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Konkurrenz belebt das Geschäft

Ein Jahr ohne Pixar - Ist die Dominanz zu Ende?

05.07.2014 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Pixar
© Pixar
Pixar
Seit Jahren gilt Pixar die kommerzielle und qualitative Messlatte im Animationsbereich. Wir stellen uns die Frage ob das Studio diesem Status auch heute noch gerecht wird.

Am Donnerstag startete Jack und das Kuckucksuhrherz, eine eher kleinere, französische Animation in die deutschen Kinos. Das hat uns zum Nachdenken angeregt über den Zustand des Animationskinos im Allgemeinen und vor allem über den Status von Pixar. 2014 ist ein merkwürdiges Jahr für Pixar. Zum ersten Mal seit 2002 gibt es keinen neuen Film des Studios, da Arlo & Spot vom 30. Mai 2014 auf den 17. Juni 2015 verschoben wurde. Da scheint es fast schon symbolisch, dass Die Eiskönigin – Völlig unverfroren im gleichen Jahr Toy Story 3 als den erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten abgelöst hat. Wo ist Pixar momentan dran?

Qualitätsverlust von Pixar
Cars
Als Toy Story 1995 in die Kinos kam, revolutionierte der Film die Animationswelt und stürzte Disney umgehend von der Spitze. Die jahrzehntelange Herrschaft vom Maus-Haus war vorbei. Toy Story bot nicht nur eine neuartige Technik, sondern ein frisches, originelles Konzept, ein großer Herz und einen brillanten Sinn für Humor. Über Jahre hinweg feierte das Pixar-Studio einen Erfolg nach dem anderen. 2011 wurde Toy Story 3 der erste Trickfilm, der die Milliardenmarke knackte. Seitdem geht es allerdings, für die unglaublich hohen Ansprüche, die sich Pixar erarbeitet hat, leicht bergab.

Es fehlt scheinbar an originellen Ideen und es wird zunehmend auf Fortsetzungen gesetzt. Die Monster Uni konnte nicht an die Genialität des Originals anknüpfen und Cars 2 ist der bisher einzige Pixar-Film, den ihr getrost ignorieren könnt. Dazwischen gab es Merida – Legende der Highlands, ein solider Film, der es nicht schaffte, das Herz aller Zuschauer zu gewinnen. Die kreativen Köpfe von Pixar beschäftigten sich mit ihren eigenen Projekten: Brad Bird machte Mission: Impossible – Phantom Protokoll, Andrew Stanton hatte Albtraum-Erfahrungen mit John Carter – Zwischen zwei Welten und John Lasseter leitet neben Pixar auch die Animationsabteilung von Disney. Alle drei bleiben Pixar erhalten und gehören nach wie vor zum Braintrust, der die Entwicklung aller Projekte beaufsichtigt. Trotzdem ist in den letzten Jahren ein leichter Abwärtstrend in punkto Qualität zu erkennen, was sich negativ auf den Stellenwert von Pixar auswirkt.

Die Neuerfindung von Disney
Eiskönigin
Parallel zum Aufstieg von Pixar gab es eine Flaute beim größten Konkurrenten Disney. Nach den starken 1990er Jahren (Aladdin, Der König der Löwen, Mulan) geriet die Institution ins Straucheln. Diese Schwierigkeiten dauerten relativ lange an: Zwischen 2000 und 2009 produzierte das Studio einen nennenswerten Film, Ein Königreich für ein Lama, der auch kein Meisterwerk ist. Den Filmen dieser Zeit fehlt die besondere Disney-DNA und sie sind oft eher verfehlte Versuche, die Pixar-Formel zu imitieren. Auch die Ankunft von John Lasseter im Jahr 2006 griff zunächst nicht.

Erst der sehr traditionelle Küss den Frosch läutete die Rückkehr von Disney ein. Danach begann die Modernisierung und die drei schwachen Jahren von Pixar wurden die stärksten von Disney seit langem. Das klassische Märchen- und Musicalformat wurde in Rapunzel – Neu verföhnt und Die Eiskönigin – Völlig unverfroren intelligent ans 21. Jahrhundert angepasst. So ist zum Beispiel die Passivität von weiblichen Figuren nicht mehr so problematisch wie früher. Mit Ralph reichts erweiterte das Maus-Haus seinen Tätigkeitsbereich weiter. Das kulturelle Phänomen Die Eiskönigin – Völlig unverfroren steh sinnbildlich für die momentane Renaissance von Disney.

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