The Walking Dead: Der verrückte Governor wird schmerzlich vermisst

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David Morrissey in The Walking Dead
21.06.2019 - 13:55 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Heute feiert David Morrissey seinen 55. Geburtstag. Bekannt ist er für die Rolle des Governors in The Walking Dead - ein Antagonist, an den wir uns gern zurückerinnern.

Dem Briten David Morrissey fällt es sehr leicht, vor der Kamera mit Zurückhaltung die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Verkörperung mysteriöser, kühler Figuren ist sein Spezialgebiet. Seine Mimik verrät stets genug, um unser Interesse zu wecken, und nie zu viel, sodass es bestehen bleibt. Heute wird der Schauspieler 55. Wir nehmen das Ereignis zum Anlass, um seiner bedeutendsten Rolle zu huldigen.

In Staffel 3 und 4 der Zombieserie The Walking Dead präsentierte uns Morrissey einen Governor, der von dem beliebten Schurken aus den Comics abwich, die meisten Fans aber dennoch mühelos auf seine Seite ziehen konnte. Seit seinem Serientod ist viel Zeit vergangen und doch klafft noch immer eine Lücke, wo der Governor einst größenwahnsinnig mit seinem Panzer anrückte.

Mit dem Governor erlebte The Walking Dead eine Hochphase

The Walking Dead

In mittlerweile 9 Staffeln hat The Walking Dead einige Antagonisten kommen und gehen sehen, tatsächlich war bzw. ist die Serie immer nur so gut wie ihr aktueller Bösewicht. Den Governor aka Philip Blake aka Brian Heriot lernten wir zunächst als resolutes Alphatier mit verstörenden Sammler-Gewohnheiten (Stichwort: abgetrennte Köpfe in Aquarien) kennen, später gewann er im Licht seiner Hintergrundgeschichte an Menschlichkeit, ohne sich zum Antihelden zu wandeln.

Faszination verströmte der Charakter dabei vor allem dank seiner Unberechenbarkeit. Wann immer es galt, Macht zu erlangen und zu erhalten, setzte er alles aufs Spiel und war sogar bereit, eine ganze Gemeinschaft zu opfern. So weit trieb es bislang keiner seiner Vorgänger oder Nachfolger in The Walking Dead.

Den Governor als klugen Strategen zu beschreiben, wäre wahrscheinlich eine Übertreibung, und doch gelang es ihm zweimal, sich an die Spitze einer Gruppe von Überlebenden zu setzen. Wie weit ihn sein eiserner Wille gebracht hat, ist bemerkenswert, zugleich aber war jederzeit klar, dass ein so Wahnsinniger wie er der Serie nicht ewig erhalten bleiben kann. Der Abschied der Figur in Staffel 4 folgte mit einem Knall, nichts anderes wäre ihr gerecht geworden.

Der Governor aus The Walking Dead: Ein besserer Antagonist als Negan?

Neben dem Governor zählt Negan als bis hierhin bedeutsamster Gegenspieler aus The Walking Dead. Ein Vergleich der beiden drängt sich daher auf, weist aber weder den einen noch den anderen als "besseren" oder "schlechteren" Bösewicht aus.

Negan stieg durch sein dominantes Auftreten in Verbindung mit gefürchteten Gewaltausbrüchen schnell zu einer grausamen Institution in The Walking Dead auf, gleichwohl ist er ein Mann mit Prinzipien, der eine bestimmte Ordnung schätzt. Der Governor hingegen verbreitete nie wirklich die Aura eines verantwortungsbewussten Anführers, sondern schien - auf die ihm eigene perfide Art - ganz im Gegenteil erst im Chaos richtig aufzublühen.

David Morrissey in The Walking Dead

Vereint sind der Governor und Negan dagegen insbesondere durch eine von Verlust geprägte Vergangenheit, an der sie in der Gegenwart auf sonderbare Weise festhalten: Der eine kümmert sich heimlich um seine schon lange zum Zombie mutierte kleine Tochter, für den anderen lebt die verstorbene Ehefrau in Gestalt eines blutdurstigen Baseball-Schlägers gewissermaßen weiter.

Im Gegensatz zu Negan in Staffel 9 war dem Governor keine Läuterung vergönnt. Er buhlte nie um die Sympathien der Zuschauer, wollte vielmehr bis zuletzt die Welt in Flammen sehen. Ausgebremst wurde er höchstens durch die wirkungslose Romanze mit Andrea (Laurie Holden), doch nicht einmal solche Störfaktoren können seinem Mythos nachhaltig etwas anhaben.

Feiert David Morrissey ein Comeback als Governor bei The Walking Dead?

David Morrissey äußerte schon mehrmals, mit dem Governor noch nicht abgeschlossen zu haben und sich eine Rückkehr in die Rolle durchaus vorstellen zu können. Das dürfte mit Blick auf die Hauptserie zwar schwierig werden, einer Reanimierung der Figur in beispielsweise einem Spin-off steht theoretisch aber zunächst einmal nichts entgegen.

Ob das Zombie-Franchise nach Fear the Walking Dead und mit unter anderem drei Rick-Filmen in Planung unbedingt noch mehr Ableger braucht, ist zwar eine berechtigte Frage. Andererseits ist der Governor nicht einfach irgendjemand und wäre jederzeit eine willkommene Bereicherung.

Bis es so weit ist, träume ich weiter von der Battle of the Bastards im The Walking Dead-Univerum: Der Governor gegen Negan.

Habt ihr auch ein Herz für den Governor aus The Walking Dead?

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