Nackte Hobbits sind das Game of Thrones-Update, das die Herr der Ringe-Serie braucht

Der Herr der Ringe, Die Gefährten - Trailer (Englisch)
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Wird die Herr der Ringe-Serie sexy?
08.10.2020 - 09:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Der Herr der Ringe wird wohl erotischer. Die Amazon-Serie sucht Darsteller für Nacktszenen. Nähert sich Herr der Ringe Game of Thrones an? Ja, warum auch nicht.

Je weniger Sex in einer Fantasy-Welt, desto heißer die Fanfiction. Herr der Ringe ist prüder als jeder Disney-Film und deshalb schicken Fan-Fiction-Autoren die Helden Frodo und Sam vollkommen enthemmt in jene sexuelle Abenteuer , die ihnen in den Filmen und Büchern verwehrt bleiben. Beliebtestes Ziel der Fantasien ist indes wenig überraschend der attraktive wie geheimnisvolle Elb Legolas.

Bis auf ein paar Brusthaare und Patschefüße gibt es keine Nacktheit in den Herr der Ringe-Filmen, geschweige denn Sex oder auch nur irgendeine Andeutung einer erotischen Begegnung. Die Hobbits in Der Herr der Ringe: Die Gefährten bewundern und verehren die erhabene Galadriel, aber sie begehren sie nicht. Intimität, die über Freundschaft hinausgeht, erlebt in der ersten Trilogie einzig Aragorn, allerdings auch nur über gehauchte Schwüre und verzehrende Blicke über die Steppe von Rohan.

Würde eine in Sexdingen derart scheue Fantasy-Serie heute bestehen?

Wie Game of Thrones: Herr der Ringe-Serie sucht Darsteller für Nacktszenen

Eher nicht. Zumindest befürchten das offenbar die Showrunner der Der Herr der Ringe-Serie, die derzeit in Neuseeland gedreht wird. Die Fanseite The One Ring , die die HdR-Produktionen seit Ende der 90er eng beobachtet, hat einen Castingaufruf  entdeckt, der bei näherer Prüfung nur der neuen Mittelerde-Serie gelten kann. Gesucht werden Darstellerinnen und Darsteller, die sich "teilweise oder volle Nacktszenen vorstellen können."

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Das wäre ein Novum in dem Franchise und käme einer Modernisierung des Stoffes gleich. Herr der Ringe würde sich seinem neuen Medium anpassen: Die Serien der TV-Revolution der letzten 20 Jahre waren schon immer offener für Sex- und Nacktszenen. Der Laptop oder Fernseher bietet einfach einen anderen Schutzraum als der Kinosaal. Serien sind freizügiger geworden (nicht nur in Sexdingen), das Kino hat sich eher noch zurückentwickelt.

Game of Thrones als Vorreiter: Sex ist in Fantasy-Serien das Normalste der Welt

Also nochmal: Fantasyserien ohne Sex, geht das überhaupt noch? Gucken wir mal. Eine der schönsten Sexszenen in Serien der vergangenen Jahre stammt aus der Amazon-Serie Carnival Row. Auch der Witcher ist sexy, Männer und Frauen leben hier ihr Begehren aus, Dirnen nehmen wichtige Rollen in der Handlung ein. In Game of Thrones sind Sex und sexuelle Gewalt an der Tagesordnung.

Wirklich erotisch ist das im speziellen GoT-Fall selten, selbst wenn sich die Macher darum bemühen, wie bei der, nun ja, recht steifen Sexszene zwischen Jon und Dany am Ende von Staffel 7. In Sachen männlicher Nacktheit war GoT aber revolutionär. Gerade in den frühen Staffeln baumelt immer mal wieder ein Hodor-Penis durchs Bild.

Und die Zauberschüler erst. Ich hatte manchmal das Gefühl, die sehr hotte Netflix-Serie Chilling Adventures of Sabrina holt all das nach, was Harry, Malfoy, Ron, Seamus und Hermine in ihren Schlafsälen nicht machen konnten, weil sie befürchten mussten, dass gleich Professor McGonagall zur Tür hereinstürmt - oder Harry mit seiner Rumtreiber-Karte den Liebespaaren hinterher spioniert. Der lustvollste Harry Potter-Teil, Der Halbblutprinz, ist auch der beste der Reihe.

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Aber passt das auch zu Herr der Ringe? Erster Reflex: Nein, gar nicht. Die Sapiosexuellen um Aragorn sind ja sowieso immer auf dem Sprung und pflegen eigentlich kein Privatleben. Merry und Pippin ziehen echtem Sex den Sex des alten Mannes vor: das Essen. Selbst im milden Bruchtal sind die erhabenen Figuren stets eingepackt in dicke Gewänder.

Sex wäre ein wichtiges Update für die Herr der Ringe-Serie

Jetzt stehen wir aber vor einer ca. 20 Folgen langen Serie. Hier wird sich automatisch mehr Raum für Zwischenmenschliches ergeben. Und wenn dann alle immer nur singen, schmausen und tanzen und nicht auch mal vögeln, wird das unglaubwürdig. Im Gasthof zum Tänzelnden Pony sind bestimmt auch Sexworker und Sexworkerinnen auf Kundenjagd wie in Carnival Row und Der Witcher, sie werden uns nur nicht gezeigt.

Überhaupt bleibt die Herr der Ringe-Serie bisher noch ihren Nachweis schuldig, die Mittelerde-Welt irgendwie zu bereichern (wir wissen wenig über die Handlung und den Stil, um fair zu sein). Ein heißeres, erotischeres, einfach nur etwas verruchteres Mittelerde, wäre ein klares Update, eine neue Perspektive, ein neuer Ton und nicht nur die Reproduktion dessen, was wir sowieso schon kennen. Mittelerde darf gerne mal ein wenig brodeln. Es muss ja nicht gleich zum Softporno eskalieren.

Sicher, Uruk-hais werden im Schlamm geboren. Und ja, wenn Elben Jahrhunderte alt werden können, stellt sich die Frage nach Nachwuchs vielleicht nicht ganz so dringend. Aber Sex nur als Fortpflanzungsakt zu betrachten, ist mindestens genauso prüde, wie seine Existenz überhaupt nicht anzuerkennen. Worauf ich hinaus will: Auch Hobbits haben Bock auf Sex, kommt damit klar.

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In der neuen Folge von Streamgestöber diskutieren Jenny Jecke und Hendrik Busch über die Herausforderungen von House of the Dragon. Dabei finden sie erstaunlich viel Potenzial in der Grundidee der Serie und formulieren einige Wünsche für die Zukunft.

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