Resident Evil: Welcome To Raccoon City – alle versteckten Anspielungen auf die Horror-Spiele erklärt

Resident Evil: Welcome to Raccoon City - Trailer (Deutsch) HD
2:23
Resident Evil: Welcome to Raccoon CityAbspielen
© Constantin Film
Resident Evil: Welcome to Raccoon City
29.11.2021 - 17:30 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
10
3
Mit Resident Evil: Welcome To Raccoon City soll das Horror-Franchise endlich eine Filmadaption bekommen, die der Videospielvorlage gerecht wird. Wir zeigen, wo sich überall Gaming-Anspielungen verbergen.

Im Jahr 2002 setzte Paul W.S. Anderson die zu diesem Zeitpunkt bereits weltweit beliebte Videospiel-Reihe Resident Evil filmisch um. Anderson entlieh sich allerdings nur einige Puzzleteile des Franchise und strickte eine völlig eigene Story um die eigens erdachte Protagonistin Alice (Milla Jovovich) herum, die mit der Gaming-Vorlage so gar nichts zu tun hatte.

Mit Resident Evil: Welcome to Raccoon City erfährt die Reihe unter der Regie von Johannes Roberts nun ein Reboot – und ein Friedensangebot für verärgerte Fans. Der Film, den ihr seit dem 25. November 2021 in deutschen Kinos gucken könnt, will eine Liebeserklärung an die Videospiele sein. Doch ist er das auch? Charaktere, Namen, Monster: Wir schauen uns an, wie viel Videospiel denn tatsächlich im aktuellen Resident Evil-Film steckt. Achtung, Spoiler!

Diese Charaktere kennen Resident Evil-Fans aus den Videospielen – nur ein bisschen anders

Der Film mixt die Geschichten der ersten beiden Resident Evil-Spiele und bedient sich großzügig bei den wichtigsten Charakteren der Teile. Im Mittelpunkt stehen die Redfield-Geschwister Chris (Robbie Amell) und Claire (Kaya Scodelario). Nicht nur vom Charakter her, sondern vor allem optisch sind sie unverkennbar dargestellt. Claire trägt eine markante, rote Lederjacke, wie im Remake zu Resident Evil 2 von 2019. Im Original von 1998 war es noch ein roter Jeans-Einteiler. Auch ihr Motorrad, mit dem sie zu Beginn von Resident Evil 2 nach Raccoon City fährt, schnappt sie sich zu Beginn des Films.

Die Trailer zu Resident Evil: Welcome to Raccoon City zeigen mehr Horror als Action

Resident Evil: Welcome to Raccoon City - Trailer 2 (Deutsch) HD
Abspielen

Chris tritt hingegen militärisch auf. Er ist Mitglied der Spezialeinheit S.T.A.R.S. (Special Tactics and Rescue Service). Ebenso wie Albert Wesker (Tom Hopper), der im Film aber davon absieht, selbst bei Nacht mit Sonnenbrille durch die Gegend zu rennen.

Sowohl Jill Valentine (Hannah John-Kamen) als auch Leon S. Kennedy (Avan Jogia) sind in den Filmen zwar nicht weiß – eine deutliche (und sinnvolle) Änderung zur Videospielvorlage. Ansonsten zeigt der Film jedoch Liebe zum Gaming-Detail. Jill stellt sich gleich in der ersten Szene mit einem ikonischen Witz aus Resident Evil 1 vor, das in Fankreisen zum Meme geworden ist: dem "Jill-Sandwich" .

Leon wiederum durchläuft eine ähnliche Entwicklung wie in den Spielen. Wie in Resident Evil 2 hat er gerade seinen Dienst beim Raccoon City Police Department begonnen und wird von den seltsamen Vorkommnissen in der Stadt sichtlich überrumpelt.

In Resident Evil: Welcome To Raccoon City tauchen einige vertraute Schauplätze aus den Spielen auf

Raccoon City kennen Gaming-Fans schon aus den Spielen

Der Großteil des Films spielt in der namensgebenden Stadt Raccoon City, einer Industriestadt im mittleren Westen der USA und ehemaliger Hauptsitz der teuflischen Umbrella Corporation. Nostalgische Gefühle werden bei Fans bereits zum Vorschein kommen, wenn zu Beginn ein Truck am Ortseingangsschild vorbei rauscht, der nur wenig später vor dem Raccoon City Police Department verunglückt und in Flammen aufgeht. Genau so beginnt nämlich Resident Evil 2.

Die Polizeistation bildet im Film dann, ebenso wie im Spiel, einen weiteren Hauptschauplatz. Fans werden sich sofort heimisch fühlen, wenn sie die weiße Göttinen-Statue in der Empfangshalle erblicken, während Untote versuchen, durch das brennende Haupttor zu brechen. Und im S.T.A.R.S.-Büro hängt, wie in der Vorlage, ein Willkommen-Banner für Neuling Leon.

Ein weitere, wichtige Örtlichkeit im Film liegt in den nahegelegenen Arklay Mountains: die legendäre Spencer-Villa, die Fans aus dem allerersten Resident Evil-Spiel kennen. Als prunkvolles Herrenhaus getarnt, befindet sich unterhalb der Villa ein geheimes Forschungslabor, in dem unter anderem illegale Experimente an Menschen durchgeführt wurden. Die große Eingangshalle mit etlichen Türen und der unverkennbar ausladenden Treppe zum oberen Stockwerk, wird Kenner:innen einen Nostalgie-Flashback verpassen.

Zombies, Monster und tragische Schicksale: So greift der Film den wahren Horror der Resident Evil-Spiele auf

Wer auf eine Action-Szene nach der nächsten hofft, ist beim Reboot falsch

Eine monströs aussehende Figur hatte bereits im Trailer zu Resident Evil: Welcome To Raccoon City für Aufsehen gesorgt: Lisa Trevor (Marina Mazepa). Fans lernten sie zum ersten Mal im Resident Evil Remake für den Nintendo Gamecube aus dem Jahr 2002 kennen. Lisa wurde als Kind entführt und von Umbrella zu Forschungszwecken missbraucht. Injizierte Viren ließen sie über die Jahre mutieren und bescherten ihr das grauenvolle Äußere. Ein perfektes Beispiel dafür, wie nah Horror und Tragik in der Resident Evil-Reihe beieinander liegen.

Sie teilt das Schicksal mit Alexia und Alfred Ashford, zwei weiteren Kindern aus dem Game-Ableger Resident Evil Code: Veronica, die als Versuchskaninchen dienten und im Film ebenfalls einen kurzen Auftritt erhalten.

Eine weitere Art von Monster, die man aus den Spielen kennt, sind selbstverständlich die klassischen, schlurfenden Zombies. Dabei wurde für den Film eine ganz besondere, geradezu legendäre Szene aus Resident Evil 1 übernommen: Als die S.T.A.R.S.-Mitglieder die dunklen Gänge der Spencer-Villa erkunden, finden sie einen Zombie vor, der sich gerade den Bauch an einer Leiche voll schlägt. Als er die ungebetenen Gäste bemerkt, dreht er sich mit einem Blick über die Schulter langsam um. 1996 war das der Moment, als Fans zum allerersten mal einen Zombie im Spiel gesehen haben.

Bekannt und gefürchtet sind auch die so genannten Licker – mutierte Zombies mit langer Zunge, die das Gehirn außen am Kopf tragen. Im Film fällt eines der Monster von der Decke direkt vor die Füße von Claire und Leon. Eine erinnerungswürdige Szene, nachgeahmt aus dem Spiel Resident Evil 2. Aus dem gleichen Spiel stammt auch der Endboss des Films: Doktor William Birkin (Neal McDonough), der sich selbst mit seinem eigenen Virus infiziert hat und zum schleimigen G-Virus-Monster mutiert.

Resident Evil: Welcome To Raccoon City strotzt nur so vor versteckten Liebeserklärungen an die Videospielreihe

Das Resident Evil-Reboot zeigt vertraute Charaktere in vertrauten Schauplätzen

Resident Evil: Welcome To Raccoon City funktioniert wie ein Wimmelbild für Fans. Neben Figuren, Schauplätzen, Monstern und Wortspielen, finden sich viele weitere Details in der Set-Dekoration versteckt. Im Herrenhaus kann man im Hintergrund eine markante grüne Pflanze erkennen. Die dienen in der Spielserie als Heilmittel. An anderer Stelle erspäht man eine Schreibmaschine, an denen man im Spiel den Fortschritt speichert.

Und wer in Resident Evil 1 wirklich jede Notiz gelesen hat, wird zu Beginn des Films noch eine weitere Referenz zuordnen können. Als Claire im Haus ihres Bruders auf eine zombifizierte Nachbarin trifft, schreibt sie die Worte "Itchy. Tasty." mit Blut an eine Glastür. Diese Worte finden Spieler im ersten Teil auf der letzten Seite des Tagebuchs eines infizierten Umbrella-Mitarbeiters in der Spencer-Villa. Die Notizen dokumentieren seine Verwandlung zum Zombie.

Der Ansatz der Resident Evil-Filme mit Milla Jovovich war ein deutlich anderer

Resident Evil - Trailer (Deutsch) HD
Abspielen

Neben Monstern und coolen Sprüchen, zeichnen sich die Resident-Evil-Games auch durch Rätsel und Knobeleien aus. Und selbst die haben es in den Film geschafft. In der Spencer-Villa wird eine Geheimtür mit einer Tastenfolge auf dem Klavier geöffnet und ein geheimer Aufzug mit einem Schlüssel aktiviert, der in einem Waisenhaus in eine Tafel gesteckt werden muss.

Auch wenn die Meinungen zu Resident Evil: Welcome To Raccoon City auseinandergehen, eines kann man dem Film nicht vorwerfen: dass er nicht genau weiß, wo er herkommt. Sorry, Milla Jovovich, aber das Reboot ist mehr Resident Evil als all deine Action-Blockbuster zusammen.

Auch nach Halloween noch aktuell: 9 Horrorfilm-Tipps im Podcast

Wir feiern 2 Jahre Streamgestöber und die ganze Moviepilot-Redaktion hat Geschenke mitgebracht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externe Inhalte zulassenMehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Passend zur düsteren Jahreszeit gibt es für euch jede Menge Horrorfilm-Empfehlungen, mit denen es sich bei Netflix, Disney+, Sky und Co. besonders gut gruseln lässt.

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Was meint ihr: Ist Resident Evil: Welcome To Raccoon City eine gelungene Videospiel-Verfilmung?

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News