Onward bei der Berlinale: Die 10 am meisten erwarteten Filme des Festivals

Berlinale 2020: Die am meisten erwarteten Filme
© Disney/Schramm Film/Sommerhaus/eOne Germany
Berlinale 2020: Die am meisten erwarteten Filme
21.02.2020 - 13:50 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Gestern wurde die Berlinale mit My Salinger Year eröffnet. Wir blicken auf die 10 am meisten erwarteten Film des Festivals, darunter Onward von Pixar, Berlin Alexanderplatz und mehr.

342 Filme laufen dieses Jahr im Programm der Berlinale, aber auf welche freuen wir uns am meisten? Irgendwie muss man als Festivalgänger ja sein Programm zusammenstellen und alle 342 Beiträge der Internationalen Filmfestspiele von Berlin werden ohne Zeitmaschine schwer machbar sein.

Drei Berlinale-Gänger in der Redaktion von Moviepilot haben sich zusammengesetzt und die folgenden 10 Filme ausgesucht, die am meisten erwartet werden. Dabei geht es nicht nur um den Wettbewerb, sondern alle Sektionen des Festivals. Die Auswahl reicht von Pixars Onward bis zum Experimentalfilm.

Berlinale 2020: Die 10 am meisten erwarteten Filme

Onward - Pixar-Abenteuer mit Avengers-Stars

Das Animationsstudio Pixar wurde durch seine originellen wie einfühlsamen Geschichten für die ganze Familie berühmt. Die Marke Pixar versprach mal einen plötzlich Schlag in die Magengrube oder unerwartet tiefe Einsichten in Beziehungen. Zuletzt kamen jedoch vor allem Fortsetzungen von dem Studio, das mit Toy Story den Animationsfilm revolutioniert hatte.

Onward

Onward: Keine halben Sachen dagegen ist ein originärer Stoff, in dem die beiden Avengers Chris Pratt und Tom Holland zwei Brüdern ihre Stimme leihen, die sich auf die Suche nach dem Zauber in der Welt machen. Nicht dass Toy Story 4 keine klassischen Pixar-Momente hätte, aber es fühlt sich gut an, so wenig über Onward im Vorfeld zu wissen. (JJ)

Undine mit Bad Banks-Star Paula Beer

Christian Petzolds Transit ist einer der besten Filme der 2010er Jahre und der erste Trailer für seinen neuen Film Undine wirkt, als hätte der deutsche Regisseur sein Shape of Water gedreht. Paula Beer (Bad Banks) spielt darin Historikerin Undine, deren Name sie bereits mit dem Mythos um eine Wassernixe in Verbindung bringt.

Von Friedrich de la Motte Fouqué über Hans Christian Andersen bis Ingeborg Bachmann beschäftigten sich zahlreiche Autoren mit dem Mädchen aus dem Wasser. Für Petzold klingt das Thema jedenfalls ideal, immerhin wabern Geister durch viele seiner Filme, selbst wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt. In Undine arbeitet er zudem wieder mit seinen Transit-Stars Paula Beer und Franz Rogowski zusammen. (JJ)

Berlin Alexanderplatz - Aufregendes Kino aus Deutschland

In Wir sind jung. Wir sind stark. hatte Burhan Qurbani Jugendliche in Rostock beobachtet, die von der Perspektivlosigkeit in die rechte Gewalt driften. Zwar wirkten die Einsichten letztlich etwas simpel, doch fiel der Film vor allem durch sein formales Selbstbewusstsein auf. Die Inszenierung wirkte aufregend und sah nach allem aus, nur nicht nach klassischem deutschen Sozialrealismus.

Berlin Alexanderplatz

Sein neuer Film kommt mit Ansage, nicht nur wegen der Laufzeit, sondern weil er mit Berlin Alexanderplatz einen der prägenden Romane der Weimarer Republik in die Gegenwart versetzt. Diesmal erzählt er die Geschichte übers Verbrechen im Moloch Berlin aus Sicht eines Flüchtlings. (JJ)

The Salt of Tears - Schwarz-Weiße Melancholie

Aus Frankreich kommt The Salt Of Tears, über den ich mich persönlich am meisten im Wettbewerb freue. Philippe Garrel macht nämlich keine spektakulären Festivalfilme, kein wichtiges Kino, das um Aufmerksamkeit heischt.

The Salt of Tears

Der Regisseur von Im Schatten der Frauen (und Vater von Louis Garrel aus Little Women) schreibt und inszeniert Geschichten über Beziehungen, oft mit einem trockenen Humor, einer Prise Melancholie und wunderbar entschlackter Bildsprache. Cannes-Feeling kommt dieses Jahr beim Wettbewerb auf und bei keinem Film ist es so stark wie bei The Salt of Tears. (JJ)

Siberia - Das Traumduo Abel Ferrara und Willem Dafoe

Gerade läuft Abel Ferraras autobiografisch angehauchter Tommaso und der Tanz der Geister noch in den deutschen Kinos, da hält die diesjährige Berlinale parallel bereits die Premiere seines neusten Films Siberia bereit. Erneut spielt Willem Dafoe die Hauptrolle und verkörpert einen gebrochenen Mann, der bei seiner Zivilisationsflucht mit Träumen, Erinnerungen und inneren Dämonen konfrontiert wird.

Siberia

Der Stoff klingt wie geschaffen für den radikalen New Yorker Regisseur, dem es in seiner Karriere immer darum ging, finstere Abgründe der menschlichen Seele auszuloten. Schon in Tommaso wurde das Projekt bereits beleuchtet, in dem es auch einen Bärenkampf geben soll. Erwartet uns mit Siberia etwa Abel Ferraras The Revenant? (PR)

Never Rarely Sometimes Always - Indie-Kino aus den USA

Mit ihren bisherigen Spielfilmen hat sich Eliza Hittman als eine der aktuell aufregendsten Regisseurinnen behauptet. Dem Coming-of-Age-Kino der jüngeren Vergangenheit begegnet die Filmemacherin mit einer herausragenden Handschrift, die junge Körper mit sensibler Neugier in Szene setzt und in Nahaufnahmen jede noch so geringe Gefühlsregung sichtbar macht.

Never Rarely Sometimes Always

Den bisherigen Geschichten der Regisseurin dürfte ihr neuer Film Never, Rarely, Sometimes, Always jetzt eine noch dramatischere Dringlichkeit verleihen. Diesmal geht es um eine 17-Jährige, die ungewollt schwanger wird und sich in ihrer verzweifelten Situation nur an ihre Cousine wenden kann. Gemeinsam fliehen beide nach New York. Ihnen dabei zuzusehen, könnte dank Eliza Hittmans Stil ein intensiver Festival-Höhepunkt werden. (PR)

Schwesterlein - Drama mit Lars Eidinger und Nina Hoss

In Schwesterlein vereint das Schweizer Regie-Duo Stéphanie Chuat und Véronique Reymond niemand Geringeres als Nina Hoss und Lars Eidinger als Zwillingsgeschwister vor der Kamera. Kaum eine andere Schauspielpaarung versprach schon im Vorfeld der diesjährigen Berlinale mehr explosives Spannungspotenzial.

Schwesterlein

Auch wenn Hoss und Eidinger in Fenster zum Sommer schon einmal gemeinsam in einem Film mitgespielt haben, gehört ihnen die Bühne in Schwesterlein als Hauptdarsteller ganz alleine. Die deutsche Schauspielerin, die zu den besten aus diesem Land zählt, und der unberechenbare Schauspieler/eigenwillige Künstlertyp, der hier ausgerechnet einen an Leukämie erkrankten Starschauspieler verkörpert, dürften diese Bühne mit Bravour nutzen. (PR)

First Cow von Kelly Reichardt

Nach Certain Women bringt Regisseurin Kelly Reichardt die First Cow ins Kino. Dabei handelt es sich um eine Verfilmung des Romans The Half Life von Jonathan Raymond, der zusammen mit Reichardt ebenfalls das Drehbuch schrieb. Die Geschichte entführt ins 19. Jahrhundert und erzählt von dem Koch Cookie Figowitz, der im Oregon jener Zeit auf den flüchtigen Chinesen King-Lu (und offenbar eine Kuh) trifft.

First Cow

Bereits mit Meek's Cutoff hat Kelly Reichardt einen starken Western abgeliefert, der sehr viel mit dem Frontier-Gedanken spielte und mit seinen schlichten, deswegen aber nicht weniger überwältigenden Aufnahmen beeindruckte. So behutsam wie Kelly Reichardt rahmen nur wenige Filmemacher momentan ihre Bilder und Filme. (MH)

Days - Kino ohne Dialoge

Regisseur Tsai Ming-liang meldet sich auf der Berlinale mit einem neuen Film zurück. Dieser trägt den Titel Days, im Original Rizi, und soll komplett ohne Dialoge auskommen soll. Erzählt wird die Geschichte von Kang und Non. Der eine lebt in einem großen Haus, der andere in einer kleinen Wohnung. Eines Tages begegnen sie sich.

Days

Von umarmenden Männern ist auf der Berlinale-Seite zu lesen - und wenn Tsai Ming-Liang hier wirklich nur zwei Stunden lang eine Umarmung filmt, hätte ich überhaupt nichts dagegen einzuwenden. Ausgehend von seiner Prämisse verspricht Days aber vor allem eine sehr filmische Erfahrung zu werden, in der alles um Bilder und Emotionen geht. (MH)

Maggie's Farm - Experimentalfilm von James Benning

Der neue Film von James Benning fällt in dieser Liste definitiv aus dem Rahmen. Denn hier haben wir es mit einem Experimentalfilm zu tun, der keinen Menschen, sondern Landschaften folgt. Der US-amerikanische Avantgarde-Filmemacher beobachtet mit seiner Kamera das California Institute of the Arts, an dem er selbst auch unterrichtet.

Maggie's Farm

Der offiziellen Beschreibung des Films ist zu entnehmen, dass sich James Benning dabei vor allem für Gebäude sowie deren Einrichtung interessiert. Ebenso sollen jedoch Park- und Waldflächen erkundet werden. Das hört sich zuerst einmal sehr trocken an. Schlussendlich saß ich aber bereits bei 11 x 14 komplett gefesselt im Kinosaal, als er vor zwei Jahren auf der Berlinale zu sehen war. (MH)

Moviepilot berichtet dieses Jahr täglich von der Berlinale. Das Festival läuft vom 20. Februar bis zum 1. März. Den Vorsitz der Wettbewerbsjury hat Schauspieler Jeremy Irons inne.

Welche Filme im Berlinale-Programm interessieren euch? Und freut ihr euch auf Onward?

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