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Star Wars 9: Poe ist das unerwartete Highlight des Films

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Oscar Isaac als Poe Dameron in Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers
28.12.2019 - 09:00 UhrVor 10 Monaten aktualisiert
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Rey und Kylo Ren bekommen in Star Wars 9 die meiste Aufmerksamkeit. Doch Oscar Isaac als Poe Dameron erweist sich als heimliches Highlight des Finales.

Achtung, Spoiler zu Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers: Lange Zeit war mir Poe Dameron (Oscar Isaac) relativ egal, doch in Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers ist der waghalsige Widerstandskämpfer eine der interessantesten Figuren. Während mich Daisy Ridley als Rey und Adam Driver als Kylo Ren erwartungsgemäß erneut faszinierten, waren es vor allem die Szenen mit Oscar Isaac, die mich am meisten begeisterten. Das hat folgende Gründe:

  • Poe Dameron zeigt im Finale der Skywalker-Saga eindrucksvoll, dass er der vielleicht beste Pilot der Galaxis ist.
  • Oscar Isaac bereichert das wilde Abenteuer mit gutem Comedy-Timing und herzlichen Momenten.
  • Poe hat im Laufe der Trilogie eine spannende Charakterentwicklung durchgemacht. In Episode 9 zahlt sich das endlich aus.

Der erste Höhepunkt in Star Wars 9 gehört Poe

Schon zu Beginn des Films zog mich Poe sofort in seinen Bann. Sein früher Auftritt im Film ist der erste Moment, den ich wirklich genießen konnte. Fast der komplette Einstieg von Star Wars 9 enttäuschte mich, zu hektisch und holprig wirkte die Exposition mitsamt dem Auftritt des Imperators.

Doch Poe ist die einzige Figur, die von der Raserei in den ersten Minuten des Films profitiert, schließlich steuert er den Rasenden Falken und legt Manöver hin, von denen selbst Han Solo noch was lernen könnte.

Oscar Isaac als Poe in Star Wars 7: Das Erwachen der Macht

Denn Poe nutzt eine Technik, die wir so bisher noch nicht im Star Wars-Universum gelernt haben, das sogenannte Lightspeed-Skipping. Dabei schaltet er in kurzen Abständen zwischen Hyperraum- und normalem Antrieb hin und her, um seine Verfolger abzuschütteln.

Die Raumschiffe der Ersten Ordnung beherrschen zwar auch diese Technik, doch deren Piloten mangelt es an Klasse, um mit Poe mitzuhalten, und sie kollidieren mit den aus dem Nichts auftauchenden Hindernissen.

Diese Szene ist ein rasanter Ritt durch mehrere visuell beeindruckende Weltraumszenerien innerhalb kürzester Zeit. Dass Poe ein fantastischer Pilot ist, war mir schon in den vorherigen Filmen klar, doch erst beim Lightspeed-Skipping in Star Wars 9 zeigt sich das volle Ausmaß seiner Fähigkeiten.

Poe bereichert Episode 9 mit Humor und Herz

Wie in jedem anderen Star Wars-Film gibt es auch in Der Aufstieg Skywalkers immer mal wieder humorvolle Elemente zur Lockerung der Stimmung. Spätestens seit dem Einstieg von Star Wars 8, in dem Poe General Hux mit einem "Deine Mutter"-Witz ablenkte, wissen wir, dass sich der Pilot für keinen Scherz zu schade ist. In Star Wars 9 ist sein Humor aber etwas feiner und für meinen Geschmack auch besser.

Allein Poes Reaktion, als er merkt, wie mickrig der Strahl seiner Taschenlampe neben dem mächtigen Lichtschwert von Rey aussieht, ist Gold wert, was vor allem an Oscar Isaacs punktgenauem komödiantischen Timing liegt.

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Doch Poe bedient auch eine andere Seite des emotionalen Spektrums ähnlich subtil und ähnlich gut. Diese offenbart sich in der Beziehung mit Zori Bliss (Keri Russell). Die beiden haben eine hervorragende Chemie miteinander und das obwohl sie sich nur sehr wenige und kurze Szenen teilen.

Allein durch ihre Blicke (und im Falle von der behelmten Zori die meiste Zeit ganz ohne Mimik) vermitteln die beide eine tiefe emotionale Verbundenheit, die zwar immer da sein, aber nie mehr ganz zu retten sein wird.

Die Szenen mit Poe und Zori zählen zu den besten in Star Wars 9, eben weil so viel unterschwellige Melancholie mitschwingt. Im letzten gemeinsamen Moment der beiden schafft es Oscar Isaac dann aber doch noch, dem eigentlich traurigen Blickwechsel wieder eine humorvolle Note zu verleihen.

Das Mienenspiel des Schauspielers in diesem kurzen Augenblick hat mich mehr begeistert als jeder andere individuelle Schauspielmoment in Episode 9 und erinnert auch hier wieder an Han Solo in seinen besten Momenten.

Poe hat in Star Wars Höhen und Tiefen durchlebt

Doch Poe kann noch mehr, als durch den Hyperraum hüpfen und eine traurige Schnute ziehen. Denn gerade seine Entwicklung über die gesamte Sequel-Trilogie ist ebenfalls sehr interessant.

In Episode 7 lernen wir Poe Dameron als einen hervorragenden Piloten kennen, der durch seine innige Beziehung mit seinem Droiden BB-8 und seine sympathischen Scharmützel mit Finn (John Boyega) aber noch an zusätzlichem Profil gewinnt. Er führt den entscheidenden Angriff gegen die Starkiller-Base, was seinem ohnehin schon großen Ego aber nicht ganz gut bekommt.

Oscar Isaac als Poe Dameron in Star Wars 8: Die letzten Jedi

Denn Star Wars 8 bringt das Flieger-Ass wieder auf den harten Boden zurück, als er sich gegen Vizeadmiral Holdo (Laura Dern) auflehnt und eine Meuterei anzettelt, die sich am Ende als unnötige Kurzschlussreaktion herausstellt. Ich gebe zu: Poes Verhalten in Star Wars 8 ist nachvollziehbar und Holdo ist nicht besonders gut mit der Situation umgegangen. Dennoch hat Poe in Episode 8 eine wertvolle Lektion gelernt.

Poe musste immer im Rampenlicht stehen. Er sah zu den Helden der Rebellion auf und wollte mit seinen eigenen Taten neue Legenden schaffen. Doch von Holdo hat er gelernt, was Heroismus wirklich bedeutet, nämlich seine egoistischen Wünsche einer guten Sache unterzuordnen.

In Star Wars 9 wird Poe endlich zum Anführer

In Star Wars 9 muss Poe den Widerstand zum Sieg führen, als Leia stirbt und er der neue Befehlshaber wird. Mehr als in jedem Film zuvor, sehen wir Poe mit sich selbst hadern. Er möchte die Führungsrolle nicht übernehmen, fühlt sich nicht bereit, doch gerade deshalb füllt er sie so gut aus. Eben, weil er sein Ego diesmal hinten anstellt, er sich nicht nur auf sich selbst, sondern auf andere verlässt.

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Poe weiß, dass er die Flotte des Imperators nicht mit einer halsbrecherischen Einzelaktion besiegen kann. Nur gemeinsam mit allen Unterstützern des Widerstands ist ein Sieg möglich. Und so sendet er einen Hilferuf an all die unterdrückten und guten Seelen in der Galaxis, die dann in überwältigender Anzahl antworten, als er sie am dringendsten braucht.

So wie Rey den Imperator nicht alleine besiegt, sondern mit der vereinten Macht aller Jedi, gelingt Poes Angriff nur, weil sein Hilferuf in der dunkelste Stunde der Galaxis gehört wird. Nur so, nämlich gemeinsam, wird die Übermacht bezwungen: Das ist die Lektion von Episode 9.

Auch wenn mich der Abschluss Skywalkers insgesamt enttäuscht zurückgelassen hat, ist Poe Dameron wegen seiner spannenden Charakterentwicklung, seiner unnachahmlichen Flugkünste, seinem charmanten Humor und seiner traurigen Beziehung mit Zori Bliss mein unerwartetes Highlight von Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers.

Was haltet ihr von Oscar Isaac als Poe in Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers?

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