Wunschdenken

Top 7 der Serien, denen wir einen Film wünschen

16.02.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Sons of Anarchy
© FX
Sons of Anarchy
Serien begleiten uns eine lange, lange Zeit und bei manchen würden wir gern sehen, dass sie auch auf der großen Leinwand Präsenz zeigen. Wir wünschen uns, das aus diesen sieben Serien ein Kinofilm wird. Geht ihr mit uns konform?

Es passiert gerade: Veronica Mars und Entourage kommen ins Kino. Andere Serien haben es bereits geschafft wie 21 Jump Street sowie Sex and the City, wieder anderen wird durch Gerüchte immer wieder die Möglichkeit eingeräumt, vielleicht auf der großen Leinwand die Fan-Gemeinde zu beglücken (siehe: Arrested Development Movie und 24). Serien erobern also auch die Leinwand und wir wünschen uns, das aus den folgenden sieben Serien mindestens ein Kinofilm wird.

Andrea – The IT-Crowd
Wenn Roy (Chris O’Dowd) mit seinem Standardsatz „Have you tried turning it off an on again?“ unzufriedenen Computerbenutzern die einfachsten Dinge zum tausendsten Mal erklärt, dann folgt eine zynische Gag-Dichte auf hohem Niveau, wie sie zumeist bloß in britischen Serien zu finden ist. So auch hier. Der Ire O’Dowd und Engländer Richard Ayoade waren 2006, als die britische Büro-Sitcom The IT Crowd die erste von vier Staffeln lostrat, kaum bekannt. Heute gehört O’Dowd zu gern gesehenen Hauptakteuren (The Sapphires) und Ayoade legt mit The Double seinen zweiten Langspielfilm als Regisseur hin. Wie schön wäre es, die Chaostruppe bestehend aus Roy, Moss (Ayoade) und die sozial fähigere, jedoch beruflich versagende Jen (Katherine Parkinson) vereint zu sehen. Es könnte ein 90-minütiges Abenteuer werden, das ihren Nerd-Charme, die vereinten Kräfte ihres Geektums, die umfassenden IT-Kenntnisse und die hohe Fettnäpfchenrate auf die Leinwand bannt. Die Special-Folge im September letzten Jahres war uns jedenfalls zu wenig. Vielleicht möchte Ayoade ja Regie führen?

Ines – Sons of Anarchy
Ich hätte gern einen echten Rocker-Film auf der Leinwand, der den Weiten der amerikanischen Landschaft nachspürt, aber auch dem american way of life. Damit verbunden wären natürlich männliche Machtkämpfe und familiäre Dramen, kriminelle Machenschaften und private Leidensgeschichten. Sons of Anarchy bietet so eine Möglichkeit und ist nur auf den ersten Blick eine ganz normale Rocker-Serie. Unter der actionorientierten Oberfläche offenbart sich ein knallhartes shakespearsches Drama, welches sich großen Fragen stellt. Dies in einem Film zu sehen, unterlegt mit schweißtreibender Musik und besetzt mit guten Darstellern, hätte was.

Robert – Der Tatortreiniger
Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben” Damit hat Heiko ‚Schotty‘ Schotte nicht ganz unrecht. Die vom Geheimtipp zum Phänomen mutierte Serie Der Tatortreiniger bietet eigentlich alles, was man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so schmerzlich vermisst: Feingeist, Humor und interessante Charaktere. Ich bin einfach mal Visionär und denke, dass Bjarne Mädel auch in einem 90-minütigen Kinofilm überzeugen könnte. Regisseur Arne Feldhusen müsste dafür nicht zwangsläufig das kammerspielartige Ambiente verlassen. Es würde schon reichen, etwas größer zu denken. Vielleicht begegnet Schotty in einem Kinofilm ja auch einfach einem Tatortreiniger im Ruhestand und sieht sich mit seiner eigenen Zukunft konfrontiert? Potential gibt es genug und ich kann gar nicht genug bekommen von ihm.

Jenny – Fawlty Towers
Fawlty Towers ist perfekt, keine Frage. Zwei Staffeln, 12 Episoden fein kalibrierten Gag-Aufbaus bis zur Explosion bietet diese Serie von John Cleese und Connie Booth. Wenn es eine Fortsetzung gäbe, dann müsste es ein Neunzigminüter sein, der knapp vierzig Jahre nach Erstausstrahlung erkundet, was aus dem gierigen Hotelbesitzer Basil Fawlty und seiner Frau geworden ist. Stecken sie immer noch im Ehekrieg? Kommandieren sie immer noch den armen Manuel herum? Das könnte eine unheimlich komische und im gleichen Atemzug eine unheimlich verbitterte Angelegenheit sein, den ergrauten Fawltys dabei zuzusehen, wie sie sich zerfleischen und über die Jahrzehnte nichts dazu gelernt haben. Es ist ein Fall für Mike Leigh!

Lennard – Extras
Es muss gar nicht unbedingt eine Hauptrolle sein. Wenigstens eine einzige, winzige Zeile in einem Kinofilm und der sensationell erfolglose Schauspieler Andy Millman wäre der glücklichste Mensch der Welt. Dabei treibt er sich Folge für Folge an Filmsets von Hollywoodstars wie Ben Stiller oder Kate Winslet rum, um irgendwie den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Er und seine Schauspielerkollegin Maggie sind aber nunmal nicht mehr und nicht weniger als Extras, ungeliebte Statisten, die versuchen im eiskalten Filmgeschäft Fuß zu fassen. Ricky Gervais spielt wie immer hervorragend sich selbst und fällt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Stephen Merchant, mit dem er auch schon The Office kreierte, gibt seinen völlig unfähigen Agenten. Jede Extras-Episode glänzt zudem durch einen Gaststar, der zwar unter richtigem Namen, aber mit fiktiver Persönlichkeit auftritt. Vielleicht haben die Macher aufgehört als es am schönsten war, aber trotzdem würde ich mir für eine Kino-Adaption dieser urkomischen Serie definitiv eine Karte besorgen. I definitely would be having a laugh!

Ines – Veep – Die Vizepräsidentin
Eine Politik-Satire, die die US-Regierung so richtig auf die Schippe nimmt, gab es schon lange nicht mehr. Filmemacher sollten also ein Auge auf Veep – Die Vizepräsidentin werfen. Der Politik-Betrieb wird hier trocken und bissig dargestellt. Für den Zuschauer wäre eine Leinwand-Version der TV-Serie ein echter Bildungscoup: Er würde tief ins politische System der USA schauen und die Absurdität so mancher Entscheidung erkennen. Er würde in die menschlichen Abgründe von Politikern abtauchen und dabei viele neue Schimpfwörter lernen. Vielleicht käme ja eine herrliche Satire wie Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt dabei heraus.

Christoph – The Wire
Mit The Wire flimmerte von 2002 bis 2008 eine der hochwertigsten und komplexesten Cop-Serien aller Zeiten über den heimischen Bildschirm, die mit seiner tiefgreifenden Geschichte den Zuschauer immer wieder zur Konzentration zwang und mit den unterschiedlichsten Erzählsträngen mitunter überforderte, doch am Ende die Sehgewohnheiten veränderte. Fernab von klischeebeladener TV-Krimi-Kost schaffte es The Wire vom verzweifelten Drogenkrieg und der zerütteten Stadt Baltimore zu erzählen und dabei gleichzeitig die amerikanische Gesellschaft und Politik zu reflektieren. Wie schön wäre es, noch einmal mit Jimmy McNulty auf Streife zu gehen, Bunk mit seiner Zigarre im Mund fluchen zu hören, Freamon beim Knobeln zuzusehen und zu erfahren, was aus Bubbles geworden ist. Das alte Team sollte noch einmal zusammen finden, um sich erneut gegen die Drogen und politische Fehlentscheidungen zu stellen. Dominic West forderte The Wire-Schöpfer David Simon schon 2008 auf, sich an eine Verfilmung zu setzen, doch bisher lässt diese noch auf sich warten. Ich wäre bereit und sehne mich nach einem Wiedersehen.

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