelrechter Katalysator für Keanu Reeves' Wiederauferstehung. Die nachfolgenden Teile wurden immer erfolgreicher. Seit dem 23.05.2019 läuft John Wick: Kapitel 3 in den Filmpalästen, ein vierter Teil ist bereits angekündigt.

Bei Keanu Reeves läuft es wieder und doch überwiegen in der Filmografie des populären Schauspielers streng genommen die Flops. Der wahnsinnig teure Martial Arts-Blockbuster 47 Ronin zum Beispiel ging 2013 an den Kinokassen ordentlich baden, erst kürzlich leistete sich Reeves mit Replicas den größten Misserfolg seiner Karriere. Zudem wird ihm immer wieder gerne mangelndes Schauspieltalent vorgeworfen. Doch all das spielt praktisch keine Rolle.

Wir brauchen Keanu Reeves, aber er braucht uns nicht

"Keanu Reeves ist zu gut für diese Welt", schreibt der New Yorker über die Matrix-Ikone, die mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 300 Millionen US-Dollar zu den bestbezahlten Schauspielern des Planeten gehört. Weniger gelungene Kinoausflüge können daran nichts ändern, auch weil Reeves keine Dekadenz kennt. Im sonst so prestigeträchtigen Filmgeschäft lässt sich kaum ein Star finden, der so bescheiden mit seinem Status Quo umgeht.

Es ist kein Geheimnis, dass Keanu Reeves trotz Millionengagen weitestgehend auf Luxus verzichtet. Weltbekannt sind die YouTube-Videos, in denen der Superstar mit der U-Bahn statt im schicken Flitzer unterwegs ist.

In Boulevard-Blättern finden sich Artikel wie Fotos, die ihn beim Abhängen mit Obdachlosen zeigen. Einfach nur so. Oder die wohl traurigste Momentaufnahme: "Sad Keanu" Reeves, der allein auf einer Parkbank ein Sandwich isst. Der Paparazzi-Schnappschuss ist längst zum Meme geworden.

Irgendwie ist bei dieser Person alles anders und doch völlig normal. Mehr als 250 Millionen Dollar Gage soll Reeves mit der Matrix-Trilogie verdient haben. Etwa 75 Millionen davon hat die Hauptattraktion der Filme angeblich an die Kostümdesigner und Effekte-Spezialisten weitergereicht, weil diese die Titel mit ihrer Arbeit erst zum Leben erweckt haben.

Eine Stiftung für Krebsforschung finanziert der Schauspieler übrigens auch und das ist nur die Spitze des philantropischen Eisbergs. Bei so viel Uneigennützigkeit stellt sich die Frage: Ist Keaunu Reeves überhaupt ein Mensch?

Keanu Reeves: Das Ding aus einer anderen Welt

Manchmal fühlt es sich fast so an, als wäre Reeves in Wirklichkeit seine Rolle aus Der Tag, an dem die Erde stillstand, also ein außerirdisches Wesen, das auf der Erde landet. Eine menschenähnliche Gestalt, bei der man nie ganz sicher ist, was sie wirklich will. Oder verkörpert der übrigens auch als Bassist tätige Künstler den echten Superman, der wie einst Kal-El von einem fernen Planeten hergeschickt wurde, um unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Zweifel am irdischen Ursprung des Kanadiers sät auch sein Segen an ewiger Jugend. Sprich: Der Mann altert nicht. Abgesehen vom schicken Bart und den langen Haaren scheint die Zeit beim Schauspieler spurlos vorbeizugehen. Optisch sind die 54 Jahre ihm jedenfalls kaum anzusehen, womöglich weilt Reeves bereits weitaus länger unter uns: In Florenz findet sich mit einem im 16. Jahrhundert verewigten Porträt der Beweis.

John Wicks Leinwandgesicht teilt sich mit dem Mission: Impossible-Helden Tom Cruise einen für Hollywood unverzichtbaren Vorteil. Egal, wie viele Jahre auch vergehen mögen, auf diese Namen kann immer gesetzt werden. Dem Action-Kino der Gegenwart gehen mehr und mehr die Typen und Aushängeschilder aus, die einst das Genre zum Erblühen brachten.

Während Legenden wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Harrison Ford ihren Zenit längst überschritten haben und das in ihren Comeback-Auftritten in Terminator, Rambo und Indiana Jones auch mehr als sichtbar ist, werden die unsterblichen Leinwandgrößen Cruise und Reeves einfach immer besser.

Hollywood gehen die Helden aus

Muss bei den James Bond-Werken der Doppelnullagent regelmäßig einem Personalwechsel unterzogen werden, springt Tom Cruise auch 23 Jahre nach dem ersten Mission: Impossible als Ethan Hunt über Häuserdächer. Zum Glück haben die Wachowski-Geschwister aus Matrix kein Cinematic Universe mit 21 Sequels geformt, aber wäre es dazu gekommen, dann könnte Keanu Reeves vermutlich auch die nächste Dekade noch mühelos als Neo Kugeln ausweichen.

Der Actionstar verrichtet seine Arbeit vielleicht nicht mit der größten Mimik, dafür aber mit einer Selbstverständlichkeit, die im aktuellen Franchise-Geschäft von Hollywood selten vorzufinden ist. Es ist eben nur ein Job. Das Porträt aus Florenz deutete es schon an: Vielleicht stammt Keanu Reeves nicht von einer anderen Welt, sondern aus einer anderen Zeit. "Ich habe ständig das Gefühl, nicht zu dieser Generation zu gehören", sagte er einmal. "Ich lebe nur in ihr."

Ein Held, den wir brauchen, aber eigentlich nicht verdienen. Wer so sehr am Boden bleibt, der kann auch gar nicht erst fallen.

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