Der letzte Mann ist ein Sozialdrama aus dem Jahr 1924 von F.W. Murnau mit Emil Jannings, Maly Delschaft und Max Hiller.

In F.W. Murnaus Stummfilmklassiker Der letzte Mann wird Emil Jannings als gealterter Hotelportier vom Direktor degradiert. Die Schmach versucht er vor seiner Familie zu verheimlichen.

Kompletter Inhalt & Hintergrundinfos zu Der letzte Mann

Der Hotelportier (Emil Jannings) des Hotels Atlantic stammt aus armen Verhältnissen und hat bereits ein hohes Alter erreicht. Als er dann noch eines Tages wegen eines zu schweren Koffers einen Schwächeanfall erleidet, degradiert ihn der Hotelbesitzer (Hans Unterkircher) zum Toilettenwärter und setzt einen Jüngeren an seinen Platz.

Für den Portier ist diese neue Wendung in seinem Leben von großer Tragik: er fühlt sich erniedrigt und vermittelt Familie und Freunden zunächst den Eindruck, dass alles unverändert ist und stielt aus diesem Grund extra die alte Portiers-Uniform. Als seine Tochter (Maly Delschaft) ihren Bräutigam (Max Hiller) heiratet, fliegt die Lüge auf und alle wenden sich von ihm ab.

Hintergrund & Infos zu Der letzte Mann
Der Film war vor allem aus filmtechnischer Sicht eine Besonderheit. Der Kameramann Karl Freund schuf in diesem Film den Stil der ‘entfesselten Kamera’: dabei schnallte er sich die Kamera um den Körper, benutze also kein Stativ, und konnte auf diese Weise die Schauspieler direkt in all ihren Bewegungen aufnehmen. Wenn also eine Person wegen Trunkenheit schwankt, vermittelt auch die Kamera dem Zuschauer ein Gefühl des Taumelns. Die Vorgehensweise der ‘entfesselten Kamera’ Karl Freunds erweist sich nicht nur als Mutter der Plansequenz, sie erschafft auch ganz wunderbare Bilder und Erzählstrategien, die wohl wirklich nur in jener schmalen Epoche des Films zwischen der technisch ausreichenden Entwicklung der Kamerakonstruktion und dem Aufkommen des Tonfilms kurz darauf denkbar gewesen sind: Indem man ihn durch Kamerafahrten und das stete Eindringen der Kamera in die Dekoration simuliert, ist man dem Ton immer auf der Spur.

Trotz seines absurden Happy-Ends, das dem Film auf Verlangen der UFA aufgesetzt wurde, bleibt F.W. Murnaus Der letzte Mann ein sehr beeindruckender Versuch, eine Geschichte ohne Verwendung von Zwischentiteln zu erzählen. Filmhistorisch deutet Der letzte Mann bereits auf den deutschen Expressionismus hin zeigt sich z.B. durch den Einsatz von verzerrenden Linsen oder davor angebrachter eingefetteter Glasplatten. Inhaltlich wird das vor allem in der Traumsequenz deutlich.

Der F.W. Murnau-Spezialist Luciano Berriatúa führte eine Rekonstruktion der ehemals drei Fassungen des Films bei der Berlinale 2003 im Rahmen der Murnau-Retrospektive vor.

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