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Werkschau

P.T. Anderson - Kritikerliebling & Kassenschreck

20.02.2013 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Paul Thomas Anderson mit Daniel Day-Lewis am Set von There Will Be Blood
© Paramount
Paul Thomas Anderson mit Daniel Day-Lewis am Set von There Will Be Blood
Kommenden Donnerstag startet The Master von Paul Thomas Anderson in unseren Kinos. Grund genug, um einen Blick auf sein bisheriges Schaffen zu werfen und nachzuschauen, welche Werke bei euch am Besten ankamen.

Paul Thomas Anderson ist ein Name, der das Herz vieler Filmfreunde höher schlägen lässt. Seine Filme bewegen sich irgendwo zwischen Arthouse und Mainstream, denn auch wenn sie die Kinokassen nicht gerade zum Überlaufen bringen, werden sie bei großen Preisverleihungen nicht außen vor gelassen, wie aktuell The Master beweist. Mit einer ordentlichen Verspätung startet dieser bei uns nun endlich am kommenden Donnerstag. Das nehmen wir zum Anlass, um uns die recht überschaubare Filmographie des Filmemachers anzusehen und zu entdecken, welche seiner Werke bei euch am Besten ankommen. Die Reihenfolge kommt also durch die Community-Wertung zustande, bei Gleichstand entscheidet die Durchschnittswertung der Kritiker.

5. Platz: Punch-Drunk Love (2002)
Community: 6,9
Kritiker: 7,0
Bewertungen: 1683
65 Liebhaber und 26 Hasser

Punch-Drunk Love überrascht in vielerlei Hinsicht. Im Grunde lässt er sich als RomCom mit Adam Sandler beschreiben, allerdings schürt dies vollkommen falsche Erwartungen. Punch-Drunk Love ist eine unkonventionelle, gleichermaßen vollkommen schräge wie herzerwärmende Liebeskomödie. Von einem erstklassigen, untypischen Soundtrack begleitet, beweist Adam Sandler, dass er tatsächlich schauspielern kann, wenn er vom richtigen Regisseur an die Hand genommen wird. Für euch bildet der Film dennoch das Schlusslicht in der Filmographie von Paul Thomas Anderson.

4. Platz: Last Exit Reno (1996)
Community: 6,9
Kritiker: 7,1
Bewertungen: 152
0 Liebhaber und 1 Hasser

Last Exit Reno, ebenso unter Hard Eight und Sydney bekannt, ist der erste Langspielfilm von Paul Thomas Anderson und dementsprechend nicht sonderlich bekannt. Allerdings ist schon dieser mit Philip Baker Hall, John C. Reilly, Gwyneth Paltrow, Samuel L. Jackson und Philip Seymour Hoffman sehr stark besetzt. Es geht um den Glücksspieler Sydney (Philip Baker Hall), der einem verzweifelten Mann (John C. Reilly) mit Tricks beim Glücksspiel zum Reichtum verhilft. Doch schon bald drängt sich eine Frau (Gwyneth Paltrow) zwischen die beiden und sorgt für ernsthafte Schwierigkeiten.

3. Platz: There Will Be Blood (2007)
Community: 7,4
Kritiker: 8,1
Bewertungen: 9722
379 Liebhaber und 77 Hasser

In jedem Gespräch über There Will Be Blood wird vermutlich zuerst die Leistung von Daniel Day-Lewis besprochen, denn da scheiden sich die Geister. Die einen nennen es die höchste Form der Schauspielkunst, für andere ist es peinliches Overacting. Daniel Day-Lewis polarisiert ebenso wie der gesamte Film, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist. There Will Be Blood ist ein gut zweieinhalbstündiges Epos, das mit seinen langen, ruhigen Einstellungen und gemächlichem Erzähltempo keine leichte Kost ist. Die Story um den skrupellosen Öl-Förderer Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), der in Kalifornien zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf der Suche nach Reichtum ist, liegt bleischwer im Magen. Tendenziell fallen eure Bewertungen sehr positiv aus, zwei andere Filme von Paul Thomas Anderson schneiden allerdings noch besser ab.

2. Platz: Boogie Nights (1997)
Community: 7,5
Kritiker: 8,1
Bewertungen: 4706
138 Liebhaber und 18 Hasser

Schenkte ihm 1996 nach der Veröffentlichung von Last Exit Reno kaum jemand Beachtung, präsentierte sich Paul Thomas Anderson nur ein Jahr darauf mit einem Knall auf der Kinolandschaft. Boogie Nights ist das Goodfellas der Porno-Industrie. Wir verfolgen das Leben des 17-jährigen Eddie Adams (Mark Wahlberg), der sich einen Namen als Porno-Darsteller macht. Sein exzessiver Lebensstil sorgt jedoch schon bald für Probleme und sein Leben ist plötzlich nicht mehr so toll wie es schien. Damals wurde PTA als der neue Tarantino betitelt und tatsächlich würde es niemanden Wundern, wenn der Pulp Fiction -Regisseur seine Finger im Spiel hätte. Schräge Charaktere und banale, aber ebenso komische Dialoge verliehen Boogie Nights seinen eigenen kleinen Kult-Status. Und das nicht zu Unrecht.

1. Platz: Magnolia (1999)
Community: 7,5
Kritiker: 8,2
Bewertungen: 9626
579 Liebhaber und 105 Hasser

Dank eines minimal höheren Kritikerschnitts thront Magnolia an der Spitze eurer Paul Thomas Anderson-Charts. Das dreistündige Drama nimmt sich gleich einer Vielzahl von Charakteren an, die allesamt mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben. Diese sind nicht nur auf Papier wundervolle Persönlichkeiten, sondern werden auch ebenso grandios von Leuten wie Tom Cruise, Julianne Moore, William H. Macy, Philip Baker Hall, Philip Seymour Hoffman und John C. Reilly verkörpert. Die Schicksale der Figuren werden geschickt miteinander verwoben und thematisieren Leid, Liebe, Vergebung und den blanken Zufall mit solch einer Eindringlichkeit, dass einem der Mund offen steht.

Was ist euer Favorit von Paul Thomas Anderson?

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