Längste Marvel-Pause seit 2009: Das MCU gerät erstmals so richtig durcheinander

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Black Widow
26.09.2020 - 15:20 UhrVor 25 Tagen aktualisiert
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In den letzten Wochen und Monaten ist das sonst so sorgfältig geplante Marvel Cinematic Universe ziemlich durcheinandergeraten. Was bedeutet das für uns Zuschauer?

Anfang des Jahres sah es noch so aus, als wäre das Marvel Cinematic Universe robust genug gebaut, um der Corona-Pandemie zu trotzen. Seit über einer Dekaden konzipiert MCU-Chef Kevin Feige sorgfältig die Veröffentlichung neuer Filme und Serien, sodass die Geschichte der einzelnen Superhelden ineinander übergehen.

Zuletzt musste jedoch selbst Hollywoods mächtigstes Franchise einige Rückschläge einstecken, die sich direkt auf die zuvor festgelegte Veröffentlichungsstrategie auswirken. Verzögerte Dreharbeiten und abgesagte Starttermine: Das MCU hat den Punkt passiert, an dem es in seiner Gesamtheit einfach verschoben werden kann.

Der Fahrplan für Marvels Phase 4 hat sich verändert

Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen zeigt einen komplett veränderten Fahrplan für Phase 4. Es ist die erste Phase, in der die großen Kinofilme direkt mit den Geschehnissen aus exklusiven MCU-Serien auf Disney+ verwoben werden sollen. Von Kevin Feiges ursprünglicher Reihenfolge sind wir inzwischen aber weit entfernt.

So sieht das aktuelle Marvel-Line-up für Phase 4 aus:

Unklar ist derzeit, wie sich The Falcon and The Winter Soldier, Loki und Hawkeye in die Liste einfügen werden. Wir gehen aber davon aus, dass die ersten zwei genannten Serien 2021 auf Disney+ debütieren.

Black Widow

Die bisherige MCU-Historie beweist: Die Verzahnung einzelner Projekte zahlt sich definitiv aus - und ist gar nicht so leicht zu bewerkstelligen, wie zahlreiche gescheiterte Cinematic Universes in den vergangenen Jahren bewiesen haben. Jeder neuer MCU-Film profitiert von den Errungenschaften seiner Vorgänger.

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Das gilt nicht nur für den Ausbau der Mythologie, sondern auch für die Box-Office-Zahlen. Die kleinen Subreihen innerhalb des großen MCU können sich von Fortsetzung zu Fortsetzung steigern, während das Franchise selbst an Volumen zunimmt, sodass ein neuer Solofilm wie Captain Marvel problemlos die Milliardengrenze passieren kann.

Marvel erlebt seit 2009 einen ununterbrochenen Schub

Marvel hat es geschafft, sich in den vergangenen Jahren einen unglaublichen Moment aufrechtzuerhalten, was am ständigen Nachschub neuer Filme liegt, der nun erstmals seit 2009 um ein ganzes Jahr unterbrochen wurde. Post-Credit-Szenen können sich plötzlich nicht mehr gegenseitig befeuern, ein großes Team-up ist auch nicht in Sicht.

Der Start in Phase 4 sollte dem MCU die Möglichkeit geben, sich nach dem gewaltigen Avengers 4: Endgame neu zu sortieren. Durch die Pandemie könnte die Pause aber zu groß werden, um die Begeisterung der Fans weiterhin anzuheizen. Nicht zuletzt ist sowieso immer mal wieder von einer Superhelden-Müdigkeit die Rede.

Avengers 4: Endgame

Bisher erzählen die Einspielergebnisse eine andere Geschichte, doch wenn Black Widow (ein Film, der sowieso schon zehn Jahre zu spät kommt) im Mai 2021 in den Kinos startet, sind über zwei Jahre vergangen, seitdem wir die Figur das letzte Mal im Kino gesehen habe. Und schon damals stand alles im Zeichen des Abschiednehmens.

Die Marvel-Lücke klafft und Disney steht unter Zugzwang

Andererseits könnte sicherlich auch argumentiert werden, dass aus dem aktuellen Marvel-Loch ein nur noch größerer Fanhunger hervorgeht. Darauf scheint Disney aber nicht zu vertrauen und sieht sich gezwungen, die wohl überlegte MCU-Planung über den Haufen zu werfen, um (zumindest auf Disney+) Nachschub zu ermöglichen.

Lasst uns das mal kurz in Gedanken durchspielen.

  • Eigentlich sollte Black Widow Phase 4 eröffnen, ehe The Falcon and The Winter Soldier seine Premiere feiert. Die Dreharbeiten der Disney+-Serie konnten aufgrund von Corona bisher nicht abgeschlossen werden, während der Black Widow-Start mittlerweile über ein Jahr verschoben wurde. WandaVision soll die Lücke füllen.
  • Als Startschuss von Phase 4 fungiert jetzt eine Serie, die offenkundig erst für einen späteren Zeitpunkt geplant war, zumal sie wie ein Bindeglied in dieser neuen MCU-Ära wirkt, gerade im Hinblick auf die Ereignisse von Doctor Strange 2, in dem Elizabeth Olsens Scarlet Witch ebenfalls einen entscheidenden Auftritt hat.
  • Die Doctor Strange-Fortsetzung wiederum sollte vor Thor 4, dem eingangs bestimmten Finale von Phase 4, in die Kinos kommen. Beide Filme haben inzwischen aber die Position getauscht, genauso wie Eternals und Shang-Chi, die nun auch in umgekehrter Reihenfolge erscheinen.

Christopher Nolan hätte an diesem komplexen Zeitplan sicherlich seinen Spaß. Für uns als Zuschauer und außenstehende Beobachter ergibt sich aber vor allem eine Frage: Wie flexibel ist dieses milliardenschwere Franchise wirklich? Zuletzt wurden wir Zeugen davon, wie präzise ein Zahnrad in das andere greift - dazu fehlt jetzt die Planungssicherheit.

WandaVision

Die Antwort kennen wir natürlich noch nicht, aber zumindest gibt es ein paar Anhaltspunkte, an denen wir uns orientieren können. Eternals scheint zum Beispiel einigermaßen losgelöst vom Rest zu sein, wenn wir bedenken, dass erst einmal eine neue Superheldengruppe à la Guardians of the Galaxy etabliert werden muss.

Corona testet die Flexibilität des Marvel-Universums

Shang-Chi dürfte in eine ähnliche Kerbe schlagen, obgleich sich hier sogar der Bogen zum allerersten MCU-Film überhaupt anbietet, namentlich Iron Man. Der Black Widow-Start sollte aber leicht anzupassen sein, da wir hier ein eine MCU-Zeit zurückkehren, an der die große Geschichte bereits vorbeigezogen ist.

Kniffliger wird es wie bereits beschrieben bei WandaVision und den Fortsetzungen zu bekannteren Superhelden wie Thor und Spider-Man. Und wer weiß, wie Lokis verrückte Zeitreißen auf Disney+ mit dem Doctor Stranges' Multiversum im Kino kollidieren. Die Zukunft des MCU bleibt aus Franchise-Perspektive spannend.

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Glaubt ihr, die Verschiebungen wirken sich negativ aufs MCU aus?

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