The Mandalorian mit mehr Gesicht: Star Wars-Held durchläuft seine größte Wandlung

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Star Wars: The Mandalorian
11.12.2020 - 16:00 UhrVor 12 Monaten aktualisiert
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Mit der 7. Folge der 2. Staffel liefert The Mandalorian eine unberechenbare Folge voller Explosionen und düsterer Abgründe ab. Und das Beste ist: Wir bekommen Pedro Pascals Gesicht zu sehen.

Nach dem enttäuschenden Kapitel letzte Woche befindet sich The Mandalorian wieder auf Kurs. In der 7. Folge der 2. Staffel präsentiert sich die Star Wars-Serie von ihrer besten Seite. Uns erwartet ein wildes Abenteuer inklusive der Infiltrierung einer imperialen Basis. Was Der Getreue abseits der Action richtig gut macht, ist der Umgang mit den Figuren. Besonders Din Djarins (Pedro Pascal) große Wandlung kristallisiert sich heraus.

Eine der unberechenbarsten The Mandalorian-Folgen

Gerade nach der fantasielosen Boba Fett-Rückkehr erweist sich diese Episode als Wohltat. Rick Famuyiwa ist der kreative Kopf, den wir den äußerst unterhaltsamen Abstecher auf den Planeten Morak zu verdanken haben. In der 1. Staffel inszenierte er bereits zwei denkwürdige Folgen. Es handelt sich um das herrliche Jawa-Tohuwabohu und den Einbruch in ein Gefängnisschiff der Neuen Republik.

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Mit Baby Yoda und Co.

Wenn The Mandalorian einen Filmemacher mit einer eigenen Star Wars-Stimme hervorgebracht hat, dann ist es Famuyiwa. Seine Episoden heben sich tonal eindeutig vom Rest der Serie ab. Am auffälligsten ist der (schwarze) Humor, den er geschickt in die Handlung schleust. Nicht selten verbindet er ihn mit den Schattenseiten des Sternenkriegs. Auch in Der Getreue tun sich viele dieser Abgründe auf.

The Mandalorian

Um Baby Yoda aus den Fängen von Moff Gideon (Giancarlo Esposito) zu befreien, sieht sich Din gezwungen, einen alten Gegenspieler zu rekrutieren. Migs Mayfield (Bill Burr) schuftet als Gefangener auf einem Schrottplatz, als er die frohe Botschaft erfährt. Seine imperiale Vergangenheit macht ihn zum wertvollen Verbündeten für die Mission. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

  • Was macht Baby Yoda? Nichts! Der Getreue entpuppt sich als erste Mando-Folge ohne Grogu-Content. Zwar fungiert er im Hintergrund als Motor der Handlung. Spannend ist trotzdem, dass The Mandalorian auch ohne Szenen mit dem kleinen Vielfraß funktioniert.

Obwohl wir uns in dieser Folge auf der Suche nach einem weiteren Wegweiser (diesmal zu Richtung Moff Gideon) befinden, erzählt The Mandalorian unheimlich viel über die Figuren und die Welt, in der sie sich bewegen. Vor allem Din wird mit seinen Grenzen konfrontiert, wenn es um die Frage nach seinem Helm geht. Schon durch die schicksalhafte Begegnung mit Bo-Katan Kryze (Katee Sackhoff) erschütterte sein steifer Beskar-Glauben.

Pedro Pascal zeigt endlich wieder sein Star Wars-Gesicht

Mayfield, von Natur aus ein provozierender Charakter, sticht zusätzlich in die Wunde. Als Din seinen Mando-Helm gegen den eines Stormtroopers eintauscht, entdeckt er eine Ungereimtheit im Credo des Kopfgeldjägerkollegen: Geht es Din darum, den Helm eines Mandalorianers zu tragen? Oder geht es darum, sein wahres Gesicht zu verbergen? Din drückt sich vor der Antwort, weil er sie selbst nicht kennt.

Erst im Eifer des Gefechts trifft Din die Entscheidung, die er am liebsten nie getroffen hätte. Um an die Koordination von Gideons Schiff zu gelangen, muss er sich einem Gesichtsscan unterziehen. Sprich: Din ist bereit, für Baby Yoda alles aufs Spiel zu setzen - auch den Schutzwall, den er sich mühsam aufgebaut hat, um sich selbst zu retten. Mehr und mehr verabschiedet er sich von seiner Rüstung, um ein Vater zu werden.

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Din lernt in der 2. Staffel, seine Verletzlichkeit zu akzeptieren. In den letzten Minuten der Folge traut er es sich sogar, den Mann zur Rede zu stellen, der für all seinen Schmerz verantwortlich ist. Moff Gideon quält Baby Yoda und das Volk der Mandalorianer. Unter den vielen verschiedenen Star Wars-Bösewichten gehört er einer besonders üblen Sorte an. Er ist nicht der einzige Fiesling, der in The Mandalorian vorbeischaut.

Ein Game of Thrones-Bösewicht spielt in Star Wars auf

Richard Brake, der in der 4. und 5. Staffel von Game of Thrones den Nachtkönig verkörperte, schleicht sich als imperialer Offizier in das neue Mando-Kapitel. Harte Wangenknochen und ein bleiches Gesicht: Sein Valin Hess wäre am liebsten der neue Grand Moff Tarkin. Er ist allerdings nie so weit auf der Karriereleiter aufgestiegen. Grausame Taten konnte er dennoch vollbringen - und zwar zur Genüge.

Mayfield erkennt in Hess seinen ehemaligen Vorgesetzten und verliert jeglichen Mut. Obwohl er sonst kein Problem damit hat, sich mit zwielichtigen Zeitgenoss/innen herumzutreiben, haben Hess' Machenschaften tiefe Wunden bei Mayfield hinterlassen. Hier deutet sich Dins Entwicklung an. Auch Mayfield überwindet seine inneren Konflikte und wendet sich schließlich gegen den Peiniger.

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Zuvor kommt es aber zu einem höchst unangenehmen Gespräch zwischen Din, Mayfield und Hess. Der Offizier will auf die zwei neuen Helden anstoßen, immerhin haben sie gerade einen wertvollen Rhydonium-Transport gegen einen Piratenangriff verteidigt. Es ist einer von vielen unerwarteten Momenten mit denen Rick Famuyiwas Drehbuch begeistert. Unfreiwillig finden sich die Figuren plötzlich im anderen Lager wieder.

Zwischen Gut und Böse im Star Wars-Universum

Während die Uhr tickt, sollen ruhmreiche Siege des Imperiums gefeiert werden. In Wahrheit markieren diese Tod und Verderben. Die Auswirkungen sehen Din und Mayfield am Wegesrand. Für die meisten Bewohner/innen der Galaxis ist es egal, ob das Imperium oder die Neue Republik für Ordnung sorgt, wie Mayfield nahelegt. So oder so dringt eine größere Macht in fremde Welten ein und stellt Regeln auf.

  • Eine der größten Verliererinnen in The Mandalorian ist Ming-Na Wen. In keiner ihrer drei Folgen hat sie bisher gutes Material erhalten, mit dem sie arbeiten kann, was im Hinblick auf ihre große Rückkehr sehr irritierend ist.

Extrem düster sind die Zwischentöne, die The Mandalorian diese Woche anschlägt. Mayfields Einstellung verdeutlicht die Ära, in der wir uns in der Star Wars-Timeline befinden. Am Rand der Galaxis hat der Zusammenbruch der Imperiums nur für mehr Chaos gesorgt. Die Neue Republik wird nicht als rechtschaffen wahrgenommen. Auch Cara Dune verbiegt als Marshal die Regeln und schenkt Mayfield die Freiheit.

Eine klare Linie ist nicht zu erkennen. Rick Famuyiwas Star Wars steckt voller Widersprüche und Grauzonen. Trotzdem trägt seine neue Episode den Titel Der Getreue, was auf eine Figur mit Gewissen schließen lässt. Es könnte kaum poetischer sein.

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