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DVD-Kritik zu Solomon Kane

Verfluchter Puritaner kämpft gegen Satans Heerscharen

31.08.2010 - 14:30 Uhr
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Ausschnitt aus dem russischen Plakat zu Solomon Kane
© Constantin
Ausschnitt aus dem russischen Plakat zu Solomon Kane
Mit Solomon Kane, der momentan auf dem Fantasy Filmfest zu sehen ist, kriegt auch das evangelische England des 16. Jahrhunderts den Superhelden, den es verdient. Wir sagen euch, ob eure Gebete für eine anständige Videopremiere erhört wurden.

Um was es in Solomon Kane geht
England, 16 Jahrhundert: Der Todesengel des Teufels hat es auf die Seele des blutrünstigen Söldners Solomon Kane (James Purefoy) abgesehen. Diesem gelingt jedoch die Flucht in ein Kloster, wo er jeder Gewalt abschwört und hofft, sich dadurch vor dem Teufel verbergen zu können. Als der reuige Sünder gezwungen ist, dass Kloster zu verlassen, wird sein Bekenntnis zur Gewaltfreiheit jedoch schnell zum Problem: Ein Hexenmeister überzieht das Land mit Krieg und Zerstörung und versklavt die Bevölkerung. Solomon Kane muss diesem entgegentreten und sich dafür auf alte Tugenden besinnen.

Produzenten setzen auf alttestamentarischen Blutdurst
Solomon Kane basiert auf dem gleichnamigen Comic von Robert E. Howard. Wir können uns denken, was die Produzenten an dem Stoff gereizt hat. Es handelt sich um einen Fantasystoff, mit garantierter Fanbasis und dem Potential zur Franchise. Der Titelheld ist ein gläubiges Raubein, dass sich aber auch nicht dafür zu schade ist, recht häufig Schurken, Zombies und/ oder Vampire (wir waren uns nicht sicher) kurz und klein zu hacken. Er scheint somit interessant sowohl für Comicbegeisterte als auch für die, seit Die Passion Christi neu entdeckte Schar gläubiger Kinogänger, mit alttestamentarischem Blutdurst.

Satanische Spezialeffekte vs. höllisches Make up
Dabei sind die Produzenten entweder davon ausgegangen, dass Solomon Kane ein solcher Selbstläufer ist, dass jede übermäßige Investition in Spezialeffekte und Maske Verschwendung wäre, oder die 45 Millionen Dollar Budget waren einfach nicht genug. Beide Departments bieten Trash vom Feinsten. Herausgekommen sind recht drollige Szenen, in denen der Titelheld von Geistern attackiert wird, die direkt aus Highlander – Es kann nur einen geben in den Film geflattert zu sein scheinen. Und die erwähnten Vampir-Zombies sollten es aus ihrer Zeit in der buffy–im-bann-der-damonen Fernsehserie doch eigentlich auch besser wissen. Das ist alles recht amüsant und zumindest wir fühlten uns in den Actionszenen an 1980er Jahre Fantasyfilme wie Willow und Krull erinnert, wo versucht wurde mit offensichtlich nicht ausreichenden Mitteln monumentale Action zu zaubern.

Solomon Kane watet in Blut bleibt aber trotzdem blass
Die Action ist in Solomon Kane allerdings um einiges brutaler als sie in diesen Filmen war, was den Fantasystreifen zumindest für Freunde mittelschweren Gores interessant machen dürfte. Handlungstechnisch bietet der Film nichts Neues, aber das muss es ja eigentlich auch nicht. Die Zielvorgabe lautet schließlich nicht Citizen Kane, sondern “bitte nicht Spawn”. Eine oder zwei überraschende Situationen oder wenigstens ein interessanter Charakter wären trotzdem ganz schön gewesen. Der Titelheld qualifiziert sich jedenfalls nicht als letzerer. James Purfoy, bekannt vor allem durch seine Rolle als Mark Anton aus der herrlichen Sandalenserie Rom gibt sich redlich Mühe, aber als puritanischer Söldner auf Kriegspfad besteht seine Hauptaufgabe neben dem gelegentlichen Massaker darin, wechselweise entschlossen,verzweifelt und böse dreinzuschauen. Da ist das Make up seiner dämonischen Kontrahenten nun einmal viel unterhaltsamer.

Für einen anständigen Tod reicht es einfach nicht
Wenigstens ein kleiner Teil des Budgets scheint in die Besetzung der Nebenrollen geflossen zu sein. Diese nimmt sich für eine Videopremiere (zumindest in Deutschland) recht anständig aus: Pete Postlethwaite und Max von Sydow spielen kleine Rollen und leihen Solomon Kane ein ganz klein wenig Klasse. Max von Sydow war es übrigens, der einst in Das siebente Siegel den Tod zum Schach herausforderte und ihm etwas Lebenszeit abtrotze. In Solomon Kane mischt lediglich der “Todesengel des Teufels” mit. Kein Wunder: Wer genug Grips hat Schach zu spielen, wird sich nicht in mittelmäßigem Trash wie Solomon Kane blicken lassen.

Extras auf der Solomon Kane-DVD
Laut Angaben des Verleihers gibt es eine MTV Featurette (ca. 1,2 Min.), ein vierminütiges Making of, Interviews (ca.35 Min.) und einen Blick hinter die Kulissen (ca. 15 Min.). Zu erwerben ist Solomon Kane-DVD ab dem 7. Oktober bei amazon. Falls ihr zu den auserwählten zählt, die das Glück haben, in einer der Städte zu wohnen, in dem das Fantasy Filmfest gastiert, könnt ihr euch die höllischen Machenschaften des Solomon Kane auch auf der großen Leinwand anschauen.

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