Neu auf Amazon: Reese Witherspoons Vorstadtidyll geht in Flammen auf

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© Hulu/Amazon
Little Fires Everywhere
23.05.2020 - 10:00 UhrVor 10 Tagen aktualisiert
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Ob wir jemals eine 3. Staffel von Big Little Lies sehen werden, ist ungewiss. Der Amazon-Neustart Little Fires Everywhere mit Reese Witherspoon und Kerry Washington bietet sich dafür als perfekter Ersatz an.

Lügen, Eifersucht und Geheimnisse: Davon hatte Big Little Lies reichlich zu bieten. Zwei Staffeln lang durften wir das intrigante Spiel in der Vorstadtidylle bisher erfolgen, auf eine weitere Verlängerung der HBO-Serie warten wir bisher jedoch vergeblich. Mit Little Fires Everywhere startet dafür nun ein vielversprechender Ersatz auf Amazon Prime. Auch hier blicken wir hinter die Fassade eines vermeintlichen Idylls.

Reese Witherspoon verkörpert darin die Journalistin, Ehefrau und Mutter Elena Richardson, die direkt ein Haus in der Big Little Lies-Nachbarschaft beziehen könnte. Ihr gegenüber steht Kerry Washington mit ihrer ersten großen Serienrolle seit dem Ende von Scandal: Die von ihr verkörperte Mia Warren stammt aus einer völlig anderen Welt. Dennoch kreuzen sich eines Tages die Wege beider Frauen. Die Folgen sind verheerend.

Die wichtigsten Fakten zu Little Fires Everywhere

  • Little Fires Everywhere basiert auf dem gleichnamigen Roman von Celeste Ng aus dem Jahr 2017. Die Serienadaption wurde von Life Unexpected-Schöpferin Liz Tigelaar in Form gebracht.
  • Die kürzlich verstorbene Regisseurin Lynn Shelton hat insgesamt vier Episoden (Nr. 1, 4, 5 und 8) von Little Fires Everywhere inszeniert. Es sind ihre letzten vier Regiearbeiten.
  • Ursprünglich stammt die Serie aus dem Hause Hulu. In Deutschland ist sie ab sofort bei Amazon Prime * zu sehen, sowohl in der Originalversion als auch der deutschen Synchronisation.

Der Trailer zu Little Fires Everywhere bei Amazon Prime:

Little Fires Everywhere - S01 Trailer (Englisch) HD
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Angesiedelt in den späten 1990er Jahren entführt Little Fires Everywhere in den beschaulichen Vorort Shaker Heights. Vom Trubel der Großstadt ist hier nichts zu spüren. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Menschen strahlen. Alles ist perfekt, genau so, wie es sich Elena Richardson immer vorgestellt hat. Ein kurzer Prolog versichert uns allerdings gleich zu Beginn: Dieses Paradies wird schon bald in Flammen aufgehen.

Wenn Reese Witherspoon auf Kerry Washington trifft

Little Fires Everywhere nimmt den Ausgang der Geschichte quasi vorweg, verrät uns aber trotzdem nur eine Handvoll Details, sodass die nachfolgenden acht Episoden weiterhin mit unerwarteten Enthüllungen überraschen. Wir müssen die Abgründe der einzelnen Figuren selbst entdecken. Viel faszinierender gestalten sich jedoch die Widersprüche, die sich in den großen dramatischen Momenten der Serie auftun.

Da wäre etwa Elena, die einerseits als Journalistin hinter vorgegebene Wahrheiten blickt, gleichzeitig aber selbst ein Familienleben inszeniert, das nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Elena verfolgt ein strenges Regelwerk, um einen geradezu unmenschlichen Grad an Perfektionismus zu erreichen. Von dieser Perfektion sind Mia und ihre Tochter Pearl (Lexi Underwood) mit ihrem improvisierten Lebensstil weit entfernt sind.

Little Fires Everywhere

In einem schäbigen Wagen fahren die von Ort zu Ort, stets auf der Suche, ohne das sichere Gefühl von Heimat. Als sie nach Shaker Heights gelangen, mieten sie ein Haus der wohlhabenden Familie Richardson. Das Gefälle zwischen beiden Parteien ist ab der ersten Sekunde offensichtlich, gerade seitens Elena besteht dennoch großes Interesse, die sozialen Unterschiede zu überwinden und in Mia eine neue Freundin zu entdecken.

Little Fires Everywhere & die hässliche Schönheit des Lügens

Es dauert nicht lange, bis sich aufrichtige Absichten und unglückliche Bevormundungen mit einer unterdrückten Eifersucht vermischen und das Misstrauen zwischen den zwei Frauen wächst. Vor allem in ihren Entscheidungen als Mütter werden sie herausgefordert, wenn sich etwa die eigene Tochter zunehmend entfremdet und beim verfeindeten Gegenüber ein Vorbild, wenn nicht sogar eine direkte Bezugsperson entdeckt.

Hochdramatisch erzählt Little Fires Everywhere von den vielen kleinen Konflikten, die nicht nur zwei Familien auseinanderreißen, sondern später auch zum Zentrum einer aufwühlenden Diskussion um den amerikanischen Traum und die selbstzerstörerische Klassengesellschaft werden, die dieser befeuert. Selbst das bequemste Vorstadtleben kann den Schmerz und die Opfer der Vergangenheit nicht kaschieren.

Little Fires Everywhere

Je tiefer sich Little Fires Everywhere in dieses Netz aus Lügen und Geheimnissen vorwagt, desto besser wird die Serie. Aus leicht identifizierbaren Monstern werden tragische Figuren, die es eigentlich alle besser wissen, sich aufgrund ihrer Erfahrungen jedoch in eine Sackgasse verirrt haben, in der Verklärung herrscht. Bitter fühlt sich der Verlauf der Geschichte an, wobei der Tonfall mitunter extrem schwankt.

Für gewöhnlich bewegt sich Little Fires Everywhere in einem Modus, der die emotionalen Höhe und Tiefen begeistert zur Schau stellt. Manchmal aber präsentiert sich die Serie auch von einer deutlich feineren und zerbrechlicheren Seite, sodass jede Nuance der hervorragenden Schauspielleistungen zur Geltung kommen. Wenn Reese Witherspoon und Kerry Washington aufeinandertreffen, ist Little Fires Everywhere unaufhaltsam.

Little Fires Everywhere ist seit dem 22. Mai 2020 auf Amazon Prime * als Stream verfügbar. Als Grundlage für diesen Seriencheck dienten alle acht Episoden der Miniserie.

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

Werdet ihr einen Blick in Little Fires Everywhere wagen?

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