Man kann Stephen King gewiss nicht vorwerfen, dass er sich als mehrfacher Bestseller-Autor gegenüber Verfilmungen seiner Werke verschließen würde. Immerhin werden seit 50 Jahren seine Vorlagen regelmäßig für Kino, TV und Stream umgesetzt, wodurch die Anzahl der King-Adaptionen mittlerweile eine ziemlich stattliche Höhe erreicht hat.
Dass es bei all den Filmen und Serien fast schon zwangsläufig Qualitätsunterschiede geben muss, ist natürlich auch King bewusst. Mit seiner abschätzigen Meinung zu einer ganz bestimmten Verfilmung konnte er aber dennoch nicht hinterm Berg halten. Wie er 1986 nämlich dem Magazin American Film verriet, hält er den zwei Jahre zuvor veröffentlichten Horror-Thriller Der Feuerteufel für ein absolut furchtbares Werk.
Stephen King hält Der Feuerteufel für "eine der schlechtesten" Verfilmungen seiner Bücher
Mit Der Feuerteufel verfilmte Regisseur Mark L. Lester (Das Phantom Kommando) Kings 1980er-Roman Feuerkind. Im Film, der vor 42 Jahren seinen Kinostart feierte, geht es um die dreiköpfige Familie McGee, die aufgrund wissenschaftlicher Experimente übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Vor allem die der kleinen Tochter Charlie (Drew Barrymore) sind besonders stark ausgeprägt: Per Gedankenkraft kann das Mädchen Feuer entfachen, weshalb eine obskure Geheimorganisation namens "Das Institut" Charlie entführen und ihre Gabe für militärische Zwecke ausnutzen will. Ein verhängnisvoller Fehler...
Für King markierte der Horrorfilm schon damals einen Tiefpunkt, was die Adaptionen seiner literarischen Vorlagen betrifft:
Der Feuerteufel ist eine der schlechtesten [Verfilmungen meiner Bücher], obwohl sie sich storytechnisch sehr nah am Original orientiert. Aber der Film ist geschmacklos wie Kartoffelbrei aus der Kantine.
Unter anderem missbilligt er die Spezialeffekte des Films, die für ihn "überhaupt keinen Sinn ergeben" würden. Des Weiteren lässt er kein gutes Haar an Hauptdarsteller David Keith (Ein Offizier und Gentleman), der laut King aus einem ansonsten starken Cast negativ heraussteche. Außerdem monierte die Schriftsteller-Legende, dass Martin Sheen (Apocalypse Now) in Der Feuerteufel lediglich seine Rolle aus der King-Adaption Dead Zone wiederhole, die ein Jahr zuvor erschien.
Trotz Oscar-Cast: Der Feuerteufel scheiterte bei Kritik und Publikum
So hart diese Kritik des Horror-Großmeisters auch daherkommt, völlig allein steht er mit seiner Bewertung des Films nicht da: Schließlich erhielt dieser nach seinem Kinostart 1984 überwiegend schlechte Reviews und kommt heute bei Rotten Tomatoes nur auf dürftige 40 Prozent positive Kritiken. Finanziell enttäuschte der übernatürliche Thriller ebenfalls und wurde zum Flop an den Kassen.
Da konnte selbst die tatsächlich hochkarätige Besetzung nichts mehr retten, die nicht nur den damals achtjährigen Kinderstar Drew Barrymore in seiner ersten Rolle nach dem Sci-Fi-Hit E.T. - Der Außerirdische zu bieten hatte, sondern auch den erwähnten Martin Sheen sowie die drei Oscarpreisträger:innen George C. Scott (Patton), Louise Fletcher (Einer flog über das Kuckucksnest) und Art Carney (Harry und Tonto).
Übrigens: Das 2022er-Remake Firestarter mit Zac Efron und Ryan Kiera Armstrong als Vater und Tochter McGee konnte ebenso kein Feuer der Begeisterung entfachen und gilt allgemeinhin als eine der misslungensten King-Verfilmungen. Überraschenderweise zeigte sich jedoch der Autor mit dieser Version durchaus zufrieden.
Der Feuerteufel gibt es aktuell leider nirgendwo zum Streamen. Die Neuauflage Firestarter ist hingegen bei diversen Anbietern als Kauf- und Leihoption verfügbar.