Sci-Fi-Horror auf Amazon Prime: Gegen diese Höllen-Orgien wirkt Alien wie eine Blumenwiese

Event Horizon - Trailer (Deutsch)
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© Amazon Prime/Paramount
Event Horizon
19.01.2021 - 14:20 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Der Weltraum-Schocker Event Horizon floppte im Kino, hat aber mittlerweile Kultstatus. Zu Recht. Jetzt gibt's den Sci-Fi-Horror auf Amazon Prime.

Event Horizon - Am Rande des Universums ist einer dieser Filme, die man für einen Geheimtipp hält, weil man ihn mit 15 spätnachts im Fernsehen gefunden und vergöttert hat. Um dann festzustellen, dass man gerade einer Kultgemeinde beigetreten ist, und zwar auf demselben Weg wie alle anderen.

Der blutige Sci-Fi-Horror von Resident Evil-Regisseur Paul W.S. Anderson bleibt jedem Fan des Genres im Gedächtnis. Wem es allerdings bei Alien bereits den Magen umdreht, der sei gewarnt: Auf Amazon Prime findet sich nun der Weltraum-Grusel mit orgiastischen Höllentrips, bei denen jedem Xenomorph die Ohren geschlackert hätten.

Jetzt auf Amazon Prime: Darum geht's in Event Horizon

Als die Menschheit des Jahres 2040 die Grenzen des Sonnensystems ausloten will, entwickelt der brillante Dr. Weir (Sam Neill) ein Schiff namens Event Horizon, dessen experimenteller Antrieb den Weltenraum krümmen und immense Entfernungen in kürzester Zeit zurücklegen kann. Doch beim Einschalten des Antriebs verschwindet das Schiff spurlos.

Höllenschiff: Die Event Horizon

Sieben Jahre später taucht die Event Horizon im Orbit des Planeten Neptun wieder auf. Weir und ein Team unter Captain Miller (Laurence Fishburne) wird losgeschickt, um die Crew zu retten und herauszufinden, wo das Schiff die letzten sieben Jahre geblieben ist. Aber die Antwort darauf ist viel grausiger, als die Rettungscrew es sich vorstellen kann.

Event Horizon auf Amazon Prime: Darum lohnt sich der Sci-Fi-Horror-Kult

Dass Event Horizon überhaupt eine Fangemeinde fand, ist eigentlich ein kleines Wunder: Regisseur Anderson hatte so illustre Angebote wie X-Men für den Film abgelehnt, wurde aber von Paramount zur rasanten Fertigstellung einer Schnittfassung gedrängt: Das Studio wollte vor dem Titanic-Kinostart im Herbst 1997 unbedingt noch einen Hit ins Kino bringen.

Die erste Fassung war so brutal, dass das Testpublikum angeblich ohnmächtig wurde. Paramount ließ den Film nun ähnlich brutal herunterkürzen. Das Ergebnis spielte im Kino nicht einmal die Produktionskosten wieder ein.

Doch über die Jahre fand sich eine Kult-Gefolgschaft für den Film zusammen, und das liegt vor allem an zwei Dingen: Er ist brillant gespielt und sieht super aus.

Glaubhafte Crew: Joely Richardson, Sam Neill, Laurence Fishburne und Sean Pertwee

Event Horizon präsentiert eine glaubhafte Crew, die sich vor der des offensichtlichen Vorbilds Alien nicht verstecken muss: Sam Neill spielt den Wissenschaftler mit einer Mischung aus Tapsigkeit und Wahnsinn, Laurence Fishburne seinen Captain als strenges, aber nicht kaltblütiges Alpha-Tier.

Harry Potter-Star Jason Isaacs ist herrlich als linkischer Akademiker und Schiffsarzt D.J., genannt "Trauma", und die Oscar-nominierte Kathleen Quinlan porträtiert dessen Assistentin Peters mit einer herzzerreißenden Verletzlichkeit, die im Verlauf des Films eine besonders tragische Note bekommt. Der Cast fügt sich perfekt ineinander, sodass der Horror, dem ihre Rollen ausgesetzt sind, umso spürbarer wird.

Diese Filme beeinflussten Event Horizons grandiosen Look

Die authentische Besatzung bewegt sich dabei in einer unglaublich dicht komponierten Welt: Insbesondere Setdesign und Kostüm ziehen uns durch unglaubliche Detailverliebtheit direkt in die Geschichte hinein - über der hartgesottenen Crew und ihrem Schiff scheint ein permanenter Staub- und Schmierfilm zu liegen, während der Antrieb der Event Horizon an eine Art Kathedrale mit gothischem Zierwerk auf Steroiden erinnert.

Bei der Inszenierung bedient sich Event Horizon schöner Verweise an Klassiker der Filmgeschichte, die hier ähnlich gut funktionieren wie im Original. Vorsicht, Spoiler!

Event Horizon-Vorbild: Alien

Die Anlehnung an Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Meilenstein ist womöglich die offensichtlichste und zwingendste, insbesondere sichtbar im bunten Haufen einer Veteranen-Crew ohne große Allüren:

Event Horizon-Vorbild: Solaris

Etwas obskurer, wenn auch nicht bescheidener, ist da der Verweis an Andrei Tarkowskis Sci-Fi-Klassiker Solaris. Das Handlungselement einer suizidalen Ehefrau als Erscheinung ist als Handlungselement (und zum Teil auch in der Inszenierung) fast 1:1 aus dem sowjetischen Film übernommen.

Event Horizon-Vorbild: Shining

Sam Neills Rolle des in seine Umgebung vernarrten Mannes, der durch Stimmen aus dem Totenreich in den Wahnsinn getrieben wird, ist so offensichtlich dem Horrorfilm Stanley Kubricks entnommen, dass viele Kritiken Event Horizon auch schlicht "Shining im Weltraum" (via Empire) nannten. Völlig klar dürfte es spätestens mit der Blutfontänen-Szene werden.

Drehbuchautor Philip Eisner sprach darüber hinaus auch von dem Brettspiel Warhammer 40,000 als Inspirationsquelle, was die vielen Spitzen und Haken in den Horrorvisionen der Crew erklären dürfte.

Über 20 Jahre später könnte man Event Horizon als Andersons Experimentierfeld sehen: Was er später mit Resident Evil und (hoffentlich) Monster Hunter umsetzt, funktioniert in seinen besten Moment aus denselben Gründen wie Event Horizon - blutige, effektvoll inszenierte Action in stimmungsvollen Sets.

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